DGLR-News Meldung

25.08.2021 - Rubrik: Wirtschaft/Technik

Was­ser­stoff-Flug­zeug Hy­Ze­ro ist Ge­win­ner der NA­SA/DLR De­sign Chal­len­ge

Mit dem Entwurf HyZero gewinnt das Team der RWTH Aachen im deutschen Teil der diesjährigen NASA/DLR Design Challenge. Diesmal widmete sich der Studierendenwettbewerb der Entwicklung eines Wasserstoff-Flugzeugs vor dem Hintergrund der Wasserstoffstrategie der Bundesregierung und des „Green Deals“ in der EU. Bereits zum fünften Mal forderte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gemeinsam mit der amerikanischen Luft- und Raumfahrtbehörde NASA Studierende technischer Universitäten in Deutschland und den USA zu dem Ideenwettbewerb heraus. Mit der NASA/DLR Design Challenge fördern zwei der bedeutendsten Luftfahrtforschungseinrichtungen der Welt den grenzüberschreitenden Austausch der Studierenden.

Bild: RWTH Aachen/HyZero

„Mit dem diesjährigen IPCC-Bericht zum Stand des Klimawandels haben wir vor Augen geführt bekommen, wie wichtig es ist zu handeln“, sagt Prof. Anke Kaysser-Pyzalla, die Vorstandsvorsitzende des DLR. „Die Studierenden im Wettbewerb haben beachtliche Impulse gesetzt, wie der klimaneutrale Luftverkehr von morgen aussehen kann und wie vielseitig sich zum Beispiel Wasserstoff dafür einsetzen lässt.“

In der diesjährigen Design Challenge sollten die Studierenden ein Kurz- und Mittelstreckenflugzeug für 150 Passagiere entwerfen, dass bis 2035 einsatzbereit sein könnte. Dabei waren Szenarien für eine 600 und eine 2.000 Kilometer weite Flugstrecke zu berücksichtigen für die anhand des Flugzeugentwurfs eine Gesamtenergiebilanz zu erstellen war. Den Siegern der RWTH Aachen gelang dies besonders gut. In ihrem Entwurf HyZero kombinierten sie einen Auftrieb erzeugenden Doppelrumpf mit verformbaren ultraglatten Laminar-Flügeln. Ein hybrider Antriebsstrang ermöglicht die Direktverbrennung von Wasserstoff ebenso wie die Stromgewinnung über Brennstoffzellen. Ein Wasserstofftank im Heck stellt den nachhaltig gewonnenen Brennstoff bereit. Ein zusätzliches Triebwerk am Heck nutzt den Grenzschicht-Effekt für einen besonders effizienten Antrieb. Insgesamt benötigt dieses Flugzeug rund 40 Prozent weniger Energie als von einem vergleichbaren konventionell angetriebenen Referenzflugzeug im Jahr 2035 zu erwarten wäre. An diesem Entwurf zeigt sich, dass die Zukunft der klimaneutralen Luftfahrt bei Flugzeugen liegt, die besonders wenig Energie verbrauchen, die zudem aus regenerativen Quellen bereitgestellt wird.

Sofern es wieder möglich ist, präsentieren die deutschen Gewinner bei einer gemeinsamen Veranstaltung mit der amerikanischen Luft- und Raumfahrtbehörde NASA ihre Arbeit neben den amerikanischen Siegern des Wettbewerbs. Zudem erhalten die prämierten Teams die Möglichkeit, auf dem Deutschen Luft- und Raumfahrtkongress vorzutragen.

Das DLR und die NASA arbeiten seit langem eng zusammen. In der Luftfahrtforschung engagieren sich beide Partner besonders bei gemeinsamen Forschungsprojekten in den Bereichen Luftverkehrsmanagement, lärmarmes und klimaschonendes Fliegen. Ein Beispiel sind gemeinsame Testflüge in Deutschland zur Untersuchung der Emissionen nahhaltiger Luftfahrt-Kraftstoffe mit richtungsweisenden Ergebnissen.

An der NASA/DLR Design Challenge haben sich 2021 auf deutscher Seite 30 Studierende aus fünf Hochschulen beteiligt, darunter die RWTH Aachen, TU Dresden, TU Hamburg, TU Berlin sowie die Universität Stuttgart. Auf amerikanischer Seite gibt es ebenfalls eine zweistellige Anzahl Teilnehmer verschiedener Hochschulen. Auf beiden Seiten wird jeweils ein Siegerteam gekürt.

Quelle: https://www.dlr.de/content/de/artikel/news/2021/03/20210825_wasserstofflugzeug-hyzero-ist-gewinner-der-nasa-dlr-design-challenge.html