DGLR-Braunschweig Veranstaltungsanmeldung

23.03.2026 - 19:00 Uhr

Kommunikations-Blackout beim Wiedereintritt: Wie Chemie Raumfahrtmissionen sicherer machen kann

Referent: Léon Lüer, M. Sc.
ausgezeichnet mit dem Karl-Doetsch-Nachwuchspreis 2025 des Niedersächsischen Forschungszentrums für Luftfahrt

Beim atmosphärischen Wiedereintritt von Raumfahrzeugen führt die durch die hohen Geschwindigkeiten verursachte extreme Erwärmung zur Bildung einer Plasmahülle, die die Kommunikation zeitweise vollständig unterbrechen kann. Dieses als Kommunikations- oder Plasma-Blackout bekannte Phänomen kann in Extremfällen mehrere Minuten andauern und stellt insbesondere für bemannte Missionen, autonome Wiedereintrittskörper und zukünftige wiederverwendbare Raumfahrzeuge ein sicherheitsrelevantes Problem dar.

Der Vortrag stellt einen chemiebasierten Ansatz zur Reduktion dieses Phänomens vor. Durch die Einspritzung elektrophiler Gase, wie beispielsweise Schwefelhexafluorid (SF₆), in die ionisierte Strömung um das Raumfahrzeug kann die Anzahl freier Elektronen gezielt um bis zu sechs Größenordnungen verringert und damit die Voraussetzung für eine verbesserte Funkübertragung geschaffen werden. Anhand numerischer Untersuchungen wird gezeigt, wie Strömungsmechanik und Chemie bei der Gaseinspritzung zusammenwirken und warum die chemischen Eigenschaften des eingesetzten Gases dabei entscheidend sind.

Der Vortrag gibt einen verständlichen Einblick in die physikalischen Mechanismen des Plasma-Blackouts, zeigt das Potenzial chemiebasierter Lösungsansätze auf und diskutiert deren Bedeutung für zukünftige sichere Raumfahrtmissionen.

 

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