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19.08.2020 - Rubrik: DGLR-Presseservice, Politik/Gesellschaft

DLRK 2020: Mit neuen Technologien zur Luftfahrt der Zukunft

Die Corona-Pandemie stellt die Luftfahrt in diesem Jahr vor große Herausforderungen und wird sie nachhaltig verändern. Die Krise könnte jedoch auch die Gelegenheit bieten, neue Ansätze und Technologien schneller in bestehende Luftfahrtsysteme zu integrieren. Wie das gelingen kann und welche innovativen Konzepte Fortschritt versprechen, diskutieren die Teilnehmer des 69. Deutschen Luft- und Raumfahrtkongresses (DLRK) vom 1. bis 3. September 2020. Aufgrund der bestehenden Abstands- und Hygieneregeln findet das größte wissenschaftlich-technische Networking-Event der deutschen Luft- und Raumfahrtbranche in diesem Jahr erstmals als Online-Videokonferenz statt.

Bild: DLR (CC-BY 3.0)

In verschiedenen Bereichen des täglichen Lebens spielt die Digitalisierung eine wichtige Rolle im Umgang mit der Corona-Pandemie. Sie erleichtert die Kommunikation und inspiriert neue und verbesserte Arbeitsweisen. Auch in der Luft- und Raumfahrt revolutionieren digitale Anwendungen bekannte Strukturen und Herangehensweisen. In der Entwicklung von modernen und leichteren Werkstoffen und Bauweisen helfen sie zum Beispiel dabei, Flugzeuge in Zukunft noch effizienter und leistungsfähiger zu machen. Über die digitale Revolution in Materialforschung und Strukturtechnologie berichtet Prof. Heinz Voggenreiter, Direktor der Institute für Werkstoff-Forschung und für Bauweisen und Strukturtechnologie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), in seinem Eröffnungsvortrag beim Online-DLRK. Er erklärt darin, warum die enorme Leistungssteigerung der Simulation durch Quantencomputer, das Maschinenlernen und Plattformtechnologien die digitale Entwicklung von Materialien vom Atom bis hin zur Mikrostruktursimulation in den kommenden Jahren völlig verändern werden.

Bemannte und unbemannte Luftfahrtsysteme

Auch in der Luftfahrtindustrie erhofft man sich neue Perspektiven durch die Weiterentwicklung von Technologien. Damit sollen zum Beispiel der Ablauf und die Durchführung der Missionsplanung für das deutsch-französisch-spanische Programm Future Combat Air System (FCAS) verbessert werden. Das Waffensystem der nächsten Generation wird bereits existierende und zukünftige bemannte und unbemannte Komponenten in einem interoperablen Verbund vereinen. In seinem Plenarvortrag erläutert Thomas Grohs, FCAS-Chefingenieur bei Airbus Defence and Space, welche Chancen das System für die deutsche Luftfahrtindustrie und -forschung bietet.

Mit unbemannten Luftfahrtsystemen beschäftigt sich auch der diesjährige „Dialogtag Luftfahrt“, der schon seit 2014 im Rahmen des DLRK stattfindet. Hier treffen sich Ingenieure und Piloten, um Erfahrungen auszutauschen und Konzepte aus ihrer jeweiligen Perspektive zu diskutieren. Ziel ist es, die unterschiedlichen Sichtweisen und Erfahrungen zu verknüpfen, sodass angepasste technische Systeme entstehen, mit denen bessere operationelle Ergebnisse erreicht werden können. Beim „Dialogtag UAV“ geht es unter anderem um die Integration von Drohnen in den Luftraum und die Frage, wie der Flugbetrieb außerhalb der Sichtweite des Piloten gelingt. Der „Dialogtag Verkehrsluftfahrt“ stellt in diesem Jahr die zunehmende Automatisierung im Flugzeug in den Mittelpunkt.

Auf dem Weg zur Luftfahrt der Zukunft

Wenn es um die Luftfahrt der Zukunft geht, denken viele Menschen an Flugtaxis, die schon bald den Verkehr in den Ballungsgebieten revolutionieren könnten. Das ist auch das Ziel des Aachener Start-ups e.SAT, das beim Online-DLRK seine Lösung für den regionalen Lufttransport vorstellt. Das Silent Air Taxi verspricht mit seinem elektro-hybriden Antrieb und speziellen Design emissionsarm und besonders leise zu sein. 2024 soll das Aachener Flugtaxi in den Betrieb gehen.

Viele weitere Sitzungen stehen im Zeichen neuer Entwicklungen für die Luftfahrt der Zukunft. So wird zum Beispiel der Entwurf eines neuartigen Batteriekonzepts für hybrid- und rein-elektrische Flugprofile vorgestellt. Zu den neu entwickelten Technologien im DLR-Projekt KonTeKst (Konfigurationen und Technologien für das emissions- und lärmarme Kurzstreckenflugzeug) gehören hingegen Schallabschirmungskonzepte sowie Verfahren zur Quelllärmreduktion an Triebwerk und Flugzeug. Insgesamt behandeln mehr als 50 Sitzungen beim Online-DLRK 2020 die verschiedensten Themen aus der Luftfahrt.
 
Hinweis für Pressevertreter/innen

Wir laden Sie herzlich ein, am Online-DLRK teilzunehmen. Bitte akkreditieren Sie sich dafür bis zum 28. August 2020 mit einer E-Mail an caroline.latz(at)dglr.de. Sollten Sie Wünsche für Interviews zu bestimmten Themen haben, melden Sie sich gerne bei uns.

Mehr Informationen zum Online-Kongress sowie das aktuelle Programm finden Sie unter dlrk2020.dglr.de.

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Die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt – Lilienthal-Oberth e.V. (DGLR) ist die älteste Institution in der Bundesrepublik Deutschland, die allen, die sich privat oder beruflich mit Luft- und Raumfahrt beschäftigen, ein gemeinsames Forum bietet. Hier vernetzt sich das Wissen der Luft- und Raumfahrt, aktuelle Projekte und Entwicklungen werden vorgestellt und gute Ideen gefördert und honoriert.

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