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DGLR-Pressemitteilung

13. September 2022

DLRK 2022: Luftfahrt gemeinsam und nachhaltig gestalten

Die Pressemitteilung finden sie online unter: https://www.dglr.de/nc/informieren/presse/pressemitteilung-einzel/article/dlrk-2022-luftfahrt-gemeinsam-und-nachhaltig-gestalten/

Ob in der Forschung oder in der Industrie: Im Luftfahrtsektor bleibt der Weg zu einer klimaneutralen Luftfahrt auch „nach“ der Coronakrise das zentrale Thema. Um dieses Ziel gemeinsam zu erreichen, treffen sich in diesem Jahr Expertinnen und Experten zum Austausch beim 71. Deutschen Luft- und Raumfahrtkongress (DLRK) in Dresden. Vom 27. bis 29. September 2022 werden rund 700 Teilnehmende im Deutschen Hygiene-Museum über aktuelle Themen und neue Ansätze diskutieren. Der Kongress der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR) ist das größte wissenschaftlich-technische Networking-Event der Luft- und Raumfahrtbranche Deutschlands und bringt jährlich neben Expertinnen und Experten auch den wissenschaftlichen Nachwuchs zusammen.

Potenziale für eine klimaneutrale Luftfahrt

Die zivile Luftfahrt hat sich bisher in erster Linie auf den Energieverbrauch und die damit verbundenen CO2-Emissionen fokussiert. In Zukunft müssen die Klimawirkungen aber ganzheitlich betrachtet werden, um das Ziel einer klimaneutralen Luftfahrt zu erreichen. Aus diesem Grund werden auch die Entstehung und Reduzierung der anderen umweltschädlichen Einflüsse wie NOx-Emissionen und Kondensstreifen untersucht.

Dr. Martin Stadlbauer von MTU Aero Engines präsentiert in seinem Plenarvortrag „Revolutionäre Antriebskonzepte – Chancen für eine klimaneutrale Luftfahrt“ am 28. September ab 10:15 Uhr, wie sein Unternehmen dem Ziel der klimaneutralen Luftfahrt näherkommen möchte. Der Vortrag beschäftigt sich mit neuen Antriebskonzepten wie der WET Engine (Water-Enhanced Turbofan) und mit fliegenden Brennstoffzellen. Die WET Engine nutzt die Restwärme aus dem Abgas des Triebwerks. Dazu wird Wasser verdampft und in die Brennkammer eingespritzt. Das notwendige Wasser wird aus dem Abgas gewonnen. Solche neuen technischen Konzepte bieten neben nachhaltigen alternativen Kraftstoffen wie SAF (Sustainable Aviation Fuels) und Wasserstoff ein hohes Potenzial, die Luftfahrt klimafreundlicher zu gestalten.

Die militärische Luftfahrtgeschichte auf einen Blick

Doch nicht nur in der zivilen Luftfahrt gibt es Herausforderungen und neue Entwicklungen. Auch die militärische Luftfahrt hat sich im Laufe der Zeit stark gewandelt. Die Entwicklung der westlichen militärischen Luftfahrt ist geprägt von sicherheitspolitischen Gegebenheiten. Im Plenarvortrag „Zeitenwende in der militärischen Luftfahrt – Status, Herausforderungen und Ausblick“, gehalten von Stefan Römelt von Airbus Defence and Space, wird am 28. September ab 13:25 Uhr der Kontext zur Entwicklung der militärischen deutschen Luftfahrt nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum heutigen Zeitpunkt hergestellt sowie die Beschaffenheit und Bedeutung der aktuellen politischen Zeitenwende thematisiert. Airbus hat zum Ziel, die Entwicklung der europäisch-militärischen Luftfahrt in Zukunft weiter zu begleiten. Mit seinem Portfolio möchte der Flugzeughersteller zur Sicherung der Demokratie und der europäischen Souveränität beitragen.

