Laserverbindung zwischen Flugzeug und Satellit erfolgreich getestet
Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat erstmals eine stabile Laser-Datenverbindung zwischen einem Flugzeug und einem Satelliten in geostationärer Umlaufbahn demonstriert. Die Technologie könnte künftig schnelle und sichere Internetverbindungen für Flugzeuge, Schiffe und abgelegene Regionen ermöglichen.
Ein europäisches Forschungsteam hat eine Laser-Datenverbindung zwischen einem Flugzeug und einem Satelliten erfolgreich getestet. An dem Projekt beteiligt sind die Europäische Weltraumorganisation ESA, Airbus Defence and Space, die niederländische Forschungseinrichtung Netherlands Organisation for Applied Scientific Research (TNO) sowie der deutsche Hersteller TESAT. Bei Testflügen über Nîmes in Südfrankreich gelang es, eine stabile optische Verbindung zwischen einem Flugzeug und einem Satelliten in 36 000 Kilometern Höhe herzustellen. Während des Tests übertrug ein Laserterminal Daten mit einer Geschwindigkeit von 2,6 Gigabit pro Sekunde über mehrere Minuten hinweg – ohne Übertragungsfehler.
Die Technologie gilt als möglicher Baustein für künftige Kommunikationssysteme aus dem All. Laserkommunikation kann deutlich mehr Daten übertragen als klassische Funkverbindungen und gilt zugleich als schwerer abzufangen oder zu stören. Da sich Laserstrahlen weniger stark ausbreiten als Radiowellen, lassen sich gezieltere und sicherere Datenverbindungen aufbauen. Vor dem Hintergrund einer wachsenden Zahl von Satelliten und einer zunehmenden Auslastung von Funkfrequenzen sehen Fachleute in optischen Kommunikationssystemen eine wichtige Ergänzung bestehender Technologien. Langfristig könnten solche Verbindungen etwa Flugzeuge, Schiffe oder Fahrzeuge in abgelegenen Regionen mit stabilen Hochgeschwindigkeitsverbindungen versorgen.
Der Test selbst stellte hohe technische Anforderungen. Während des Fluges musste das Laserterminal des Flugzeugs dauerhaft auf den Satelliten Alphasat ausgerichtet bleiben. Das System musste dabei Bewegungen des Flugzeugs, Vibrationen, atmosphärische Störungen und wechselnde Wetterbedingungen ausgleichen. Trotzdem gelang es, die Verbindung stabil zu halten und kontinuierlich Daten zu übertragen. Zum Einsatz kam dabei das von Airbus entwickelte UltraAir-Laserterminal. Die Technologie entstand im Rahmen des ESA-Programms ScyLight, das zur Förderung optischer und quantenbasierter Kommunikationssysteme gehört und Teil des umfassenderen Forschungsprogramms ARTES ist. Ziel der Initiative ist es, die Grundlagen für zukünftige satellitengestützte Kommunikationsnetze mit hoher Datenrate und geringer Verzögerung zu schaffen.
Quelle (Englisch): https://www.esa.int/Applications/Connectivity_and_Secure_Communications/World-first_gigabit-per-second_laser_link_between_aircraft_and_geostationary_satellite

