27.10.2022 - Allgemein, Raumfahrt

ESA-Astronaut:innen helfen aus dem All bei der Kartierung der Lichtverschmutzung in Europa

Die Astronaut:innen auf der Station haben in den letzten zwei Jahrzehnten miterlebt, wie die Städte nachts heller leuchten, weil energieeffizientere und hellere Straßenlampen eingeführt wurden.


Bild: NASA/ESA–S. Cristoforetti

Als die ESA-Astronautin Samantha Cristoforetti während ihrer jüngsten Minerva-Mission aus dem Weltraum auf die Erde blickte, leuchteten die Städte heller als die Sterne. Samantha und andere europäische Astronaut:innen haben seit 2003 über eine Million Bilder der Erde bei Nacht mit Digitalkameras aufgenommen, um das wahre Ausmaß der Lichtverschmutzung zu veranschaulichen.

Ein europäisches Forscherteam verarbeitete die Bilder und verglich sie im Laufe der Zeit. Dabei zeigte sich eine deutliche Zunahme der Lichtverschmutzung in städtischen Gebieten und eine Verschiebung in Richtung weißer und blauer Emissionen. Das liegt an der umfassenden Einführung von Leuchtdiodenlampen, auch LED-Technologie genannt.

„Aus dem Weltraum betrachtet, sieht das Bild aus wie ein Krebsscan oder ein fluoreszierendes Spinnennetz, das immer weiter wächst“, sagt Alejandro Sánchez de Miguel, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der britischen Universität Exeter. Ihr jüngster Artikel verdeutlicht, wie invasiv Nachtlichter sind und welche negativen Auswirkungen sie auf die Umwelt haben.

Während Europa die Lichter ausschaltet, um Energie zu sparen, warnen Wissenschaftler:innen, dass es nicht nur darum geht, die Rechnungen zu senken - hellere Nächte stören den Nachtzyklus von Menschen, Tieren und Pflanzen.

Quelle: https://www.esa.int/Science_Exploration/Human_and_Robotic_Exploration/ESA_astronauts_help_map_Europe_s_light_pollution_from_space