DGLR-News Meldung

06.06.2018 - Rubrik: Wirtschaft/Technik, DGLR-Presseservice

DGLR wünscht Ehrenmitglied Alexander Gerst eine erfolgreiche Mission

Es ist bereits sein zweiter Flug zur Internationalen Raumstation ISS: Heute, um 13:12 Uhr mitteleuropäischer Zeit, ist der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst gemeinsam mit seinen Kollegen Serena Auñón-Chancellor und Sergej Prokopjew an Bord einer Sojus-Rakete erfolgreich zu einem weiteren sechsmonatigen Forschungsaufenthalt in Schwerelosigkeit aufgebrochen. Die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR) wünscht Gerst viel Erfolg auf seiner Mission.

Bild: ESA

„Dass Alexander Gerst die Menschen inspirieren kann,  hat er schon bei seinem ersten Flug zur ISS gezeigt. Seine öffentliche Kommunikation ist ein zentrales Element für die Akzeptanz der Raumfahrt in der Gesellschaft und natürlich für die Sicherung unserer Zukunft“, sagt Prof. Rolf Henke, Präsident der DGLR.

„Seine Nachwuchsarbeit ermöglicht auch in den nächsten Generationen eine fortschrittliche Raumfahrtforschung. Aus diesem Grund haben wir ihm als Ehrenmitglied der DGLR ein Polo-Shirt und ein Mission-Badge auf seinem Flug mitgegeben, die wir nach der Mission an unseren wissenschaftlichen Nachwuchs weitergeben möchten. Wir wünschen ihm für seine ‚Horizons‘-Mission viel Erfolg und freuen uns schon auf seine regelmäßigen Updates.“

Schon während seiner ersten Mission im Jahr 2014 zeigte Alexander Gerst mit beeindruckenden Bildern die Schönheit und Verletzlichkeit unserer Erde. Auch wenn vielen insbesondere Gersts eindrucksvolle Bilder unseres „Blue Dot“ in Erinnerung geblieben sind, war die Mission in vielen weiteren Belangen ein großer Erfolg. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse wurden gewonnen und neue Anlagen in Betrieb genommen, wie der elektromagnetische Schmelzofen EML (Elektromagnetischer Levitator). In den sozialen Medien teilte „Astro_Alex“ seinen Alltag im Weltraum, regte zum Nachdenken an, inspirierte unzählige junge Menschen und begeisterte sie für Naturwissenschaft und Technik. Beides, die wissenschaftliche Forschung und die Kommunikation über die Sozialen Medien, wird Gerst auch bei dieser Mission weiterführen.

Während seiner „Horizons“-Mission übernimmt Alexander Gerst außerdem Ende August 2018 die Aufgabe des ISS-Kommandanten. Als Kommandant ist Gerst für die Crew an Bord der ISS verantwortlich, hilft etwaige Konflikte zu lösen und arbeitet intensiv mit dem Flugdirektor am Boden zusammen, um die Anweisungen der Bodenkontrolle in eine erfolgreiche Gesamtmission umzusetzen. Außerdem trägt er die Verantwortung für die Sicherheit und die Gesundheit der Crew und den Schutz der Geräte und Anlagen. Im Notfall entscheidet Gerst über Rettungsmaßnahmen bis hin zum Missionsabbruch und einer vorzeitigen Rückkehr zur Erde. Die Aufgabe ist eine große Ehre für Gerst. Nach dem Belgier Frank de Winne ist er erst der zweite Europäer, der als Kommandant die Raumstation leiten darf.

Wissenschaftlich warten bereits zahlreiche Experimente an Bord der ISS auf Gerst. Mit dabei ist zum Beispiel das Technologieexperiment CIMON (Crew Interactive MObile companioN). CIMON ist ein mobiles und autonomes Assistenzsystem mit Luftstrahlantrieb, das Gerst bei seinem Alltag auf der ISS unterstützen soll. Während des autonomen Betriebs kommt damit zum ersten Mal künstliche Intelligenz (KI) und relative Navigation zum Einsatz. Premiere auf der ISS hat auch FLUMIAS, ein hochauflösendes Fluoreszenzmikroskop, das live beobachtet, was sich in den Zellen von Pflanzen, Tieren und Menschen abspielt. Das Mikroskop zeigt gezielt bestimmte Strukturen und Zellbestandteile und untersucht, wie sie sich ohne Schwerkraft verändern. FLUMIAS ist ein Technologie-Demonstrator. In Zukunft soll es ein größeres Mikroskop mit Zentrifuge auf der ISS geben, mit dem die Schwerkraft an- und abgeschaltet werden kann. So lassen sich auf zellulärer Ebene Rätsel zur Wirkung der Schwerkraft etwa auf den Muskel- und Knochenstoffwechsel sowie auf das Immun- und Nervensystem lösen. Auch bei Krebszellen lässt sich so die Wirkung neuer Medikamente beobachten und studieren.

Alexander Gerst wird voraussichtlich Ende Oktober 2018 von seiner Mission zur Erde zurückkehren.

 

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