Pressemitteilungen - Artikel

05.09.2017 - Rubrik: Politik/Gesellschaft, DGLR-Presseservice

Ludwig-Prandtl-Ring 2017 geht an Prof. Dr. Helmut E. Sobieczky

Am 5. September 2017 hat die deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR) Prof. Dr. Helmut E. Sobieczky mit ihrer höchsten Auszeichnung, dem Ludwig-Prandtl-Ring, geehrt. Sobieczky erhielt die Ehrung „in Anerkennung seiner herausragenden wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Aerodynamik in Lehre, Forschung und Anwendung“. Besondere Bedeutung haben seine grundlegenden Arbeiten zu schallnahen Strömungen, die Entwicklung von indirekten Methoden der Aerodynamik und die Entwicklung von Methoden zur aerodynamischen Berechnung adaptiver Tragflügel. Die Verleihung fand im Rahmen des Deutschen Luft- und Raumfahrtkongresses (DLRK) an der Technischen Universität München statt.

„Herr Sobieczky hat die wissenschaftliche Entwicklung auf dem Gebiet der transsonischen Strömungen maßgeblich geprägt“, sagte Prof. Rolf Henke, Präsident der DGLR, der den Ludwig-Prandtl-Ring bei der Eröffnungsfeier des DLRK überreichte. „Er hat Methoden und Werkzeuge geschaffen,  die sowohl theoretisch ausgereift als auch praktisch einsetzbar sind.“

So leistete Sobieczky mit seiner selbstentwickelten Rheographen-Methode wesentliche Beiträge zur exakten Berechnung von transsonischen Strömungen um Profile und Tragflügel sowie Beiträge zur Beschreibung der Geometrie von Flugzeugoberflächen im Rahmen von Entwurfsaufgaben. Darüber hinaus entwickelte er für den aerodynamischen Entwurf wichtige Methoden und Optimierungswerkzeuge. Auch seine Forschungsarbeiten zum Entwurf und zur Optimierung von Flugzeugen im supersonischen und hypersonischen Bereich sind von großer praktischer Bedeutung. Arbeiten von Sobieczky zum Thema Überschall-Verkehrsflugzeug haben dazu geführt, dass ihm vom Scientific Committee des International Center of Mechanical Sciences (CISM) die wissenschaftliche Leitung der Kurse „New Design Concepts for High Speed Air Transport“ am International Centre for Mechanical Sciences in Italien übertragen wurde.

Helmut E. Sobieczky wurde am 7. Mai 1942 in Salzburg, Österreich, geboren. Nach dem Maschinenbau-Studium an der heutigen Technischen Universität Wien promovierte Sobieczky mit einer Arbeit über transsonische Strömungen bei dem Gasdynamiker und Prandtl-Ring-Preisträger Prof. Dr. Klaus Oswatitsch. Ab 1969 war er bei der Deutschen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DFVLR) –  dem heutigen Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) – als Wissenschaftler bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2007 tätig. Im Alter von 43 Jahren habilitierte er an der Technischen Universität Karlsruhe und wurde dort 1991 zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Darüber hinaus erfolgte 1997 seine Ernennung zum Ehrenprofessor an der TU Wien.

Sobieczky kann auf eine intensive wissenschaftliche Tätigkeit zurückblicken. Darunter fallen rund 200 Forschungsberichte, Konferenzbeiträge und Publikationen sowie 260 wissenschaftliche Vorträge. Als Principal Investigator war er an nationalen und internationalen Forschungsprojekten beteiligt. Aber auch in der akademischen Lehre betätigte sich er sich engagiert. Für seine Leistungen wurden ihm zahlreiche Ehrungen, wie etwa der Ernst-Mach-Preis und der Max-Planck-Research-Award zuteil.

60 Jahre Ludwig-Prandtl-Ring

In diesem Jahr ehrt die DGLR nicht nur die herausragenden Leistungen von Prof. Dr. Helmut E. Sobieczky, sondern feiert auch das sechzigjährige Bestehen ihrer höchsten Auszeichnung.1957 war das Jahr, in dem die Wissenschaftliche Gesellschaft für Luftfahrt (WGL), ein Vorläufer der DGLR, den Ludwig-Prandtl-Ring zum ersten Mal an einen Pionier aus der Luftfahrt überreichte. Dieser ging an Theodor von Kármán, dem Physiker, Luftfahrttechniker und Prandtl-Schüler. Von Kármán gilt als Pionier der modernen Aerodynamik sowie der Luftfahrt- und Raketenforschung. Bis zu diesem Jahr folgten 58 weitere Preisträger.

Die DGLR

Die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt - Lilienthal-Oberth e.V. (DGLR) ist die älteste Institution in der Bundesrepublik Deutschland, die allen, die sich privat oder beruflich mit Luft- und Raumfahrt beschäftigen, ein gemeinsames Forum bietet. Hier vernetzt sich das Wissen der Luft- und Raumfahrt, aktuelle Projekte und Entwicklungen werden vorgestellt und gute Ideen gefördert und honoriert.

Kontakt

Alisa Griebler
Kommunikationsmanagerin | Pressesprecherin
Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR)
Godesberger Allee 70
53175 Bonn
Tel.: +49 228 30805-14
Mobil: +49 170 3340849
E-Mail: alisa.griebler@dglr.de