01.09.2025 - DGLR Intern, Nachwuchsgruppen, Bears, WARR, WüSpace

Studentische Nachwuchsgruppen auf Raumfahrtmission beim Wacken Open Air

Vom 30. Juli bis zum 2. August brachte das Wacken Open Air (W:O:A) in diesem Jahr nicht nur jede Menge Metalbands auf die Bühne, sondern auch zahlreiche Akteure der deutschen Raumfahrt und Astronomie auf den Acker. Im Rahmen einer besonderen Kooperation erwartete die Besucherinnern und Besucher in diesem Jahr ein Space Camp mit einem spannenden und informativen Programm rund um das Thema Weltraum. Als Partner mit dabei waren die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR) sowie die ArianeGroup, die Astronomische Gesellschaft (vertreten durch das Max-Planck-Institut für Radioastronomie, Bonn; das Haus der Astronomie, Heidelberg; das Institut für Physik und Astronomie der Universität Potsdam), der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), CRAF, Fraunhofer AVIATION & SPACE, HPS, Hylmpulse, NEUROSPACE, OHB und POLARIS Spaceplanes. Ein besonderes Highlight war der Besuch von ESA-Astronaut Alexander Gerst, Astronautin Rabea Rogge sowie ESA-Reserveastronautin Amelie Schönewald.


Bild: BDLI

Um die universitäre Raumfahrtforschung vor Ort zu repräsentieren, ermöglichte die DGLR als Expertennetzwerk der Luft- und Raumfahrt sechs studentischen Nachwuchsgruppen die Teilnahme am Space Camp. „Beim Wacken Open Air dabei zu sein und diese Aktion mit unseren Partnern aus der Raumfahrtcommunity gemeinsam zu gestalten, ist eine sehr bereichernde Kooperation für alle Seiten. Ich freue mich besonders darüber, dass wir als Expertennetzwerk die Möglichkeit von den Veranstaltern bekommen haben, auch unsere Nachwuchsgruppen mitzubringen. Denn die sind ein essenzieller Teil der Raumfahrtbranche und unserer Zukunft“, erklärte Roland Gerhards, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt zur Teilnahme am Wacken Open Air. Ebenfalls mit an Bord waren Vertreterinnen und Vertreter des Fachgebiets für Raumfahrttechnik (RFT) der Technischen Universität Berlin unter Leitung von Prof. Dr. Enrico Stoll, Leiter des RFT und DGLR-Fachbereichsleiter R1 Raumfahrttechnik.

DGLR-Nachwuchsgruppen zeigen ihr Können

Die studentischen Nachwuchsgruppen BEARS (TU Berlin), ERIG (TU Braunschweig), KSat (Universität Stuttgart), SPROG (Universität und Hochschule Raum Gießen), WARR (TU München) und WüSpace (Universität Würzburg) brachten eigene wissenschaftliche Exponate mit – über Satelliten und Rover bis hin zu selbstgebauten Raketen. Publikumsmagnet war das Exponat von WüSpace, ein sich selbstausrichtender Würfel. Die Studierenden zeigten im Space Camp vollen Einsatz und Teamfähigkeit: Es wurde gemeinsam im Backfield übernachten, beim Auf- und Abbau unterstützt sowie dem wechselhaften Wetter und Schlamm getrotzt. Doch auch das regnerische Wetter konnte die Laune des Teams nicht trüben. Mit Gummistiefeln und Durchhaltevermögen erklärten die Nachwuchsgruppen den Besucherinnen und Besuchern des Space Camps stundenlang und unermüdlich, wie Satelliten funktionieren, wie man Satellitentanks selbst herstellt, welche Ergebnisse die verschiedenen Höhenforschungsexperimente erbracht haben und ob der ERIG-Rover tatsächlich mal auf dem Mars war. Dazu gehörten auch echte Expertengespräche zum Beispiel zum Material des 3D-Druckers von ERIG oder zu den Satellitentanks der WARR.

