05.01.2026 - Allgemein, Raumfahrt

Sachsens Ticket ins All: Fragen und Antworten zur geplanten Satellitenmission SAXON-1

Die Satellitenmission SAXON-1 verfolgt das Ziel, sächsischen Unternehmen den Zugang zum Weltraum zu ermöglichen, um innovative Technologien unter realen Bedingungen im Orbit zu testen. Das Projekt soll zur Sichtbarkeit Sachsens als High-Tech-Standort beitragen und die regionale Raumfahrtindustrie stärken.


Symbolbild: ESA/Mlabspace

Was erwartet sich die Landesregierung von der sächsischen Satellitenmission SAXON-1? Welchen Nutzen hat die Mission für hiesige Unternehmen?

Mit SAXON-1 verbindet Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter hohe Erwartungen: „Das Vorhaben kann sich zu einem technologischen Leuchtturm entwickeln und sächsischen Unternehmen sowie gegebenenfalls auch Forschungseinrichtungen den direkten Zugang zum Weltraum eröffnen. Insbesondere für den Mittelstand eröffnet ein eigenes ,Ticket ins All‹ neue Möglichkeiten zur Erprobung, Demonstration und Skalierung innovativer Technologien.“

Zugleich stärkt eine solche Mission die Sichtbarkeit Sachsens als Hochtechnologiestandort und verankert den Freistaat strategisch in der europäischen New-Space-Wertschöpfungskette. Panter weiter: „Die Mission bietet sächsischen Unternehmen die Möglichkeit, innovative Technologien unter realen Bedingungen im Orbit zu demonstrieren und weiterzuentwickeln – ein entscheidender Schritt, um im stark wachsenden New-Space-Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Gerade vor dem Hintergrund technologischer Souveränität und europäischer Resilienz sowie im Lichte geopolitischer Verwerfungen, gewinnt der Zugang zum All strategisch an Bedeutung.“

Sachsen kann hier seine besondere Stärke als High-Tech- und Innovationsstandort ausspielen und die große Bandbreite seiner Raumfahrt-, Kommunikations-, Sensorik- und Softwarekompetenzen sichtbar machen. Zugleich entfaltet SAXON-1 einen klaren Werbe- und Leuchtturmeffekt für den Technologiestandort Sachsen und stärkt die internationale Wahrnehmung der hiesigen Wirtschaft.

„Allerdings reicht es nicht aus, wenn man einzelne Technologien präsentieren kann oder über das technische Knowhow verfügt. Mit Hilfe des Satelliten können wir zeigen, dass wir in der Lage sind, die Technologien auch zu verknüpfen. Diese Präsentation ist sehr wichtig“, so Dirk Panter.

Der Name des Satelliten soll „Saxon-1“ sein, hieß es jüngst in der Presse. Ist das ein Arbeitstitel oder der tatsächliche Name?

Das Konsortium hat SAXON-1 als tatsächlichen Namen gewählt: Saxon Aerospace eXploration Node 1.

Wie sieht der Zeitplan aus? Wann soll der Satellit ins All geschossen werden?

Ein konkreter Starttermin hängt davon ab, wann die Rahmenbedingungen für das Projekt gesichert sind. Das Konsortium hat einen Start in unter zwei Jahren nach Projektstart in Aussicht gestellt – ein in der Raumfahrt ausgesprochen ambitionierter und dynamischer Zeitplan. Er unterstreicht den hohen Umsetzungsanspruch und das technologische Leistungsvermögen der beteiligten sächsischen Akteure. Das ist Sachsen-Tempo: schnell, präzise, innovationsgetrieben.

Mit welchem Finanzbedarf rechnet das Land und inwieweit ist die Finanzierung seitens des Landes bereits geklärt? Woher soll das Geld kommen?

Zum jetzigen Zeitpunkt lassen sich weder der konkrete Finanzbedarf noch einzelne Finanzierungsbausteine abschließend beziffern. Die Staatsregierung wird mögliche Förderoptionen im Falle einer weiteren Konkretisierung des Vorhabens sorgfältig und in der gesamten Breite der verfügbaren Instrumente prüfen. Dabei ist es üblich, unterschiedliche Finanzierungsquellen und Beteiligungsmodelle zu bewerten. Eine Entscheidung über Umfang und Herkunft etwaiger Landesmittel ist bislang nicht getroffen.

Wie viele Unternehmen gibt es in Sachsen im Bereich Raumfahrt? Was ist zu Kennzahlen wie Mitarbeiter und Umsatz bekannt?

In Sachsen erwirtschaften rund 160 Unternehmen und Forschungseinrichtungen der Luft- und Raumfahrtindustrie mit mehr als 7.000 Mitarbeitern etwa 1,4 Milliarden Euro Umsatz jährlich. Eine spezielle Statistik für die Raumfahrt liegt nicht vor.

Welches Wachstumspotenzial hat die Raumfahrtbranche im Freistaat? Wie kann so eine Satellitenmission beitragen, dieses Potenzial zu heben?

Der globale Markt für weltraumgestützte Anwendungen wird bis 2040 auf rund 1,25 Billionen Euro geschätzt. Allein das Bundesverteidigungsministerium will circa 35 Milliarden Euro bis 2030 in die Raumfahrt- beziehungsweise Weltraum-Sicherheitsinfrastruktur investieren. Das Bundesforschungs-, technologie- und -raumfahrtministerium sieht über neun Milliarden Euro in dieser Legislaturperiode für den Bereich Raumfahrt vor. „Wenn wir ein Stück vom Kuchen abbekommen wollen, müssen wir beweisen, was wir können“, so Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter.

Mit der Expansion des Industriezweigs sind gewaltige Geschäftschancen verbunden. Mit dem jüngsten Ansiedlungserfolg von OHB SE in Schöneck/Vogtl. gewinnt Sachsen nicht nur einen starken Player der Branche, sondern auch einen strategischen Partner des Konsortiums für ein wertschöpfende Skalierung. Das im Aufbau befindliche Deutsche Zentrum für Astrophysik in Görlitz, die Bemühungen des Freistaates um das Einstein-Teleskop und unsere junge und dynamische Raumfahrtszene um Neosat, Morpheus Space,Rhode & Schwarz, Inradios, D3TN unter anderem tragen dazu bei, ein hochinnovatives New-Space-Ökosystem um OHB als industriellen Schlüsselakteur der Raumfahrtindustrie zu schaffen. „Damit verbinden wir die Einschätzung, dass der Freistaat sich als sicherheitsrelevanter Technologie- und Industriestandort in den Zukunftsfeldern Raumfahrt und dessen angrenzender Bereiche wie Sensorik, Kommunikations- und Datentechnologien, KI-gestützter Autonomie und Leichtbau mit Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit gewinnträchtig positionieren kann“, so Panter.

Panter weiter: „Eine Satellitenmission mit sächsischer DNA macht diese herausragenden sächsischen Fähigkeiten sichtbar und stärkt die Position sächsischer Unternehmen in internationalen Wertschöpfungsketten. Zugleich erleichtert sie den Zugang zu weiteren Missionen, Partnerschaften und Folgeaufträgen und wirkt damit als Katalysator für weiterhin nachhaltiges Wachstum der Hochtechnologie im Freistaat.“

Quelle: https://www.smwa.sachsen.de/blog/2026/01/05/sachsens-eigenes-ticket-ins-all-fragen-und-antworten-zur-satellitenmission-saxon-1/