DGLR-News Meldung

07.12.2017 - Rubrik: Politik/Gesellschaft

Peruanische Regierung: „Investition in Satelliten zahlt sich bereits nach dem ersten Betriebsjahr aus“

Lima, 07/12/2017 – PerúSAT-1 ist seit nunmehr einem Jahr in Betrieb und die peruanische Regierung hat bestätigt, dass sich die staatlichen Investitionen bereits jetzt ausgezahlt haben. Der Erdbeobachtungs-Satellit, den Airbus in einer Rekordzeit von zwei Jahren gebaut hat, hat über 71.000 Bilder aufgenommen, die an mehr als 80 Organisationen in ganz Peru geliefert wurden. Peruanische Spezialisten vom Nationalen Zentrum für Satellitenbilddaten (CNOIS) in Pucusana bei Lima sind seit der Übergabe durch Airbus am 7. Dezember 2016 für den Satelliten verantwortlich. PerúSAT-1 ist der modernste Satellit der Region.

Bild: Airbus 2017

Das Erdbeobachtungssatellitensystem liefert sehr hoch auflösende Bilder für zahlreiche Anwendungen wie Sicherheit und Verteidigung, Landwirtschaft, Bergbau, Kontrolle illegaler Rodungen, Risikoprävention, Kartierung, Stadtplanung, Landnutzung, umweltverträgliche Planung von Gewerbeflächen oder Bekämpfung des Drogenschmuggels. Das Satellitensystem umfasst einen Satelliten der neuesten Generation mit einer optischen Auflösung von 70 Zentimetern und einer Betriebslebensdauer von zehn Jahren. Inbegriffen sind auch die Errichtung des CNOIS als Satellitenkontrollzentrum sowie Verarbeitung und Verwaltung der erfassten Bilder. Zusätzlich umfasste das System den Technologietransfer-Programm und die intensive Schulung des Teams, das den Satelliten heute betreibt.

PerúSAT-1 bietet hoch reaktionsfähige und leistungsstarke Technologien. Der Satellit wurde für Erdbeobachtungsmissionen entwickelt, die Überwachung und verbessertes Management der Umwelt ermöglichen – ein Einsatz im Dienste des peruanischen Volkes. Er leistet einen wertvollen Beitrag zur nationalen Souveränität des Landes und erschließt den peruanischen Bürgern die Vorteile der Raumfahrt.

Die peruanische Raumfahrtorganisation CONIDA arbeitet mit zahlreichen staatlichen Institutionen zusammen. Diese erhalten Satellitenbilder und aufbereitete Produkte, die der Bevölkerung im Alltag zugutekommen. Zu den aktuellen Aufgaben gehören:

§  Generalstaatsanwaltschaft: Erkennung von Unregelmäßigkeiten bei Aufträgen der öffentlichen Hand

§  Nationale Polizei: Aufklärung im Bereich Drogenschmuggel und Schutz des Eigentums

§  Bezirksverwaltung Vitor: Bewertung und Analyse der zahlreichen Erdrutsche im Vitor-Becken

§  Region San Martín: Kartenerzeugung zur Verfolgung von Rodungen

§  Nationales Institut für Zivilschutz (INDECI): strategische Zusammenarbeit bei der Reaktion auf Naturkatastrophen durch Bereitstellung von Bildern der betroffenen Zonen und anderer Produkte

§  Nationales Geografisches Institut (IGN): Erstellung der nationalen Kartografie, Maßstab 1:25.000, dadurch reduzierte Projektkosten

§  Institut für Geologie, Bergbau und Metallurgie (INGEMMET): Überwachung von Erdrutschen und vulkanischer Aktivität

§  Aufsichtsbehörde für Güter in Staatsbesitz (SBN): strategische Zusammenarbeit beim Schutz der im Staatsbesitz befindlichen Güter

§  Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Development Programme – UNPD): Erstellung einer Datenbank für Satellitenbilder, Luftaufklärung und Felddaten für die Bewertung der Katastrophensituation nach Erdbeben in Lima und Callao

§  Exportadora Sierra y Selva: strategische Unterstützung für die Produktveredelung in der Präzisionslandwirtschaft

§  Nationale Universität San Marcos Mayor (UNMSM): Aufbau einer Spektralsignatur-Datenbank

§  CEVAN (Überwachungszentrum der Luftwaffe für die Amazonasregion – Centro de Vigilancia Amazónico y Nacional), PNP (nationale peruanische Polizei – Nacional del Perú), OEFA (Umweltschutzbehörde –Centro de Evaluación y Fiscalización Ambiental): Kapazitätsaufbau für Nutzung und Verarbeitung von Satellitenbilddaten

PerúSAT-1 wurde von Airbus in Rekordzeit gebaut. Von der Auftragserteilung bis zur Lieferung vergingen nicht einmal zwei Jahre. PerúSAT-1 basiert auf der AstroBus-S-Plattform für die neue Generation von Hochleistungssatelliten und ist für eine Lebensdauer von zehn Jahren ausgelegt.

PerúSAT-1 in Zahlen

Auflösung: 70 cm
Lebensdauer: 10 Jahre
Bauzeit: nur 2 Jahre – ein Rekord
71.000 Bilder im ersten Betriebsjahr
15 Millionen km2 der Erdoberfläche bereits bildlich erfasst
14 Monate im Orbit, mehr als 6.300 Erdumkreisungen

Bildaufnahmen durch über 80 peruanische Organisationen für mehr als 20 verschiedene Anwendungen genutzt

Quelle: http://www.airbus.com/newsroom/news-by-market/space-news.html