DGLR-News Meldung

07.01.2020 - Rubrik: Wirtschaft/Technik

Arianespace bereitet sich auf eine Rekordzahl von Starts vor

Arianespace verzeichnete im Jahr 2019 eine solide operative und geschäftliche Entwicklung: 24 Satelliten wurden mit neun Starts in die Umlaufbahn gebracht, und im Laufe des Jahres wurden 14 Verträge über Startdienstleistungen für insgesamt 44 Satelliten mit einer Masse von sechs Kilogramm bis zu fast sechs Tonnen unterzeichnet - ein Beweis für die Flexibilität des kommerziellen Angebots des Unternehmens.

Bild: ArianeGroup

Arianespace unterstrich seine führende Position im Markt für geostationäre Starts in der Umlaufbahn durch den Start von acht Satelliten im vergangenen Jahr gegenüber sechs Satelliten, die von allen Wettbewerbern in die Umlaufbahn gebracht wurden. Arianespace begrüßte die Schritte nach vorn der Mitgliedstaaten der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) auf der Space19+-Konferenz auf Ministerebene in Sevilla und kündigte außerdem den Startvertrag für die wissenschaftliche Mission Euclid an, die 14., die 2019 unterzeichnet wurde und die mit der Ariane 6 gestartet werden könnte. Mit der Flexibilität ihrer Produktpalette strebt Arianespace im Jahr 2020 neue Rekorde bei der Anzahl der durchzuführenden Starts und Satelliten sowie bei den ersten Missionen mit Vega C und Ariane 6 an.

Arianespace gibt die Ergebnisse für 2019 und die Ziele für 2020 bekannt

2019: Solide operative und kommerzielle Indikatoren
Das Startdienstleistungsunternehmen schloss 2019 mit soliden operativen und kommerziellen Indikatoren ab und unterzeichnete 14 Verträge mit 12 Kunden über den Start von 44 Satelliten; im Laufe des Jahres wurden 24 Satelliten im Orbit mit neun Starts gestartet: zwei für europäische Institutionen und sieben für kommerzielle Kunden. Der Auftragsbestand von Arianespace beläuft sich jetzt auf fast 4 Milliarden Euro für 54 Starts.

Das Unternehmen bestätigte seine Führungsposition auf dem noch immer zurückhaltenden Markt für geostationäre Kommunikationssatelliten, da es insgesamt acht Satelliten in eine geostationäre Transferbahn gebracht hat, und damit mehr als die Konkurrenz.

Im Jahr 2019 hat Arianespace auch die Flexibilität und Komplementarität seiner Trägerraketenfamilie - Ariane, Sojus und Vega - deutlich unter Beweis gestellt, indem sie eine vollständige Palette ihrer Nutzlastkapazitäten auf allen Orbits (geostationär mit Ariane, mittlere und niedrige Erdumlaufbahnen mit Sojus, sonnensynchron mit Vega) startete und gleichzeitig die operative Kapazität ihrer Teams bestätigte - einschließlich der Platzierung von 13 Satelliten in die Umlaufbahn im ersten Quartal 2019 und des Starts von sieben Satelliten mit den beiden letzten Missionen des Jahres.

Die ESA-Mitgliedstaaten für die neuen europäischen Trägerraketen mobilisiert

Im Laufe des Jahres hat Arianespace auch das Fundament gefestigt, auf dem der künftige Erfolg der europäischen Trägerraketen sichergestellt wird. Die Mobilisierung der ESA-Mitgliedstaaten zwischen der Ratssitzung der Agentur im April und der Space19+-Konferenz auf Ministerebene im November führte zu einem Auftrag an die ArianeGroup für die ersten 14 Ariane-6-Trägerraketen und zur Fertigstellung des Fahrplans für den Übergang von der aktuellen Trägergeneration zur kommenden Ariane 6 und Vega C. Darüber hinaus wurde Arianespace gemäß zwei spezifischen Vereinbarungen zum alleinigen Betreiber der Ariane 6 und Vega C ernannt, wobei das Unternehmen diese Verantwortung nach den Erstflügen dieser Trägerraketen (die für 2020 geplant sind) übernimmt.

Mit der heutigen Bekanntgabe des Vertrags für die wissenschaftliche Mission Euclid, die von der ESA zur Verbesserung des Verständnisses der Schwarzen Materie im Universum konzipiert wurde, wächst der Auftragsbestand der Ariane 6 weiter an. Euclid wird sowohl mit der Ariane 6 als auch mit Sojus kompatibel sein - wie auch die Mission JUICE zur Erforschung der Jupitermonde, die mit der Ariane 6 und der Ariane 5 kompatibel ist. Die ersten beiden Ariane-6-Missionen mit den Versionen Ariane 62 und Ariane 64 sind für die Betreiber OneWeb und ViaSat geplant, was bestätigt, dass die neue europäische Trägerrakete die sich ändernden Anforderungen des kommerziellen Startmarktes perfekt erfüllt.

2020: neue Rekorde in Sicht

Arianespace geht in das Jahr 2020 voll und ganz darauf vorbereitet, die neuesten kommerziellen Möglichkeiten für die Ariane 5 zu nutzen und die für März geplante Rückkehr von Vega zum Flugbetrieb zu erreichen. Außerdem strebt Arianespace drei neue Rekorde an:

  • Für die Anzahl der Starts im Laufe des Jahres, mit bis zu zwölf identifizierten Möglichkeiten vom Guiana Space Center in Französisch-Guayana, zusammen mit den ersten Flügen von Vega C und Ariane 6; acht weitere von den Kosmodromen in Baikonur und Vostochny. (von diesen beiden Kosmodromen aus könnte diese Startkadenz je nach Verfügbarkeit der Satelliten erhöht werden),
  • Für die Anzahl der auf Orbit gebrachten Satelliten - mehr als 300 - unter Berücksichtigung der fortgesetzten Stationierung von OneWeb-Satelliten und der SSMS-Fluggemeinschaftsmission mit Vega, und
  • Für die Anzahl der Startrampen, die ihr zur Verfügung stehen: vier im Raumfahrtzentrum von Guayana (für Ariane 5, Ariane 6, Sojus und Vega/Vega C), sowie je eine auf den Kosmodromen Baikonur und Vostochny für Sojus.

Seit 1980 hat Arianespace insgesamt 616 Satelliten für mehr als 100 kommerzielle und institutionelle Kunden aus der ganzen Welt gestartet und damit einen wichtigen Beitrag zum Wissen der Menschheit über den Raum, den Schutz der Erde und die Verbesserungsmöglichkeiten des Lebens auf dem Planeten geleistet.

Arianespace bietet sowohl Starts in die geostationäre Transferumlaufbahn - das bisherige Kerngeschäft - als auch neue Lösungen, wie z.B. Startdienste für Konstellationen und für Kleinsatelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn (LEO) sowie Mitflugstarts in geostationäre und Mondumlaufbahnen.

Quelle: Arianespace