DGLR-News Meldung

10.04.2018 - Rubrik: Wirtschaft/Technik

Swarm beobachtet den Magnetismus in den Ozeanen

Das Magnetfeld ist möglicherweise eines der mysteriösesten Merkmale unseres Planeten. Die Swarm-Mission der ESA liefert eine bessere Einsicht darin, wie unser magnetisches Schutzschild entsteht, wie es sich verhält und wie es sich wandelt. Swarm beobachtet jetzt auch die Veränderungen des ozeanischen Magnetfelds in einer größeren Detailtreue als zuvor.

Bild: ESA

Neue Ergebnisse aus dem Trio der Swarm-Satelliten begeistern das diesjährige Treffen der European Geosciences Union in Wien, Österreich. Die einwöchige Veranstaltung zieht Wissenschaftler aus der ganzen Welt an, um Entdeckungen über unseren Planeten auszutauschen. Ein besonderes Highlight der Swarm-Mission ist ihre Fähigkeit eine der am schwersten fassbaren Quellen von Erdmagnetismus zu untersuchen.

Während das Magnetfeld weitgehend von einem Ozean aus flüssigem Eisen im äußeren Kern des Planeten erzeugt wird, beeinflussen auch andere Faktoren, wie magnetisierte Gesteine in der Kruste oder die Strömung der Ozeane das Magnetfeld. Normalerweise würden wir das Meerwasser nicht als Quelle des Magnetismus betrachten, aber es leistet einen kleinen Beitrag.

Wenn salzhaltiges Meerwasser durch das Erdmagnetfeld fließt, wird ein elektrischer Strom erzeugt, der wiederum ein magnetisches Signal induziert. Allerdings ist das von den Gezeiten erzeugte Feld schwach und extrem schwierig zu messen - aber Swarm hat genau das in bemerkenswerter Detailtreue getan.

Nils Olsen von der Technischen Universität Dänemark in Lyngby bei Kopenhagen sagt: "Wir haben mit Swarm die magnetischen Signale der Gezeiten von der Meeresoberfläche zum Meeresboden gemessen, was uns ein wirklich umfassendes Bild davon gibt, wie der Ozean in allen Tiefen fließt - und das ist neu!"

"Da die Ozeane Wärme aus der Luft aufnehmen, ist es für das Verständnis unseres sich verändernden Klimas wichtig zu verfolgen, wie diese Wärme verteilt und gespeichert wird, insbesondere in der Tiefe. Da dieses Gezeitenmagnetsignal auch eine schwache magnetische Reaktion tief unter dem Meeresboden hervorruft, werden diese Ergebnisse genutzt, um mehr über die elektrischen Eigenschaften der Lithosphäre und des oberen Erdmantels zu erfahren.", so Olsen weiter.

Swarm hat nicht nur dieses neue Licht auf die magnetischen Gezeiten geworfen, sondern auch eine neue Karte des von der Erdkruste erzeugten Magnetfeldes gezeichnet.

Quelle: http://www.esa.int/ger/ESA_in_your_country/Germany/Swarm_beobachtet_den_Magnetismus_in_den_Ozeanen