DGLR-News Meldung

03.12.2018 - Rubrik: Wirtschaft/Technik

Airbus feiert die Eröffnung der weltweit ersten Flugbetriebsstätte für den Zephyr-Pseudosatelliten für große Flughöhen

Airbus Defence and Space eröffnet im westaustralischen Wyndham die weltweit erste Flugbetriebsstätte für hoch fliegende Pseudosatelliten (HAPS), die als Startort für das UAV-System Zephyr dienen wird. Der Standort wurde aufgrund des nahezu unbeschränkten Luftraums und des stabilen Wetters ausgewählt und ist das Ergebnis hoher Investitionen von Airbus in das Zephyr-Programm.

Bild: Airbus S.A.S.

Zephyr ist das weltweit führende solargetriebene, in der Stratosphäre fliegende unbemannte Fluggerät (Unmanned Aerial Vehicle – UAV). Es wird ausschließlich mit Sonnenenergie betrieben, fliegt über dem Wetter und dem normalen Luftverkehr und bietet auf lokaler Ebene ein ergänzendes Spektrum an persistenten Diensten, ähnlich denen von Satelliten. Damit füllt Zephyr eine Lücke im bisherigen Fähigkeitsbereich von Satelliten und bemannten/unbemannten Flugzeugen.

„Ich freue mich, das Airbus-Team und sein Zephyr-Projekt in Westaustralien begrüßen zu dürfen. Airbus und meine Regierung haben fast ein ganzes Jahr lang hart dafür gearbeitet, diese aufregende und innovative Technik in unser Land zu holen. Zephyr eröffnet kommerziellen und militärischen Kunden neue Möglichkeiten und wird für einen wirtschaftlichen Aufschwung in der Region East Kimberley sorgen“, erklärte Mark McGowan MLA, Premier des Bundesstaats Western Australia.

„Mit der offiziellen Eröffnung der Airbus-Flugbetriebsstätte im westaustralischen Wyndham, dem weltweit ersten Standort für den Betrieb von HAPS, beginnt eine neue Ära für Zephyr.Wir sind stolz darauf, dass Australien Teil des operativen Netzwerks von Zephyr wird. Der Standort ist unser Zugang zur Stratosphäre und wird in Zukunft die Hauptflugbasis für Zephyr sein“, sagte Jana Rosenmann, Head of Unmanned Aerial Systems bei Airbus.
 
„Das Zephyr-System wird sowohl militärischen als auch zivilen Kunden neue optische, sensorische und kommunikative Möglichkeiten bieten. Es besitzt das Potenzial, das Katastrophenmanagement zu revolutionieren, unter anderem durch die Überwachung der Ausbreitung von Waldbränden oder Ölteppichen. So ermöglicht Zephyr nicht nur eine konstante Überwachung ökologischer Veränderungen, sondern auch die Kommunikation mit den entlegensten Teilen der Erde.“

Über das Airbus-Programm Zephyr:


Eigentliches Ziel des Zephyr-Systems ist es, persistente Dienste kostengünstig auf lokaler Ebene mithilfe eines wiederverwendbaren, solarelektrisch betriebenen Flugzeugs anzubieten und dabei eine breite Anwendungspalette abzudecken: etwa die Meeresüberwachung und dazugehörige Einsätze, Grenzschutzmissionen, Kommunikation, Lokalisierung und Überwachung von Waldbränden oder Navigation. Die in der Stratosphäre in einer durchschnittlichen Flughöhe von 70.000 Fuß bzw. 21 Kilometern betriebene Ultraleichtdrohne Zephyr wiegt bei einer Spannweite von 25 Metern kaum 75 Kilogramm. Sie fliegt über dem Wetter (Wolken, Strahlströme) und dem normalen Luftverkehr und soll gezielt für lokale oder regionale Missionen eingesetzt werden.

Zephyr besitzt die Fähigkeit, sich konkret auf ein bestimmtes Zielgebiet (das Hunderte Meilen umfassen kann) zu konzentrieren und ist daher ideal für lokale ISR-Missionen (Intelligence, Surveillance and Reconnaissance – Informationsgewinnung, Überwachung und Aufklärung) mit hoher Persistenz geeignet. Dabei bietet es, ähnlich einem Satelliten (jedoch mit höherer Bildkörnigkeit), Kommunikations- und Erdbeobachtungsdienste über lange Zeiträume und ohne jede Unterbrechung.

Quelle: https://www.airbus.com/newsroom/press-releases/de/2018/12/Airbus-celebrates-opening-of-the-world-first-Zephyr-Solar-High-Altitude-Pseudo-Satellite-operating-site.html