R2.2 Satellitenkommunikation und -navigation

Leitung

Dr. Siegfried Voigt

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 Dilara Betz

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Ankündigung

Sitzung des Fachausschuss Satellitenkommunikation/-navigation

19.3.2020 - Paderborn


Definition

Im Programm "Satellitenkommunikation" wird das gesamte Anwendungsgebiet der Telekommunikationssatelliten abgedeckt. Hierzu zählen Satellitensysteme, Nutzlasttechnologien, Plattformentwicklungen, das Bodensegment und Dienste. Kommunikationssatelliten besitzen raumfahrtstrategische Bedeutung: Auf einem geostationären Orbit in gut 36.000 Kilometern Höhe kreisend, "stehen" sie kontinuierlich über einem bestimmten Punkt der Erde. Die Datenübertragung ist bei ihnen - anders als bei niedrig fliegenden Satelliten - nicht an die kurzen Kontaktzeiten während des Überfliegens einer bestimmten Bodenstation gebunden. Hiervon profitieren unter anderem zivile und militärische Einsatzkräfte in Katastrophen- oder Krisengebieten, wenn bodengestützte Kommunikationsinfrastruktur überlastet oder zerstört ist.

Die sogenannte ‚New Space‘ Economy entwickelt Konzepte für tieffliegende Satellitensysteme von mehreren hundert bis tausend Kleinsatelliten, die als Kommunikationsnetzwerk Anwendungen wie Internet of Things, Machine to Machine Kommunikation, Industrie 4.0 oder autonomes Fahren in Zukunft unterstützen sollen.

Optische Kommunikation

Mit der Entwicklung eines Laser-Terminals für die Übertragung extrem hoher Datenraten zwischen Satelliten wollen deutsche Firmen eine internationale Spitzenposition in der satellitengestützten optischen Kommunikationstechnik einnehmen. Solche Laser-Terminals, die bei Tesat-Spacecom in Backnang entwickelt und gebaut werden, sind wichtige Komponenten für den Aufbau von Satelliten- Kommunikationssystemen der nächsten Generation. Die erfolgreiche Erprobung des LCT wurde bereits im Februar 2008 mit einer Datenrate von 5,6 Gbit/s nachgewiesen, dies entspricht circa 200 000 DINA4 Seiten pro Sekunde.

Inzwischen fliegen in dem von der EU geförderten Copernicus-Programm  die Laser Communication Terminals von Tesat auf den Sentinel-Satelliten der Serie 1 und 2 sowie auf den geostationären Satelliten EDRS-A und EDRS-C.

Heinrich Hertz Satellitenprojekt

Der Heinrich Hertz-Satellit dient der Überprüfung neuartiger Techniken der Satellitenkommunikation unter realen Einsatzbedingungen und damit der Sicherstellung nationaler Systemkompetenz bei geostationären Kommunikationssatelliten. "Heinrich Hertz" liefert einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung von Raumfahrttechnologien für Kommunikationssatelliten durch deutsche Unternehmen, Forschungsinstitutionen und Hochschulen. Nur durch Tests unter realen Bedingungen und im Hinblick auf die Verträglichkeit beispielsweise gegenüber Weltraum-Strahlung oder extreme Temperaturwechsel, können Endgeräte weiterentwickelt und neuartige Dienstleistungen umfassend erprobt werden.

Neben dem wissenschaftlich-technischen Missionsanteil bietet "Heinrich Hertz" zusätzliche und unabhängige Nutzlastkapazitäten (sogenannte "hosted payload"), die durch das BMVg für Kommunikationszwecke genutzt werden. Der Start des Satelliten ist für 2022 geplant.

Grundlagen der Arbeit des Fachausschusses

Im Fachausschuss Satellitenkommunikation und -navigation soll die aktuelle Situation im nationalen Programm Satellitenkommunikation analysiert und mit den Mitgliedern in regelmäßigen Treffen Lösungen erarbeitet werden, die zu einer zukunftsweisenden Ausrichtung der künftigen Technologieentwicklungen und -förderungen führen.

Die Zielsetzung des Fachausschusses ist es außerdem, die Möglichkeiten der Satellitenkommunikation für eine innovative, vernetzte und sichere Kommunikationsinfrastruktur aufzuzeigen.  In der transparenten Einbindung einer weltumspannenden satellitengestützten Infrastruktur in die terrestrischen Netze sieht der Fachausschuss die Chance, den Bedarf der modernen Informationsgesellschaft an global und mobil verfügbarem Breitbandzugang zu bedienen.

Die Raumfahrtstrategie der Bundesregierung definiert satellitenbasierte Dienstleistungen als ein sich dynamisch entwickelndes Geschäftsfeld. Durch deren Verknüpfung zu integrierten Anwendungen können ganz neue Märkte erschlossen werden, wie z.B. Internet of Things, Machine to Machine Kommunikation, Industrie 4.0. Darauf will der Fachausschuss aufmerksam machen und möchte daran ebenso anknüpfen.

Dabei ist es ein wichtiges Anliegen des Fachausschusses, in einen branchenübergreifenden Dialog zu treten mit dem Ziel, Entscheidungsträger über das wirtschaftliche Potential sowie die kommerzielle Bedeutung dieser Industriezweige zu informieren.

Mitglieder des Fachausschusses sind sowohl deutsche Systemführer als auch Subsystem- und Gerätelieferanten für das Satelliten- und Bodensegment sowie Betreiber und Diensteanbieter, Institute und das DLR Raumfahrtmanagement sowie das Deutsche Zentrum für Satelliten-Kommunikation.

Aktuell beschäftigt sich der Fachausschuss mit der Erstellung von zwei Präsentationen zu den Themen „Schnelles Internet. Sofort. Über(s)All.“ und „Satelliten: Lösung für 5G“

Diese Präsentationen sollen Beratungsfirmen, Zweckverbände, Gemeinden, etc. zur Breitbandanbindung über Satellit sensibilisieren.

Die Präsentationen können Sie sich hier herunterladen.
(PDF-Dokument, 702 KB)

Dokumente zum Download

Ferner hat der Fachausschuss in den vergangenen Jahren

erarbeitet. Die Dokumente stehen Ihnen als Download zur Verfügung.