Pressemitteilungen - Artikel

08.12.2016 - Rubrik: Politik/Gesellschaft, DGLR-Presseservice

DGLR begrüßt positiven Ausgang der ESA-Ministerratskonferenz

Vom 1. bis 2. Dezember hat in Luzern in der Schweiz die ESA-Ministerratskonferenz stattgefunden, die die Weichen für die europäische Raumfahrt der nächsten Jahre stellt. Deutschland beteiligt sich mit zwei Milliarden Euro an dem 10,3 Milliarden Euro umfassenden Paket und ist damit, wie schon nach der letzten Konferenz 2012, der stärkste Beitragszahler der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR) freut sich über die bereitgestellten Mittel für die Raumfahrt.

Quelle: ESA–Stephane Corvaja, 2016.

„Mit den neuen Entschlüssen der Ministerratskonferenz kommt Deutschland auch in Zukunft eine wichtige Position in der europäischen Raumfahrt zu“, sagt Prof. Rolf Henke, Präsident der DGLR, der größten wissenschaftlich-technischen Luft- und Raumfahrtvereinigung Deutschlands. „Neben diversen Explorationsprojekten und Anwendungsprogrammen wird die erfolgreiche Forschung an Bord der Internationalen Raumstation ISS noch einige Jahre weitergehen. Damit setzen wir ein gutes Zeichen für den Erfolg und die Wichtigkeit internationaler Projekte. Darüber hinaus freuen wir uns, dass die Raumfahrtforschung und -industrie in Deutschland mit den Entscheidungen weiter gestärkt werden.“

Nach den Entscheidungen der europäischen Beteiligten soll die ISS aus europäischer Sicht bis 2024 weiter unterstützt werden. Dazu stellt Europa bei der Ministerratskonferenz Mittel (Deutschland rund 346 Millionen) für den Betrieb der ISS bis 2019 bereit. Die weiteren Mittel werden bei der nächsten Konferenz 2019 in Spanien beschlossen. Auch die europäisch-russische ExoMars-Mission wird von den Mitgliedsländern weiter unterstützt. Dazu kommen zahlreiche wissenschaftliche Missionen, die bereits laufen oder geplant sind. Darunter sind zum Beispiel die Mission PLATO, die ab 2025 nach Exoplaneten und hellen Sternen suchen soll oder die Jupitermond-Mission JUICE, die für 2022 geplant ist.

Weitere Mittel fließen in anwendungsnahe Bereiche wie die Erdbeobachtung oder die Satellitenkommunikation. In der Erdbeobachtung möchte Deutschland seine Spitzenstellung behalten und ist gemeinsam mit Großbritannien stärkster Beitragszahler. Hier sind weitere Missionen geplant, um Klimaforschung, Umweltüberwachung und die satellitengestützte Katastrophenhilfe weiter voranzubringen. Bei der Satellitenkommunikation liegt der deutsche Schwerpunkt insbesondere auf der optischen Kommunikation. Bei dieser Art der Übertragung von Daten mittels Licht ist Deutschland durch die Entwicklung von Laserkommunikationsterminals derzeit führend.

Die Ministerratskonferenz in Luzern stand im Namen der „Raumfahrt 4.0“. Damit beschreibt die ESA die Weiterentwicklung des Raumfahrtsektors zu einem neuen Abschnitt, der durch ein zunehmendes Zusammenspiel von Regierungen und dem Privatsektor sowie der Gesellschaft und der Politik geprägt ist.

Die DGLR

Die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt - Lilienthal-Oberth e.V. (DGLR) ist die älteste Institution in der Bundesrepublik Deutschland, die allen, die sich privat oder beruflich mit Luft- und Raumfahrt beschäftigen, ein gemeinsames Forum bietet. Hier vernetzt sich das Wissen der Luft- und Raumfahrt, aktuelle Projekte und Entwicklungen werden vorgestellt und gute Ideen gefördert und honoriert.


Kontakt:
Alisa Wilken
Kommunikationsmanagerin | Pressesprecherin
Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR)
Godesberger Allee 70
53175 Bonn
Tel.: +49 228 30805-14
Mobil: +49 170 3340849
E-Mail: alisa.wilken@dglr.de