Neue Apollo-Earthrise-Ansicht zeigt Einsatzfähigkeit von Juices RIME
Als der Jupiter Icy Moons Explorer (Juice) der Europäischen Weltraumorganisation ESA im August 2024 am Mond vorbeiflog, hörte sein Radar for Icy Moon Exploration (RIME)-Instrument auf Radiowellen-Echos, um die Höhe der Mondoberfläche zu ermitteln.
Vorbereitung von RIME für die Eismonde des Jupiter
Der Vorbeiflug am Mond bot eine hervorragende Gelegenheit, alle zehn wissenschaftlichen Instrumente von Juice zum ersten Mal auf einer festen Oberfläche im Weltraum zu testen. Für RIME war dies jedoch von entscheidender Bedeutung, da elektronische Störungen im Rest des Raumfahrzeugs das empfindliche Gerät unerwartet beeinträchtigen.
Während des Vorbeiflugs am Mond hatte RIME acht Minuten Zeit, um völlig allein zu beobachten, während andere Instrumente entweder ausgeschaltet oder in den Ruhemodus versetzt wurden.
Dies war die erste Gelegenheit während der Reise von Juice zum Jupiter für die RIME-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, zu überprüfen, wie sich das elektronische Rauschen auf die Leistung ihres Instruments auswirkt. Auf der Grundlage der gesammelten Daten haben sie viele Monate lang an einem Algorithmus gearbeitet, um das Problem zu beheben. Die wunderschöne neue Ansicht zeigt, wie erfolgreich sie dabei waren.
Die Aufgabe von RIME bei Jupiter besteht darin, unter die eisige Oberfläche der Monde Europa, Ganymed und Callisto zu blicken, um die darunter liegenden unsichtbaren Gesteinsschichten zu kartografieren. Obwohl unser eigener Mond keine eisige Oberfläche hat, zeigt die erfolgreiche Kartografierung durch RIME, dass das Radarinstrument dieser Aufgabe gewachsen ist.
Ein ikonischer Ausschnitt des Mondes
Das Besondere an diesem Bild ist, dass es dieselbe Region zeigt, die der NASA-Astronaut William Anders am 24. Dezember 1968 während der Apollo-8-Mission fotografiert hat.
Im nächsten Monat steht für Juice ein Vorbeiflug an der Venus an. Dabei handelt es sich um ein rein operatives Manöver, bei dem die Schwerkraft der Venus genutzt wird, um Juice auf seiner Reise zum Jupiter einen Schub zu geben. Während des Vorbeiflugs werden keine Instrumente eingeschaltet – schließlich sind sie für den Einsatz auf dem kalten Jupiter und nicht auf der heißen Venus ausgelegt.
Die RIME-Forschung wird von der Universität Trient geleitet. Das Instrument wurde von einem Konsortium unter der Leitung von Thales Alenia Space Italia unter der Verantwortung der italienischen Weltraumagentur (ASI) und mit Beiträgen des Jet Propulsion Laboratory der NASA gebaut.
Quelle (Englisch): https://www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Juice/New_Apollo_Earthrise_view_shows_Juice_s_RIME_working_well

