DGLR-News Meldung

31.10.2017 - Rubrik: Wirtschaft/Technik

Airbus veröffentlicht Neunmonatsergebnisse für 2017

Amsterdam, 31. Oktober 2017 – Airbus SE (Börsenkürzel: AIR) hat die Ergebnisse für die ersten neun Monate dieses Jahres veröffentlicht und die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt.

Bild: Airbus

„Der starke Auftragsbestand und ein gesundes Marktumfeld stützen weiterhin unsere Hochlaufpläne für die Zivilflugzeugproduktion“, sagte Tom Enders, Chief Executive Officer von Airbus. „Wir bestätigen unsere Prognose, obwohl sich der Auslieferungsplan für dieses Jahr extrem nach hinten verschoben hat. Das ist in erster Linie auf die bekannten Triebwerksprobleme bei unserer A320neo-Familie zurückzuführen.“

Der Auftragseingang(1) belief sich auf insgesamt € 50,8 Mrd. (9M 2016: € 73,2 Mrd.). Der Auftragsbestand(1) lag zum 30. September 2017 bei € 945 Mrd. (Jahresende 2016: € 1.060 Mrd.). Insgesamt gingen 271 Nettobestellungen für Zivilflugzeuge ein (9M 2016: 380 Flugzeuge). Der Auftragsbestand belief sich Ende September auf 6.691 Flugzeuge. Die Zahl der Nettobestellungen bei Hubschraubern lag bei 210 (9M 2016: 211 Nettobestellungen), darunter 14 Maschinen vom Typ H175 im dritten Quartal. Defence and Space verzeichnete vor allem im Bereich Military Aircraft einen anhaltend hohen Auftragseingang. Im dritten Quartal gingen Bestellungen für insgesamt fünf A330 MRTT aus Deutschland und Norwegen ein. Der Gesamtauftragseingang von Defence and Space wurde durch den veränderten Konsolidierungskreis in Folge der Portfolioanpassung und durch das schwache Telekommunikationssatellitengeschäft beeinträchtigt.

Der Umsatz lag trotz des veränderten Konsolidierungskreises bei Defence and Space stabil bei € 43,0 Mrd. (9M 2016: € 42,7 Mrd.). Auf vergleichbarer Basis ist der Umsatz gestiegen. Der Umsatz im Zivilflugzeuggeschäft stieg um 4 Prozent. Commercial Aircraft lieferte 454(2) Flugzeuge aus (9M 2016: 462 Maschinen), darunter 350 Maschinen der A320-Familie,
50 A350 XWB, 45 A330 und neun A380. Der Umsatz von Helicopters stieg leicht; 266 Hubschrauber wurden ausgeliefert (9M 2016: 258 Hubschrauber). Der Umsatz von Defence and Space spiegelte den negativen Effekt von rund € 1,4 Mrd. infolge des veränderten Konsolidierungskreises wider.

Das bereinigte EBIT belief sich auf insgesamt € 1.796 Mio. (9M 2016: € 2.408 Mio.). Es handelt sich hierbei um eine alternative Finanzkennzahl und einen Schlüsselindikator zur Erfassung der operativen Gewinnspanne ohne Berücksichtigung wesentlicher Aufwendungen oder Erträge aus Rückstellungsveränderungen für Programme, Restrukturierung oder Währungsschwankungen sowie Veräußerungsgewinnen/-verlusten aus dem Verkauf oder Erwerb von Unternehmen.

Das bereinigte EBIT von Commercial Aircraft betrug € 1.545 Mio. (9M 2016: € 1.836 Mio.). Insbesondere wirkten sich der Auslieferungsmix bei Flugzeugen, Phaseneffekte sowie die Preise in der Umstellungsphase aus.

Der industrielle Hochlauf der A350 schreitet weiter zügig voran. Das A350-Programm ist auf einem guten Weg, das Produktionsziel von zehn Flugzeugen pro Monat bis Ende 2018 zu erreichen. Bei der A350 wurden zudem Fortschritte bei der Annäherung der laufenden Kosten an die Zielvorgaben erreicht. Nach der Stornierung von vier A350-Auslieferungsslots durch Qatar Airways wurde eine Vereinbarung unterzeichnet, der zufolge die Airline zum Jahresende vier weitere fertiggestellte Maschinen abnimmt. Im Rahmen des A320neo-Programms wurden 90 Flugzeuge an 19 Kunden übergeben. Herausforderungen bestehen weiterhin hinsichtlich des A320neo-Hochlaufs und des Auslieferungsplans, dessen Schwerpunkt im vierten Quartal liegen wird. Die Priorität liegt derzeit bei den Auslieferungen von Triebwerken an Kunden zur Nutzung als Ersatzteile, wie mit den Triebwerksherstellern vereinbart. Anfang 2017 waren rund 200 A320neo-Auslieferungen für das Gesamtjahr vorgesehen. Aufgrund von Engpässen bei der Verfügbarkeit von Triebwerken und deren Aufteilung zwischen OEMs und Ersatzteilpools werden die A320neo-Auslieferungen voraussichtlich geringfügig unter den Zielvorgaben liegen. Das Programm A330neo hat im Oktober mit dem erfolgreichen Erstflug einen wichtigen Meilenstein erreicht.

Das bereinigte EBIT von Helicopters sank auf € 165 Mio. (9M 2016: € 200 Mio.). Dies spiegelte einen ungünstigen Produkt-Mix insbesondere aufgrund eines geringeren Flugstundenvolumens im kommerziellen Servicegeschäft sowie die Auswirkungen des inzwischen aufgehobenen H225-Flugverbots wider. Diese Effekte wurden teilweise durch die Transformationsmaßnahmen der Division gemildert. Airbus arbeitet mit seinen Kunden weiterhin an der vollen Wiederaufnahme des Betriebs der zivilen H225-Flotte.

