DGLR-News Meldung

02.05.2019 - Rubrik: Wirtschaft/Technik

Airbus veröffentlicht Ergebnisse für das erste Quartal 2019 (Q1)

Airbus SE (Börsenkürzel: AIR) hat die konsolidierten Ergebnisse für das erste Quartal 2019 veröffentlicht und die Prognose für das Gesamtjahr 2019 bestätigt.

Bild: Airbus

„Die Finanzlage des ersten Quartals spiegelt den Hochlauf der Verkehrsflugzeugproduktion und die zeitliche Staffelung der Auslieferungen wider“, sagte Guillaume Faury, Chief Executive Officer von Airbus. „Der zivile Flugzeugmarkt ist weiterhin robust und auch im Hubschrauber-, Verteidigungs- und Raumfahrtgeschäft sehen wir gute Zukunftschancen. Das neue Managementteam hat seine Arbeit aufgenommen und konzentriert sich nun darauf, die Zielvorgaben des Unternehmens zu erfüllen.“

Die Zahl der Bruttobestellungen für Zivilflugzeuge lag bei insgesamt 62 (Q1 2018: 68 Flugzeuge), darunter 38 A350 XWB. Die Nettobestellungen von -58 Zivilflugzeugen (Q1 2018: 45 Flugzeuge) beinhalten 120 Stornierungen, hauptsächlich bedingt durch das Zurückfahren des A380-Programms und die in den Jahresergebnissen 2018 bekanntgegebene geschäftliche Vereinbarung mit Etihad. Zum 31. März 2019 lag der Auftragsbestand bei 7.357 Verkehrsflugzeugen. Die 66 Hubschrauber-Nettobestellungen (Q1 2018: 104 Hubschrauber) beinhalten 20 Maschinen der Super-Puma-Familie und 16 H145. Der Auftragseingang nach Wert von Airbus Defence and Space betrug insgesamt € 1,1 Mrd.

Der Konzernumsatz erhöhte sich auf € 12,5 Mrd. (Q1 2018: € 10,1 Mrd.). Dies ist insbesondere auf den Anstieg der Zivilflugzeugauslieferungen aufgrund des Produktionshochlaufs zurückzuführen. Airbus lieferte insgesamt 162 Verkehrsflugzeuge aus (Q1 2018: 121 Flugzeuge), darunter 8 A220, 126 Maschinen der A320-Familie, 5 A330, 22 A350 und eine A380. Airbus Helicopters lieferte 46 Hubschrauber aus (Q1 2018: 52 Hubschrauber) und verzeichnete dank verstärkter Serviceaktivitäten einen Umsatzanstieg. Der Umsatz bei Airbus Defence and Space spiegelt die allgemein stabile Geschäftsentwicklung wider.

Getragen vom Airbus-Geschäft wuchs das konsolidierte bereinigte EBIT deutlich auf € 549 Mio. (Q1 2018: € 14 Mio.). Es handelt sich hierbei um eine alternative Finanzkennzahl und einen Schlüsselindikator zur Erfassung der operativen Gewinnspanne ohne Berücksichtigung wesentlicher Aufwendungen oder Erträge aus Rückstellungsveränderungen für Programme, Restrukturierung oder Währungsschwankungen sowie Veräußerungsgewinne/-verluste aus dem Verkauf oder Erwerb von Unternehmen.

Das bereinigte EBIT von Airbus verbesserte sich auf € 536 Mio. (Q1 2018: € -41 Mio.), getragen vom Produktionshochlauf und Premium Pricing im A320neo-Programm und der weiter verbesserten Ertragskraft des A350-Programms.

Insgesamt wurden im ersten Quartal 96 Flugzeuge der A320neo-Familie ausgeliefert. Der Hochlauf der Airbus Cabin-Flex-Versionen der A321 hat im ersten Quartal Fortschritte erzielt, bleibt aber herausfordernd. Airbus arbeitet daran, die Abläufe beim Management seines industriellen Systems zu verbessern und überwacht die Triebwerksperformance. Das Erreichen der angestrebten Produktionsrate der A320-Familie von 60 Maschinen pro Monat bis Mitte 2019 liegt im Plan, und Airbus bereitet den weiteren Hochlauf auf 63 Maschinen bis 2021 vor. Im A330-Programm wurden im ersten Quartal 5 Maschinen ausgeliefert, darunter 3 NEOs. Der Hochlauf der A330neo schreitet voran, und Airbus arbeitet eng mit den Triebwerkspartnern und Lieferanten zusammen, um seine Lieferverpflichtungen gegenüber den Kunden zu erfüllen. Die Flugerprobung der A330-800-Variante schreitet voran.

Das bereinigte EBIT von Airbus Helicopters belief sich auf insgesamt € 15 Mio. (Q1 2018: € -3 Mio.) und spiegelt eine geringere Anzahl an Auslieferungen sowie verstärkte Serviceaktivitäten wider.

