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02.02.2021 - Rubrik: Wirtschaft/Technik

Drei weitere Servicemodule für Artemis werden in Europa gebaut

Die ESA hat mit Airbus einen weiteren Vertrag über den Bau von drei zusätzlichen europäischen Servicemodulen für Orion unterzeichnet. Orion ist das Raumfahrzeug der NASA, das im Rahmen des Artemis-Programms Astronautinnen und Astronauten zum Mond und zum Lunar Gateway fliegen wird.

Bild: NASA/ESA/ATG Medialab

Mit diesen europäischen Servicemodulen - zusätzlich zu den drei bereits in Produktion befindlichen - stellt die ESA sicher, dass das Artemis-Programm der NASA weiterhin in internationaler Partnerschaft eine nachhaltige Präsenz auf und um den Mond entwickelt. Die drei Module werden in Bremen, Deutschland, integriert, wobei Komponenten und Hardware von Unternehmen aus zehn europäischen Ländern gebaut und geliefert werden.

Das europäische Servicemodul wird dazu dienen, Astronautinnen und Astronauten zum Mond zu fliegen. Als „Zugpferd“ des Orion-Raumschiffs liefert es den Antrieb und die Verbrauchsgüter, die die Besatzung zum Überleben braucht.

David Parker, ESA-Direktor für Astronautische und Robotische Exploration, sagte: "Mit diesem Vertrag verdoppelt Europa sein Engagement für die Lieferung der lebenswichtigen Hardware, um die Menschheit mit Orion zum Mond zu schicken. Zusammen mit den Elementen, die wir für das Lunar Gateway bauen, garantieren wir Plätze für ESA-Astronautinnen und -Astronauten zur Erforschung unseres Sonnensystems und sichern Arbeitsplätze und technologisches Know-how für Europa."

"Europa ist in ein neues Jahrzehnt der Forschung eingetreten. Der Bau von sechs europäischen Orion-Service-Modulen ist ein einzigartiges Unternehmen. Bei Airbus arbeiten einige der weltbesten Köpfe in der Weltraumforschung an diesem phänomenalen Fahrzeug, und diese neue Vereinbarung wird viele künftige Mondmissionen durch internationale Partnerschaften erleichtern", sagte Andreas Hammer, Leiter Space Exploration bei Airbus. "Europa ist ein starker und zuverlässiger Partner bei den Artemis-Missionen der NASA, und das europäische Servicemodul Orion leistet dazu einen entscheidenden Beitrag."

Die europäischen Servicemodule haben die Form von Zylindern mit einem Durchmesser und einer Höhe von vier Metern. Sie verfügen über vier Solarpaneele, die im entfalteten Zustand einen Durchmesser von 19 Metern haben und genug Energie für zwei Haushalte erzeugen könnten. Die 8,6 Tonnen Treibstoff des Servicemoduls werden für ein Haupttriebwerk und 32 kleinere Schubdüsen genutzt. Außerdem versorgt das Modul die Besatzung mit zentralen Lebenserhaltungselementen wie Wasser und Sauerstoff und regelt die Thermalkontrolle während es am Besatzungsmodul angedockt ist.

Artemis I, der erste unbemannte Orion-Testflug mit einem europäischen Servicemodul, wird im Kennedy Space Center der NASA in Florida, USA, betankt, um den Flug später in diesem Jahr vorzubereiten. Die Integration des europäischen Servicemoduls der nächsten Mission, Artemis II, die die ersten Astronautinnen und Astronauten um den Mond und zurück zur Erde bringen wird, wird gerade in Bremen finalisiert. Im Rahmen der Artemis III-Mission der NASA werden die erste Frau und der nächste Mann auf dem Mond landen.

Die heute angekündigten Module sollen für die Missionen Artemis IV bis VI eingesetzt werden. Die ersten beiden dieser drei Module des Vertrages sind der europäische Beitrag zum internationalen Lunar Gateway.

Quelle: https://www.esa.int/Space_in_Member_States/Germany/Drei_weitere_Servicemodule_fuer_Artemis_werden_in_Europa_gebaut