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04.10.2018 - Rubrik: Politik/Gesellschaft, DGLR-Presseservice

OHB-Entwicklungsteam für die europäischen Galileo-Satelliten erhält die Wernher-von-Braun-Ehrung

Das Satellitennavigationssystem Galileo ist eines der größten Projekte der europäischen Raumfahrt der letzten Jahre. 26 Satelliten sind im Orbit und zwölf weitere sind bereits beauftragt. Am 3. Oktober 2018 wurde das Galileo-Entwicklungsteam der OHB Systems AG für seine herausragende Leistung in der Konzeption und Realisierung des Systems mit der Wernher-von-Braun-Ehrung ausgezeichnet. Die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR) verleiht die Auszeichnung für hervorragende Verdienste eines Teams um die Entwicklung der Raumfahrt.

Bild: DGLR

„Das OHB-Team hat mit dem Auftrag für die Galileo-Satelliten schon 2010 einen ersten erfolgreichen Schritt im ‚New Space‘ getan“, sagte DGLR-Präsident Prof. Rolf Henke, der die Ehrung im Rahmen des 69. International Aeronautical Congress (IAC) in Bremen übergab. „Mit einem guten Angebot für die hochwertigen Satelliten konnten sie sich in der Bewerbungsphase gegen viele weitere, sehr starke Bewerber durchsetzen. Die große Herausforderung bestand darin, eine Serienfertigung zu entwickeln, die den Bau von einem Satelliten im Schnitt alle sechs Wochen ermöglicht. Wie gut das funktioniert, hat OHB seitdem eindrucksvoll bewiesen.“

Das globale Satellitennavigationssystem Galileo ist ein Projekt der Europäischen Weltraumorganisation ESA im Auftrag der Europäischen Kommission. Es besteht aus 24 Satelliten auf drei Ebenen sowie einigen betriebsbereiten Zusatzsatelliten. Als zivile Lösung bietet es eine Alternative zu dem amerikanischen GPS- und dem russischen GLONASS-System, die durch das Militär eingeschränkt werden können. Das Galileo-System ermöglicht eine Echtzeitortung mit einer Genauigkeit im Meterbereich, die bislang kein öffentliches System liefert. Seit dem 15. Dezember 2016 sind die Dienste bereits für die Allgemeinheit verfügbar.

Jeder Galileo-Satellit hat drei verschiedene Nutzlast-Komponenten an Bord: vier hochpräzise Atomuhren, eine Signalerzeugungs-Einheit und eine Übermittlungs-Einheit. In der Regel liefert eine Wasserstoff-Maser-Uhr die Uhrzeit, während die anderen als Back-up dienen. Die Zeit ist für die präzise Navigation sehr wichtig.

Die OHB System AG ist für das Satellitenkonzept, die Satellitenplattform, die Satellitenintegration und deren Verifikation zuständig. 2003 hatten sich die ESA-Mitgliedstaaten über die Finanzierung geeinigt, 2007 wurde das Projekt neu ausgeschrieben (EADS-Astrium baute die ersten Satelliten) und 2010 erhielt OHB den Auftrag. Die ersten beiden von OHB erbauten Satelliten starteten am 22. August 2014. Inzwischen sind 22 OHB-Galileo-Satelliten im Orbit.

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