Airbus Defence and Space verzeichnete ein bereinigtes EBIT von € 101 Mio. (Q1 2018: € 112 Mio.), das die allgemein stabile Geschäftsentwicklung widerspiegelt.

Im ersten Quartal wurde ein A400M-Militärtransportflugzeug ausgeliefert. Damit befinden sich mittlerweile 75 dieser Maschinen im Betrieb. Die Entwicklungstätigkeiten für den Fähigkeitsaufwuchs befinden sich im Einklang mit dem überarbeiteten Zeitplan. Außerdem wurden die Zertifizierungsflüge für die Frachtraum-Tanks (Cargo Hold Tanks – CHT) für die künftige Luftbetankung im ersten Quartal erfolgreich absolviert. Die A400M-Nachrüstungsarbeiten schreiten in dem mit den Kunden vereinbarten Fahrplan voran, ebenso wie der Genehmigungsprozess für die angestrebte Vertragsanpassung.

Die konsolidierten Aufwendungen für eigenfinanzierte Forschung und Entwicklung beliefen sich auf € 654 Mio. (Q1 2018: € 616 Mio.).

Das konsolidierte berichtete EBIT lag bei € 181 Mio. (Q1 2018: € 199 Mio.), einschließlich Nettoanpassungen in Höhe von € -368 Mio. Diese Anpassungen beinhalteten im Wesentlichen:

  • eine Netto-Belastung in Höhe von € -190 Mio. aufgrund der anhaltenden Aussetzung von Ausfuhrgenehmigungen für Verteidigungsgüter an Saudi-Arabien durch die Bundesrepublik Deutschland;
  • eine Negativwirkung in Höhe von € -83 Mio. aufgrund der Differenz von Dollar-Zu- und -Abflüssen zu unterschiedlichen Zeitpunkten sowie bilanzieller Neubewertungen;
  • eine Belastung in Höhe von € -61 Mio. verbunden mit Kosten im A380-Programm.

Der konsolidierte Gewinn je Aktie lag bei € 0,05 (Q1 2018: € 0,37) und umfasste Belastungen aus Wechselkurs-Effekten im Finanzergebnis, die auf die weitere Aussetzung der Ausfuhrgenehmigungen für Verteidigungsgüter zurückzuführen sind. Das Finanzergebnis lag bei € -43 Mio. (Q1 2018: € 39 Mio.). Die finanziellen Auswirkungen der anhaltenden Aussetzung von Ausfuhrgenehmigungen für Verteidigungsgüter auf die Ergebnisse des ersten Quartals haben auch den effektiven Steuersatz beeinflusst. Das konsolidierte Konzernergebnis (Net Income)(2) lag bei € 40 Mio. (Q1 2018: € 283 Mio.).

Der konsolidierte Free Cash Flow vor Fusionen & Übernahmen und Kundenfinanzierungen von € -4.341 Mio. (Q1 2018: € -3.839 Mio.) resultiert in erster Linie aus dem Aufbau von Lagerbeständen für den Produktionshochlauf, dem verbesserten Triebwerks-Auslieferungstakt und sonstigen Veränderungen im Nettoumlaufvermögen. Der konsolidierte Free Cash Flow betrug € -4.448 Mio. (Q1 2018: € -3.656 Mio.).

Seit dem 1. Januar 2019 wendet das Unternehmen die IFRS-16-Rechnungslegungsstandards für Leasingverhältnisse an. Diese sehen vor, dass die meisten Operating-Leasing-Verhältnisse nun in der Bilanz erfasst werden müssen.
Sie werden als Finanzierungsverbindlichkeiten verbucht. Da diese nach Definition des Unternehmens in den Bereich Nettoliquidität fallen, verringert sich diese automatisch um rund € 1,4 Mrd. Die konsolidierte Nettoliquidität belief sich zum 31. März 2019 auf € 7,5 Mrd. (Jahresende 2018: € 13,3 Mrd.) bei einer Bruttoliquidität von € 18,5 Mrd. (Jahresende 2018: € 22,2 Mrd.).
 
Ausblick

Der Ausblick des Unternehmens für das Geschäftsjahr 2019 basiert auf der Erwartung, dass Weltwirtschaft und Luftverkehr gemäß den maßgeblichen unabhängigen Prognosen wachsen. Diese beruhen auf der Prämisse, dass es zu keinen größeren Turbulenzen kommt.

Die Prognosen für Gewinn und Free Cash Flow für das Jahr 2019 werden vor Fusionen und Übernahmen ermittelt.

  • Airbus strebt für das Jahr 2019 Auslieferungen von 880 bis 890 Verkehrsflugzeugen an.
  • Auf dieser Grundlage rechnet Airbus mit einem Anstieg des bereinigten EBIT um etwa +15% gegenüber dem Vorjahr und einem Free Cash Flow vor Fusionen & Übernahmen und Kundenfinanzierungen von rund € 4 Mrd.

Quelle: https://www.airbus.com/newsroom/press-releases/de/2019/04/airbus-reports-first-quarter-q1-2019-results.html