Das Engagement der Studis hat sich ausgezahlt: „Das Space Camp war vor Ort sowie in den sozialen Medien ein voller Erfolg. Wir konnten überdurchschnittlich mehr Menschen mit dem Thema erreichen“, so Nicole Kretschmer, DGLR-Kommunikationsreferentin und Projektleiterin für den Space-Camp-Auftritt der DGLR. „Besonders hat mich gefreut, wie viel Wertschätzung die Studierenden für ihre Arbeit von den Besucherinnen und Besuchern erfahren haben. Sie waren ein echtes Highlight im Space Camp. Auf beiden Seiten dieses Leuchten in den Augen zu sehen – genau deswegen machen wir solche Aktionen!“

Exponate und Mitmachaktionen mit Festivalfeeling

Ein Jahr lang wurde das Space Camp im Stillen geplant. Dabei mussten sich insbesondere die Partner BDLI, Fraunhofer AVIATION & SPACE, die Beteiligten aus der Astronomie und die DGLR untereinander abstimmen und das ein oder andere mal zusammenraufen. Am Ende entstand eine vielfältiges Camp aus Ausstellungszelt, Vortragszelt mit hochkarätig besetzten Vorträgen rund um Raumfahrt und Weltraum sowie einigen Mitmachaktionen. Im Space Camp und auf dem Festivalgelände gab es viel zu entdecken: großflächige Exponate wie der Nachbau des europäischen Launchers Ariane 6, einer Suborbitalrakete von HyImpulse, einem Mondballon von OHB und einem Prototyp des Weltraumflugzeugs MIRA 1 von POLARIS Spaceplanes. Darüber hinaus begeisterten die Mondrover HiveR von NEUROSPACE, ein Modell des Fraunhofer-Erdbeobachtungssatelliten ERNST und ein Mockup des Deorbit-Segels ADEO zur Vermeidung von Weltraumschrott von HPS die W:O:A-Teilnehmenden. Der zweimalige ESA-Astronaut Alexander Gerst und die erste Deutsche im All, Rabea Rogge, entfachten auf der Bühne des Wacken Open Air Raumfahrtbegeisterung pur.

Auch bei den Programmpunkten mischten die Studierenden vorne mit: Die Festivalbesucher und -besucherinnen konnten Wasserraketen mit BEARS starten lassen oder sich beim Headbanger-Contest von SPROG messen und den eigens dafür entwickelten Helm in Schwingung versetzen. Auch der kleine Rover von KSat zog die Blicke der Besucherinnen und Besucher im Space Camp auf sich. Am DGLR-Stand stand außerdem der Satellitenbaukasten des RFT bereit, mit dem die Besucherinnen und Besucher selbst einen Cubesat zusammensetzen konnten – ein großer Spaß für Klein und Groß.

Paneldiskussion Nachwuchsgewinnung

Aber auch relevante Themen der Branche kamen im Space Camp nicht zu kurz. Gemeinsam mit dem BDLI initiierte die DGLR zwei Paneldiskussionen zum Thema Nachwuchsgewinnung. Im Mittelpunkt standen dabei die Fragen, wie die Zukunft der Luft- und Raumfahrt aussieht und wie die nächste Generation für die Branche gewonnen werden kann. In offenen Gesprächen auf Augenhöhe – und in Gummistiefeln – wurden spannende Thesen, konkrete Lösungsansätze und ehrliche Einschätzungen geteilt. Als Panellisten mit dabei waren Roland Gerhards (DGLR-Präsident), Prof. Dr. Enrico Stoll (TU Berlin), Nadine Smolka (Exolaunch ), Moritz Vieth (Senkrechtstarter), Philip Nickenig (DGLR-Generalsekretär), Florian Wallner (ERIG), Niklas Voigt (OHB), Felix Kreys (Fraunhofer IIS) und die Moderation übernahm Chiara Moenter (BDLI).

Am letzten Abend endete das Wacken Open Air mit einem Drohnenstart der Ariane 6 – ein Moment, der alle Raumfahrtherzen höher schlagen ließ. Eine Woche lang hat die DGLR zusammen mit den Nachwuchsgruppen und den anderen Partnern das Space Camp zum Leben erweckt und Besucherinnen und Besuchern das Thema Raumfahrt in vielen Facetten mit Begeisterung und Hingabe erklärt. Ein voller Erfolg für die Luft- und Raumfahrtbranche in Deutschland. Ein großes Dankeschön dafür geht an das DGLR-Netzwerk, das die Teilnahme überhaupt erst ermöglichte. Danke für diese starke Community!