DGLR-News Meldung

28.01.2019 - Rubrik: Wirtschaft/Technik

Erfolgreiche zweite Testzündung des P120C-Feststofftriebwerks für die Ariane 6 und Vega-C

Das P120C wurde am 28. Januar zum zweiten Mal erfolgreich auf dem BEAP-Prüfstand für Feststofftriebwerke am Europäischen Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guyana, getestet. Durchgeführt wurde der Test von der französischen Raumfahrtbehörde CNES. Dieser erfolgreiche zweite Test des P120C ist ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung der künftigen europäischen Trägerraketen Ariane 6 und Vega-C.

Bild: ESA/CNES

Die Kampagne zum ersten Start von Vega-C wird noch in diesem Jahr beginnen, Ariane 6 startet 2020 zum ersten Mal. Das von Grund auf neu entwickelte Feststofftriebwerk P120C ist ein Aushängeschild der Programme, es hat alle Entwicklungsmeilensteine tadellos passiert. Die erste Testzündung fand am 16. Juli 2018 am selben BEAP-Prüfstand statt.

Das P120C, das gemeinsam von der ArianeGroup und Avio im Auftrag ihres 50/50-Joint Ventures Europropulsion entwickelt wurde, ist das größte monolithische Kohlefaser-SRM. Es stellt die erfolgreiche Zusammenarbeit von Avio und ArianeGroup unter Beweis und ist ein Beispiel der Stärke des „Team Europa“ in der Raumfahrt, gebildet aus Industrie, nationalen Agenturen und ESA. Die ESA leitet das Programm zur Entwicklung der Ariane 6 und Vega-C.

Eine weitere Testzündung ist zur Qualifizierung des Motors vor der Erstflug von Ariane 6 geplant.

Die Produktion von Feststoff-Boostern erfordert hohe Investitionen. Das P120C ist ein perfektes Beispiel für Rationalisierung, da es sowohl bei der Ariane 6 (in beiden Boostern der Ariane 62 und den vier Boostern der Ariane 64) als auch bei der ersten Stufe von Vega-C zum Einsatz kommen soll. Industrielle Infrastrukturen in Europa und Französisch-Guyana können so optimal genutzt und die Ziele des Ariane 6- und Vega-C-Programms erreicht werden: Kostenoptimierung, kürzere Durchlaufzeiten durch vereinfachtes Design und die Anwendung innovativer Technologien und Verfahren.

Das P120C besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen. Das erste Teil ist das von Avio gefertigte Triebwerksgehäuse aus Kohlefaser (fasergewickelt, automatisiertes Lay-up der Epoxy-Prepregs). Das zweite Teil ist die Düse. Sie wird von der ArianeGroup aus verschiedenen Verbundwerkstoffen, darunter Kohlenstoff-Verbundwerkstoff, gefertigt. Durch die Düse werden bei sehr hoher Geschwindigkeit extrem heiße (3.000°C), im Triebwerk entstandene Gase ausgestoßen. Dadurch entsteht durch Umwandlung der Verbrennungsgase in kinetische Energie  - der Schub. Die Düse ist auch verstellbar und ermöglicht so die Steuerung der Trägerrakete.

Quelle: https://www.ariane.group/de/neuigkeiten/erfolgreiche-zweite-testzuendung-p120c-feststofftriebwerks-fuer-die-ariane-6-und-vega-c/