DGLR-News Meldung

15.04.2021 - Rubrik: Wirtschaft/Technik

Millionen Satellitenbilder erweitern Google Earth

Eine der umfassendsten Dokumentation der Veränderungen auf der Erde ist nun der Öffentlichkeit zugänglich. In enger Zusammenarbeit zwischen Google Earth, ESA, der Europäischen Kommission, der NASA und der amerikanischen Behörde US Geological Survey wurden 24 Millionen Satellitenbilder aus den letzten 37 Jahren in eine neue Ebene von Google Earth eingebettet – so ist eine neue Ansicht unseres Heimatplaneten entstanden, mit der man Veränderungen im Zeitraffer nachverfolgen kann.

Bild: ESA/ATG medialab

Dieses Update von Google Earth war das umfassendste seit 2017 und ermöglicht es den Nutzerinnen und Nutzern nun, die Erde in einer völlig neuen Dimension – nämlich der Zeit – zu entdecken. Diese neue Ansicht unseres Planeten steht nun in Timelapse zur Verfügung und nimmt die Nutzerinnen und Nutzer mit auf eine fast 40-jährige Weltreise durch die Vergangenheit. Das Update zeigt, wie drastisch sich die Erde verändert, zum Beispiel, wie sich der Klimawandel und bestimmtes menschliches Verhalten auswirken.

Die Benutzer*innen können jeden Winkel der Welt erforschen. Sie können die sich ständig verändernden Küstenlinien betrachten oder miterleben, wie Megastädte wachsen, wie Wälder abgeholzt werden und vieles mehr. Google Earth bietet für jeden Themenbereich eine geführte Tour an; so kann man besser verstehen, welche Veränderungen auf unserem Planeten stattfinden und wie die Menschen diese erleben.

Rebecca Moore, Direktorin von Google Earth sagte: „Diese Aktualisierung wurde dank Open Data möglich, die vom Copernicus-Programm der Europäischen Union und seinen Sentinel-Satelliten sowie dem Landsat-Programm von NASA und der US Geological Survey bereitgestellt wurden. Die hochauflösende Bildgebungsmission Copernicus Sentinel-2 war ein wesentlicher Bestandteil bei der Entwicklung der neuen Zeitrafferfunktion von Google Earth und der einzigartigen globalen Ansicht, die wir den Menschen jetzt überall bieten."

Maurice Borgeaud, Leiter der Abteilung Anwendungen & Klima des ESA-Erdbeobachtungsprogramms sagt hierzu: „Die Nutzung der Sentinel-Satellitendaten im Rahmen des Copernicus-Programms erlaubt es Millionen von Menschen, Veränderungen auf der Erde nachzuverfolgen. Aber die Flotte europäischer Satelliten kann noch viel mehr! Mit ihren Daten können wir nämlich auch sämtliche Aspekte der Veränderungen auf der Erde analysieren, ganz gleich, ob diese einen natürlichen Ursprung haben oder menschengemacht sind. Außerdem können wir bestimmen, wie sie sich auf das Klima auswirken.“

Die Flotte der Sentinel-Satelliten gehört der EU und wurde entwickelt, um die umfassenden Daten und Bilder zu liefern, die für das EU-Umweltprogramm Copernicus benötigt werden. Für die Verbesserung von Timelapse und seiner Funktionalität wurden vor allem Daten der Copernicus-Mission Sentinel-2 genutzt. Diese liefert hochauflösende Bilder, vorrangig für die Landüberwachung.

Die Mission Copernicus Sentinel-2 umfasst eine Konstellation aus zwei identischen Satelliten, die in derselben Polarbahn unterwegs sind, und zwar in einer Entfernung von 180°, damit eine optimale Abdeckung und Datenlieferung erfolgt. Die Kombination aus hochauflösenden, neuartigen Spektralkapazitäten, einem Sichtfeld von 290 Kilometern und regelmäßigen Überflugzeiten ermöglichen nie dagewesene Aufnahmen der Erde, und zwar alle fünf Tage und mit einer räumlichen Auflösung von 10 Metern.

Die Entwicklung der neuen Timelapse-Funktion war zeitaufwändig und beinhaltet das sogenannte „Pixel-Crunching“ im Earth Engine - einer Google-Analyseplattform für raumbezogene Daten. Die animierten Timelapse-Bilder in Google Earth sind aus über 20 Millionen Satellitenbildern, aufgenommen zwischen 1984 und 2020, entstanden. Insgesamt brauchten Tausende von Maschinen in der Google Cloud mehr als zwei Millionen Stunden lang, um 20 Petabyte Satellitenbilder in ein einziges 4,4 Terapixel großes Videomosaik zu verarbeiten.

In Timelapse können die Nutzerinnen und Nutzer einen beliebigen Ort im Suchfeld eingeben und sich seine Veränderung im Zeitraffer ansehen. Google Earth wird für das nächste Jahrzehnt jährlich mit Timelapse-Daten ergänzt, denn immer mehr Satellitenbilder werden verfügbar sein.

Quelle: http://www.esa.int/Space_in_Member_States/Germany/Millionen_Satellitenbilder_erweitern_Google_Earth