DGLR-News Meldung

08.09.2017 - Rubrik: Politik/Gesellschaft, DGLR-Presseservice

Prominente Vortragende und hohe Teilnehmerzahlen beim DLRK 2017 in München

Drei Tage lang ging es beim 66. Deutschen Luft- und Raumfahrtkongress (DLRK) in München um neue Erkenntnisse, Projekte und Forschungsergebnisse aus der Luft- und Raumfahrt. Am 7. September fand die Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR) einen erfolgreichen Abschluss. In insgesamt 80 Sitzungen fanden etwa 300 Vorträge statt und 30 Poster wurden präsentiert. Die Vielzahl an Themen und Plattformen wie zum Beispiel der „Dialogtag Luftfahrt“ ermöglichten einen regen Austausch. Mit 660 Teilnehmern war der Kongress der am besten besuchte der letzten fünf Jahre. Die Höhepunkte waren sechs spannende Plenarvorträge und eine Podiumsdiskussion.

Bild: DGLR

„Wir sind in diesem Jahr sehr zufrieden mit der hohen Teilnehmerzahl, was Rückschlüsse auf die hohe Qualität der Vorträge zulässt. Referenten wie Jan Wörner oder Greg Wyler haben wichtige Impulse für die Zukunft unserer Raumfahrt gegeben“, sagte DGLR-Präsident Prof. Rolf Henke. „Unsere Podiumsdiskussion wiederum hat gezeigt, dass wir technisch zum elektrischen Fliegen lange in der Lage sind. Jetzt müssen wir zusammen an einer Integration in die bestehenden Strukturen arbeiten. Ich bin zuversichtlich, dass wir von all diesen Themen in Zukunft noch viel hören und lesen werden.“

Dem elektrischen Fliegen und seinen Herausforderungen widmete sich auch der erste Plenarvortrag von Frank Anton, Siemens. Die zunehmende Implementierung von elektrischen Antrieben soll in erster Linie Emissionen und Lärm reduzieren, die beim Fliegen entstehen. Anton sieht seine Vision von einer Taxidrohne mit zwei bis vier Sitzen bereits in fünf Jahren Wirklichkeit werden. Zentraler Faktor der derzeitigen Forschungsarbeiten ist die Sicherheit für Passagiere und Umfeld. Passagierflüge auf elektrischem Wege seien erst ab 2035 denkbar, so Anton.

ESA-Generaldirektor Johann-Dietrich (Jan) Wörner warb in seinem Vortrag für eine zukünftige enge Zusammenarbeit Europas auf dem Gebiet der Raumfahrt. Die von ihm als Space 4.0 bezeichnete Entwicklung bricht seit einigen Jahren die alten Raumfahrtstrukturen auf. Es entstehen immer mehr private Unternehmen, die sich auf dem ursprünglich von großen Agenturen wie der NASA und der Europäischen Weltraumorganisation ESA dominierten Markt positionieren. Aus diesem Grund wird ein permanenter Austausch zwischen Wissenschaft und Industrie, an dem sich auch Organisationen wie die ESA beteiligen, laut Wörner immer wichtiger. Er zeigte auf, wie wichtig der europäische Zusammenhalt für die Weiterentwicklung der Raumfahrt ist.

Auch Greg Wyler versucht mit seinem Projekt „OneWeb“ Menschen einander näher zu bringen. OneWeb soll, wie Wyler in seinem Plenarvortrag erklärte, durch eine Megakonstellation von Satelliten global flächendeckenden Internetzugang bieten, damit abgelegene Haushalte nicht kostspielig mit Glasfaserkabel angeschlossen werden müssen. OneWeb soll aus 648 Kleinsatelliten bestehen und für den globalen Internet- und Datenempfang ein Netz um die Erde spannen. Ab 2019 sollen darüber bereits die ersten Internetdienste verfügbar sein.

Im Rahmen des DLRK fand auch die Verleihung des Ludwig-Prandtl-Rings statt. Die Ehre wurde dieses Jahr dem Maschinenbauer Prof. Dr. Helmut E. Sobieczky in Anerkennung seiner wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Aerodynamik in Lehre, Forschung und Anwendung zuteil. Mit der Otto-Lilienthal-Medaille wurde Klaus Ohlmann für seine Verdienste auf dem Gebiet des Segelflugs ausgezeichnet. In seinen Projekten und Forschungsflügen leistete er wichtige Beiträge im Gebirgssegelflug und der Atmosphärenforschung in Hochgebirgsregionen.

Beim DLRK kamen zahlreiche Vertreter aus der Wissenschaft und Industrie zusammen, um neue Konzepte vorzustellen, aktuelle Fragen zu diskutieren und sich auszutauschen. Unter dem Motto „Luft- und Raumfahrt – im Dienst der Gesellschaft“ wurde ein breites Themenspektrum abgedeckt, das von Cybersicherheit in der Luftfahrt bis zur Zukunft des Raumtransports reichte.

Der Termin für den DLRK im nächsten Jahr steht bereits fest. Vom 4. bis 6. September 2018 findet das größte wissenschaftlich-technische Networking-Event der Branche im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen statt.

Die DGLR

Die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt - Lilienthal-Oberth e.V. (DGLR) ist die älteste Institution in der Bundesrepublik Deutschland, die allen, die sich privat oder beruflich mit Luft- und Raumfahrt beschäftigen, ein gemeinsames Forum bietet. Hier vernetzt sich das Wissen der Luft- und Raumfahrt, aktuelle Projekte und Entwicklungen werden vorgestellt und gute Ideen gefördert und honoriert.

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