Neue Ansätze in der Flugzeugentwicklung

Neben einsatzfähigen Flugzeugen muss auch die Flugzeugentwicklung nachhaltig werden – denn der CO2-Fußabdruck beginnt bereits bei der Entwicklung neuer Flugzeugmuster. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beschäftigt sich daher in seinem Institut für Softwaremethoden zur Produkt-Virtualisierung mit der Erstellung von virtuellen Produkten. Das Institut hat sich zum Ziel gesetzt, hochgenaue mathematisch-numerische Darstellungen eines fliegenden Vehikels mit all seinen Eigenschaften über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu entwickeln. Der Einsatz solcher Softwaremethoden in der Flugzeugentwicklung soll es den Forschenden ohne den Bau von Prototypen ermöglichen, erste Tests an Flugzeugmodellen durchzuführen. Dies kann wichtige Ressourcen sparen und den Entwicklungsprozess nachhaltiger gestalten. Auch kann die Produkt-Virtualisierung den Zertifizierungsprozess von neuen Flugzeugmustern beschleunigen und vereinfachen: In der Nachweisführung können Tests zeit- und kosteneffizient mittels virtueller Testmethoden durchgeführt werden. In dem Plenarvortrag „Softwaremethoden in der Flugzeugentwicklung“ wird Institutsleiterin Prof. Sabine Roller am Donnerstag, den 29. September, ab 10:15 Uhr über die Einsatzfelder von Softwaremethoden, deren Möglichkeiten und Herausforderungen sprechen.

Alle Jahre wieder: der Luftfahrt-Dialog

Seit 2015 treffen sich im Rahmen des Dialogtags Luftfahrt alljährlich Pilotinnen und Piloten, Ingenieurinnen und Ingenieure, AusbilderInnen sowie Beschäftigte aus dem Bereich Air-Traffic-Control auf dem DLRK. Der diesjährige etwas kleinere Luftfahrt-Dialog bietet die Möglichkeit des Austauschs und der Diskussion: Die Teilnehmenden können aus ihrer jeweiligen Perspektive Erfahrungen aus dem Flugbetrieb teilen und operationelle Anforderungen und innovative technologische Konzepte besprechen. Ziel ist es, die unterschiedlichen Sichtweisen und Erfahrungen zu verknüpfen, sodass angepasste technische Systeme entstehen, mit denen bessere operationelle Ergebnisse erreicht werden können.

Auf dem DLRK 2022 sollen komplexe Themen wie die Mensch-Maschine-Interaktion, Modernisierungen in der Navigation zur Flugführung und in den Flugregelungsfunktionen sowie die Integration von unbemannten Systemen in den Luftraum erörtert werden. Der Luftfahrt-Dialog steht dabei allen Kongressteilnehmenden offen.

Eine technische Tour und ein volles Luftfahrt-Programm

In diesem Jahr gibt es gleich zweimal die Möglichkeit, an einer technischen Tour teilzunehmen – bei der Elbe Flugzeugwerke GmbH (EFW) in Dresden. Die Teilnehmenden erwarten Einblicke in die Entwicklung und Herstellung von Faserverbundbauteilen für Flugzeugstrukturen und -innenausstattung, wie auch in den Umbau von Passagierflugzeugen in Frachter.

Seit 1955 existiert die Elbe Flugzeugwerke GmbH in der sächsischen Landeshauptstadt. Zur Gründung wurde ein internationales Expertenteam bestehend aus bedeutenden Firmen der deutschen Luftfahrtindustrie wie Junkers, Heinkel, Siebel und Arado erstellt. Die EFW vereint seitdem vielfältige Luftfahrt- und Technologieaktivitäten unter einem Dach. Neben der Entwicklung von Leichtbaukomponenten und der Umrüstung von Passagierflugzeugen bietet sie Wartungen für Passagier- und Frachtflugzeuge an. Besonders spezialisiert ist das Werk auf Airbus-Flugzeuge beginnend mit der A320-Familie.
Die Plenarvorträge wie auch die technische Tour sind nicht die einzigen Luftfahrtereignisse auf dem DLRK. Zahlreiche Vorträge über die aktuellsten Themen in der Luftfahrt erwarten die Besucherinnen und Besucher. Von der Geschichte der Luftfahrt bis hin zu den neuesten Herausforderungen und Innovationen ist alles dabei. Die Vortragsthemen finden ganz im Zeichen der modernen Luftfahrt und unter dem diesjährigen Motto „gemeinsam und nachhaltig gestalten“ statt.

Mehr Informationen zum Programm und der Registrierung gibt es unter dlrk2022.dglr.de

Die DGLR – Informieren, Vernetzen, Fördern

Die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt – Lilienthal-Oberth e.V. (DGLR) ist die älteste Institution in der Bundesrepublik Deutschland, die allen, die sich privat oder beruflich mit Luft- und Raumfahrt beschäftigen, ein gemeinsames Forum bietet. Hier vernetzt sich das Wissen der Luft- und Raumfahrt, aktuelle Projekte und Entwicklungen werden vorgestellt und gute Ideen gefördert und honoriert.

Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt – Lilienthal-Oberth e.V.

Godesberger Allee 70
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Kommunikation

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Fax: 0228 - 30 80 5-24

Mail: alisa.griebler@dglr.de
Web: www.dglr.de

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