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09.09.2019 - Rubrik: DGLR-Presseservice, Politik/Gesellschaft

Der DLRK 2019: Luft- und Raumfahrt als technologische Brücke in die Zukunft

Die Luft- und Raumfahrt steht an einem zukunftsweisenden Punkt: Neue Technologien bieten heute Chancen für nachhaltigeres Fliegen und immer weiter entferntere Ziele im Weltraum. Doch wie kann die Branche neue Entwicklungen bei gleichzeitig wachsenden Herausforderungen nutzen, um eine erfolgreiche Zukunft zu gestalten? Das diskutieren die Teilnehmer des 68. Deutschen Luft- und Raumfahrtkongresses (DLRK), der vom 30. September bis 2. Oktober 2019 im Darmstadtium-Kongresszentrum in Darmstadt stattfindet. Die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR) veranstaltet mit dem DLRK jährlich das größte wissenschaftlich-technische Networking-Event der Luft- und Raumfahrtbranche Deutschlands. Rund 600 Experten diskutieren an drei Tagen über die verschiedensten Projekte und Themen. Auch dem wissenschaftlichen Nachwuchs bietet der DLRK optimale Bedingungen für den fachlichen Austausch und zur Erweiterung des persönlichen Netzwerks.

Bild: DGLR

„Mit dem Motto ‚Luft- und Raumfahrt – technologische Brücke in die Zukunft' möchten wir in diesem Jahr auf die besondere Rolle der Luft- und Raumfahrt für den technologischen Fortschritt aufmerksam machen“, erklärt DGLR-Präsident Prof. Rolf Henke. „Sowohl die Luftfahrt als auch die Raumfahrt präsentieren sich als Vorreiter in der technologischen Entwicklung unserer Gesellschaft“, so Henke. „In der Luftfahrt arbeiten wir zum Beispiel bereits seit Jahrzehnten daran, nachhaltiger und umweltbewusster zu werden. Dabei möchten wir nicht nur die Luftfahrt selbst sauberer gestalten, sondern die Technologie auch auf andere Anwendungen ausweiten. Gleiches gilt für die Raumfahrt. Viele Entwicklungen für Raumfahrtprojekte finden früher oder später ihren Weg in unseren Alltag. Der DLRK trägt intensiv dazu bei, relevante Themen zu besprechen und gemeinsame Lösungen zu finden.“

Luft- und Raumfahrtexperten in Darmstadt

Zur Eröffnungsfeier des DLRK am 30. September 2019 von 10:30 bis 12:30 Uhr sind alle Interessierten herzlich ins Darmstadtium eingeladen. Neben DGLR-Präsident Henke sprechen Prof. Dr. Pascale Ehrenfreund, Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Dr. Klaus Richter, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI). Um am weiteren Kongressprogramm teilnehmen zu können, ist eine Registrierung unter dlrk2019.dglr.de oder vor Ort notwendig.

Auf die Teilnehmer des DLRK 2019 warten mehr als 285 Vorträge in 78 Sitzungen und 14 Poster zu den verschiedensten Themen – vom aktuellen Stand des elektrischen Fliegens über das Potenzial von Erdbeobachtungssatelliten bis zur Flugzeugkabine von morgen. Ergänzt wird das Sitzungsprogramm durch sechs Plenarvorträge und eine Podiumsdiskussion.

Vom Stadtverkehr in der dritten Dimension zum intelligenten Flugzeugsitz

Den Auftakt zum Programm macht Klaus Froese, CEO Lufthansa Hub Frankfurt, mit einem Einführungsvortrag zum Thema „Air Traffic Management – Herausforderungen für die Zukunft“. Mit den weiteren Podiumsteilnehmern, DGLR-Präsident Henke, Prof. Klaus-Dieter Scheurle, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Flugsicherung (DFS), und Jens Schiefele, Director Research & Rapid Development bei Boeing Global Services, diskutiert er anschließend, wie der Luftverkehr angesichts wachsender Passagierzahlen und steigender Umweltanforderungen zukünftig besser organisiert werden kann. Prof. Dr. Peter Hecker, Leiter des Instituts für Flugführung an der Technischen Universität Braunschweig, leitet die Diskussion.

In der Luftfahrt wird angesichts der steigenden Nachfrage vermehrt nach einem nachhaltigen Wachstum verlangt. Dieses zeigt sich neben effizienteren Verbindungen in drastischen Verringerungen des Fluglärms und geringen Kraftstoffverbräuchen. Wichtig dafür ist laut Prof. Dr. Rolf Radespiel, Leiter des Instituts für Strömungsmechanik der TU Braunschweig, die Grundlagenforschung in der Aeroakustik, bei Methoden für effizienten, aktiven Hochauftrieb und in der Flugdynamik. In seinem Plenarvortrag erläutert er, wie der Sonderforschungsbereich 880 der TU Braunschweig diese Forschung für umweltfreundliche, zukünftige Verkehrsflugzeuge erarbeitet.

Auch im Inneren der Flugzeuge findet ein Umdenken statt: Die „digitalisierte Kabine“ („connected cabin“) soll das Fliegen der Zukunft effizienter und komfortabler machen. Der Flugzeugsitz-Hersteller RECARO entwickelt einen intelligenten Sitz, der unter anderem seinen Betriebszustand automatisch an das Flugpersonal übermittelt. Am Mittwoch stellt Dr. Bartosz Gladysz von RECARO in seinem Vortrag die Herausforderungen und Möglichkeiten einer digitalisierten Kabine vor.

