DGLR-News Meldung

23.04.2020 - Rubrik: Wirtschaft/Technik

Jupiter-Sonde JUICE geht in die letzte Integrationsphase

JUICE, die ESA-Mission zur Erkundung des Jupiter und seiner Eismonde, hat den nächsten Meilenstein erreicht: Bei ihrer irdischen „Reise“ duch verschiedene europäische Airbus-Standorte, ist die Raumsonde nun zur endgültigen Integration im Airbus-Satellitenzentrum Friedrichshafen eingetroffen. Dort wird sie bis Ende 2020 mit allen noch ausstehenden Komponenten ausgerüstet und verkabelt: Elektronik, Bordcomputer, Kommunikationssysteme, Navigationssensoren, Wärmeisolierung und wissenschaftliche Instrumente. Nächster Halt ist dann Noordwijk in den Niederlanden, Sitz des ESA-Raumfahrttestzentrums ESTEC. Dort muss die Sonde ihre Umwelttestkampagne durchlaufen um zu beweisen, dass sie für ihre Reise über Venus und Mars zum Jupiter und ihre Mission im Jupiter-System bereit ist.

Bild: Airbus

Die 5,2 Tonnen schwere Raumsonde JUICE wird im Mai 2022 zu ihrer knapp 600 Millionen Kilometer langen Reise zum Jupiter aufbrechen, wo sie planmäßig im Oktober 2029 ankommen soll. Die Sonde wird mit 10 hochmodernen Instrumenten ausgestattet sein, darunter Kameras, Spektrometer, ein eisdurchdringendes Radar, ein Höhenmesser, Radio-Science-Experimente und Sensoren zur Beobachtung der Magnetfelder und geladenen Partikel des Jupitersystems. JUICE wird auf ihrer einzigartigen Reise durch das Jupitersystem drei Monde ausführlich erkunden, unter deren Oberfläche extraterrestrische Ozeane vermutet werden: Ganymed, Europa und Kallisto.

In den vergangenen Monaten wurde das chemische Antriebssystem am deutschen ArianeGroup-Standort Lampoldshausen in die von Airbus in Madrid gebaute JUICE-Struktur eingebaut. Spezialisten von ArianeGroup haben das von ihnen entwickelte und hergestellte Antriebssystem, das zwei Titan-Treibstofftanks, den 400-Newton-Hauptmotor, der für das Einschwenken in die Jupiter-Umlaufbahn verwendet werden soll, und weitere 20 kleine Triebwerke umfasst, in die Satellitenstruktur integriert. Nach einem nächtlichen Spezialtransport traf die schwere und übergroße Ladung sicher am Integrationszentrum in Friedrichshafen ein. Damit auch in Corona-Zeiten eine pünktliche Fertigstellung gewährleistet ist, werden dort bis zu 60 Ingenieure in zwei Schichten arbeiten.

Parallel dazu wurde im Satellitenintegrationszentrum von Airbus in Toulouse ein 1:1 Engineering-Modell von JUICE gebaut, um Software in vollem Umfang zu testen, bevor diese dann in Friedrichshafen in das Flugmodell integriert werden kann. JUICE wird mehr als drei Jahre im Jupiter-System verbringen und Daten über die Bedingungen sammeln, die zur Planetenentstehung und zur Entstehung von Leben führen können. JUICE wird neun Monate damit verbringen, den eisigen Mond Ganymed zu umkreisen und seine Entwicklung und Beschaffenheit sowie seine potenzielle Bewohnbarkeit zu analysieren.

Als Hauptauftragnehmer leitet Airbus ein Konsortium aus mehr als 80 Unternehmen aus ganz Europa.

Quelle: Airbus