DGLR-News Meldung

24.08.2020 - Rubrik: DGLR-Presseservice, Politik/Gesellschaft

DLRK 2020: Neue Ideen und Chancen für eine erfolgreiche Zukunft der Raumfahrt

Das Raumfahrtjahr 2020 brachte schon viele Highlights: Der Komet Neowise lockte Beobachter zu einem faszinierenden Blick in den Sternenhimmel, die Raumsonde Solar Orbiter lieferte erste beeindruckende Bilder von ihrer Mission zur Erforschung der Sonne und das US-Unternehmen SpaceX schrieb Raumfahrtgeschichte, als es als erstes Privatunternehmen Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS und zurück zur Erde brachte. Doch die Corona-Pandemie machte auch vor der Raumfahrtbranche nicht halt: Produktionsabläufe mussten unterbrochen werden und an Europas Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana waren zwischenzeitlich alle Startvorbereitungen ausgesetzt. Aber in der Pandemie zeigt sich auch die Unverzichtbarkeit der Raumfahrt bei Erdbeobachtung, Kommunikation und Navigation für einen neuen Alltag. Was bringt die Zukunft für die Raumfahrt und welche Rolle spielt dabei Europa? Diese und weitere Fragen diskutieren die Teilnehmer des 69. Deutschen Luft- und Raumfahrtkongresses (DLRK), der in diesem Jahr vom 1. bis 3. September 2020 erstmals als Online-Videokonferenz stattfindet.

Bild: Institut für Raumfahrtsysteme/TU Braunschweig

Das Zeitalter des NewSpace, in dem private Anbieter die kommerzielle Nutzung des Weltraums vorantreiben, scheint vor allem in den USA stattzufinden. Doch wie steht es um den NewSpace in Deutschland? Was geschieht aktuell in der deutschen Raumfahrt und welchen Herausforderungen stehen deutsche Start-ups gegenüber? Ist Deutschland überhaupt noch wettbewerbsfähig? Das sind einige der Fragen, die Kai Höfner, Geschäftsführer des Niedersächsischen Forschungszentrums für Luftfahrt (NFL) und CEO von GAIA Aerospace, mit Vertretern der deutschen NewSpace-Community in der Diskussionsrunde „NewSpace in Deutschland – Hoffnungsträger oder verpasste Chance?“ beim Online-DLRK diskutiert.

Megakonstellationen für weltweit schnelles Internet

Das Privatunternehmen SpaceX sorgt nicht nur mit seinen Flügen zur ISS für Aufmerksamkeit. Mit dem Starlink-Projekt möchte das Unternehmen von Gründer Elon Musk ein weltumspannendes Netzwerk aus tausenden Satelliten für die kommerzielle Internetübertragung aufbauen. Doch durch den Aufbau solcher Megakonstellationen steigt auch die Anzahl der Objekte auf niedrigen Erdumlaufbahnen – und damit auch das Kollisionsrisiko. Wie dieses möglichst gering gehalten werden kann, erklärt Dr. Carsten Wiedemann von der Technischen Universität Braunschweig in seinem Plenarvortrag beim Online-Kongress.

Der Betrieb dieser Megakonstellationen hängt von möglichst wirtschaftlichen Satellitenkosten ab. Im Projekt IRAS (Integrated Digital Research Platform for Affordable Satellites) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) entsteht deshalb eine Forschungsplattform für kostengünstige Satelliten. Hier wird an innovativen Entwicklungen geforscht, die zum Beispiel Gewicht und Volumen von Satelliten reduzieren sollen. In einer Sitzung zu Raumfahrttechnologien erfahren die Teilnehmer des Online-DLRK mehr zu den innovationsfördernden Prozessen aus dem IRAS-Projekt.

Gibt es Leben auf dem Mars?


Ein weiterer Höhepunkt des Raumfahrtjahres 2020 sind drei Missionen, die im Juli kurz nacheinander zum Mars gestartet sind. Sie verfolgen zwar im Detail unterschiedliche Ziele, doch eine Frage stellen sie sich alle: Gibt es Leben auf dem Mars? Dabei beginnt die Suche nach extraterrestrischem Leben bereits auf der Erde. Eine Vielzahl von Organismen lebt hier in Gegenden, die aus menschlicher Sicht extrem sind. Die Isolation und Charakterisierung solcher „Extremophile“ dient zur Abschätzung der Bewohnbarkeit von Planeten und Monden. Dr. Petra Rettberg vom DLR erklärt in ihrem Plenarvortrag beim Online-DLRK, was wir von der Erde für die Suche nach außerirdischem Leben lernen können.

Der DLRK bietet jedes Jahr auch dem wissenschaftlichen Nachwuchs die Möglichkeit, seine Projekte zu präsentieren und sich zu vernetzen. So gibt zum Beispiel die DGLR-Nachwuchsgruppe AQUARIUS von der Technischen Universität Berlin einen Überblick über ihre aktuellen Arbeiten an der zweistufigen Höhenforschungsrakete DECAN. Auch beim Online-Kongress werden wieder die Nachwuchspreise für hervorragende Bachelor-, Diplom- und Masterarbeiten sowie Dissertationen auf den Gebieten Luftfahrt und Raumfahrt vergeben. Die Preisträger stellen ihre Arbeiten und Projekte beim DLRK vor. 

Insgesamt beschäftigen sich mehr als 20 Sitzungen mit den Themen der Raumfahrt, darunter Diskussionen zur internationalen Weltraumpolitik, Satellitenkommunikation, Raumfahrttechnik sowie zu Werkstoffen und Bauweisen.

Hinweis für Pressevertreter/innen

Wir laden Sie herzlich ein, am Online-DLRK teilzunehmen. Bitte akkreditieren Sie sich dafür bis zum 28. August 2020 mit einer E-Mail an caroline.latz(at)dglr.de. Sollten Sie Wünsche für Interviews zu bestimmten Themen haben, melden Sie sich gerne bei uns.

Mehr Informationen zum Online-Kongress sowie das aktuelle Programm finden Sie unter dlrk2020.dglr.de.

Die DGLR – Informieren, Vernetzen, Fördern

Die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt – Lilienthal-Oberth e.V. (DGLR) ist die älteste Institution in der Bundesrepublik Deutschland, die allen, die sich privat oder beruflich mit Luft- und Raumfahrt beschäftigen, ein gemeinsames Forum bietet. Hier vernetzt sich das Wissen der Luft- und Raumfahrt, aktuelle Projekte und Entwicklungen werden vorgestellt und gute Ideen gefördert und honoriert.

Kontakt

Caroline Latz
Kommunikationsmanagerin | stellv. Pressesprecherin
Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR)
Godesberger Allee 70
53175 Bonn
Tel.: +49 228 30805-18
E-Mail: caroline.latz(at)dglr.de