Globale Kooperationen und neue Technologien in der Raumfahrt

Für die Zukunft der Raumfahrt setzt Prof. Dr. Johann-Dietrich Wörner, Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation ESA, auf eine stärkere internationale Zusammenarbeit in der Weltraumforschung – zum Beispiel in Form einer permanenten Forschungsstation auf dem Mond, dem „Moon Village“. In seinem Plenarvortrag am Dienstag zum Thema „United Space in Europe“ skizziert er, welche Pläne die ESA für die Zukunft hat und wie eine engere globale Kooperation aussehen kann.

Um dafür geeignete Strukturen zu entwickeln, nutzt die Raumfahrt verstärkt den 3D-Druck. Diese additive Fertigung hat den Vorteil, dass mit ihr komplexe Strukturen erstellt werden können und damit Gewicht eingespart werden kann – in der Raumfahrt, aber auch in der Luftfahrt. Auf dem DLRK erläutert Prof. Dr. Christian Mittelstedt, Fachgebietsleiter Konstruktiver Leichtbau und Bauweisen an der Technischen Universität Darmstadt, die Herausforderungen und Chancen der additiven Fertigung im Leichtbau.

Ein weiterer Plenarvortrag beschäftigt sich mit dem Thema der wiederverwendbaren Raumtransportsysteme. Wo diese Forschung heute steht und woran das DLR in diesem Bereich arbeitet, erläutert Ingrid Dietlein in ihrem Plenarvortrag zum Thema „Wiederverwendbarkeit von Trägersystemen: Forschungsprogramm im DLR“.

Sondersitzungen mit Blick in die Zukunft

Auch Airbus blickt in die Zukunft. Der zweitgrößte Flugzeughersteller der Welt feierte in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag. Seine herausragende Position hat Airbus in dieser Zeit nicht zuletzt durch die Anwendung von modernen Technologien in seinen Produkten erreicht. Doch was bringen die nächsten 50 Jahre? Welche Technologien bestimmen den Markt der Zukunft? Wie wird sich die Produktion verändern? Diese Fragen diskutieren Vertreter aus Industrie und Forschung in der DLRK-Session „50 Jahre Airbus – Ein technologischer Ausblick auf die nächsten 50 Jahre“.

Um die „Zukunft der Raumfahrt“ geht es hingegen in einer interaktiven Vortragsrunde mit Vertretern aus Industrie, Wissenschaft und Forschung. Was sind die aktuellen Themen in der internationalen Raumfahrtlandschaft? Wie ist Deutschland in diesem dynamischen und zunehmend kommerziellen Umfeld aufgestellt? Das Diskussionsforum zur Zukunft der Raumfahrt soll eine unabhängige Plattform für den kreativen Ideenaustausch fördern, die über den DLRK hinaus wachsen soll, um so regelmäßig neue Impulse in die deutsche Raumfahrtpolitik zu geben.

Der DLRK als Chance für den wissenschaftlichen Nachwuchs

Für den wissenschaftlichen Nachwuchs bietet der DLRK die perfekte Gelegenheit, mit Experten ins Gespräch zu kommen und sich zu vernetzen. Auch in diesem Jahr ermöglicht die „100-Studenten-Aktion“, mit Unterstützung von Rolls-Royce Deutschland, Studenten von Hochschulen mit einem Bezug zur Luft- und Raumfahrt die Chance auf einen kostenlosen Eintritt zum Kongress. Das Unternehmen lädt die Gewinner zusätzlich zu einem exklusiven Vortrag mit anschließendem Get-together ein.

Der DLRK bietet zudem auch in diesem Jahr wieder Möglichkeiten zur Weiterbildung. Die Programmkommission hat mehrere Weiterbildungsreihen zusammengestellt, für deren Besuch die Teilnehmer ein Zertifikat der DGLR erhalten können.

Auch die DGLR-Nachwuchspreise, die besondere Leistungen in Abschlussarbeiten und Dissertationen auszeichnen, werden in diesem Jahr wieder im Rahmen des  DLRK für besonders vielversprechende Projekte verliehen. Der Ludwig-Prandtl-Ring, der regelmäßig für Verdienste durch hervorragende eigene Arbeiten um die Flugwissenschaften in all ihren Disziplinen vergeben wird, wird ausnahmsweise nicht im Rahmen des DLRK, sondern auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Angewandte Mathematik und Mechanik (GAMM) vom 16. bis 20. März 2020 in Kassel verliehen.

Der DLRK in der Wissenschaftsstadt Darmstadt

Als ein Standort der ESA ist Darmstadt ein optimaler Veranstaltungsort für den wissenschaftlich-technischen Kongress. Das in Darmstadt ansässige ESOC (European Space Operations Centre) ist das Kontrollzentrum der ESA und wird als „Europas Tor zum Weltraum“ bezeichnet. Seit 1967 ist es für den Betrieb sämtlicher ESA-Satelliten und für das dazu notwendige weltweite Netz der Bodenstationen verantwortlich. In Darmstadt haben zudem eine Technische Universität, zwei Fachhochschulen und zahlreiche öffentliche und private Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen ihren Sitz. Seit 1997 ist Darmstadt offizielle Wissenschaftsstadt des Landes Hessen.

Mehr Informationen zum Programm und der Registrierung gibt es unter dlrk2019.dglr.de

Die DGLR – Informieren, Vernetzen, Fördern

Die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt – Lilienthal-Oberth e.V. (DGLR) ist die älteste Institution in der Bundesrepublik Deutschland, die allen, die sich privat oder beruflich mit Luft- und Raumfahrt beschäftigen, ein gemeinsames Forum bietet. Hier vernetzt sich das Wissen der Luft- und Raumfahrt, aktuelle Projekte und Entwicklungen werden vorgestellt und gute Ideen gefördert und honoriert.

Kontakt
Alisa Griebler
Kommunikation | Pressesprecherin
Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR)
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