Das bereinigte EBIT von Defence and Space belief sich aufgrund des veränderten Konsolidierungskreises auf € 357 Mio. (9M 2016: € 436 Mio.). Auf vergleichbarer Basis blieb es jedoch weitgehend stabil.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2017 wurden zwölf A400M ausgeliefert, im Vorjahreszeitraum waren es elf. Die 2016 festgehaltenen operativen und kommerziellen Annahmen stellen weiterhin die bestmögliche aktuelle Einschätzung des Managements dar. In der Zwischenzeit wurde das Produktionsniveau jedoch angepasst, um Bestände abzuarbeiten; die Auslieferungspläne werden derzeit noch mit den Kunden diskutiert.
Die Entwicklungstätigkeiten mit Blick auf die Einhaltung des überarbeiteten Zeitplans für den Fähigkeitsaufwuchs wurden fortgesetzt. Das Erreichen der vertraglich vereinbarten technischen Fähigkeiten und die Einhaltung des entsprechenden Kostenplans sind nach wie vor höchst anspruchsvolle Aufgaben. Auch die rechtzeitige Sicherung ausreichender Exportaufträge, die Kostenreduzierung, die industrielle Effizienz und das wirtschaftliche Risiko bleiben Herausforderungen, die erhebliche Auswirkungen auf das Programm haben könnten. Mit der OCCAR und den Kundennationen laufen Gespräche über den Abbau von Risiken im A400M-Programm.

Die Aufwendungen des Konzerns für eigenfinanzierte Forschung und Entwicklung sanken auf € 1.918 Mio. (9M 2016: € 2.015 Mio.).

Das berichtete EBIT von € 2.312 Mio. (9M 2016: € 2.356 Mio.) enthielt Nettoanpassungen in Höhe von € +516 Mio. In den ersten neun Monaten des Jahres 2016 beliefen sich die Nettoanpassungen auf € -52 Mio. Die Anpassungen für die ersten neun Monate des Jahres 2017 beinhalteten:

  • Einen Aufwand in Höhe von € 150 Mio. im A400M-Programm, davon einen Aufwand von € 80 Mio. im dritten Quartal, der die Produktionsanpassung und die fälligen Kompensationen widerspiegelt;
  • Einen positiven Beitrag in Höhe von € 43 Mio. aufgrund der Differenz von Dollar-Zu- und ?Abflüssen zu unterschiedlichen Zeitpunkten und aufgrund bilanzieller Neubewertungen;
  • Einen aktualisierten Nettoveräußerungsgewinn in Höhe von € 604 Mio. aus dem Verkauf des Verteidigungselektronik-Geschäfts;
  • Einen positiven Nettoeffekt in Höhe von € 19 Mio. aufgrund weiterer Portfolioanpassungen bei Defence and Space.

Das Konzernergebnis(3) belief sich auf € 1.851 Mio. (9M 2016: € 1.811 Mio.) nach EBIT-Anpassungen. Der Gewinn je Aktie lag bei € 2,39 (9M 2016: € 2,34). Positiv beeinflusst wurden Konzernergebnis und Gewinn je Aktie insbesondere durch die Neubewertung von Finanzinstrumenten und Bilanzpositionen. Das Finanzergebnis lag bei € 92 Mio. (9M 2016: € -342 Mio.).

Der Free Cash Flow vor Fusionen und Übernahmen sowie Kundenfinanzierungen verbesserte sich auf € -3.344 Mio. (9M 2016: € -4.184 Mio.), obwohl die Entwicklung durch den Aufbau von Lagerbeständen im Zusammenhang mit dem Hochlauf und den Verzögerungen bei den NEO-Triebwerken belastet wurde. Der Free Cash Flow in Höhe von € -3.208 Mio. (9M 2016: € -2.649 Mio.) beinhaltete Netto-Erlöse von rund € 600 Mio. aus dem Verkauf des Verteidigungselektronik-Geschäfts. Der Cash-Flow für die Flugzeugfinanzierung verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um rund € 100 Mio. auf € -440 Mio. Das Flugzeugfinanzierungsumfeld ist insgesamt weiterhin solide und zeichnet sich durch eine hohe Liquidität am Markt aus. Airbus arbeitet mit den Exportkreditagenturen (ECAs) weiterhin konstruktiv an der Wiederaufnahme einer teilweise ECA-gestützten Finanzierung.

Die Nettoliquidität lag zum 30. September 2017 bei € 6,7 Mrd. (Jahresende 2016: € 11,1 Mrd.) nachdem im zweiten Quartal € 1,0 Mrd. an Dividenden für das Jahr 2016 gezahlt wurden. Die Bruttoliquidität belief sich auf € 18,0 Mrd. (Jahresende 2016: € 21,6 Mrd.).

Die Ermittlungen der britischen Antikorruptionsbehörde (Serious Fraud Office – SFO) und der französischen Finanzstaatsanwaltschaft (Parquet National Financier – PNF), die nach der Selbstanzeige von Airbus bei den britischen Behörden eingeleitet wurden, dauern an. Airbus arbeitet vollumfänglich mit beiden Behörden zusammen, auch was potenzielle Themen im gesamten Geschäft von Airbus angeht. Die Ermittlungen von SFO und PNF und sich daraus ergebende etwaige Strafen könnten sich für Airbus negativ auswirken.
Eine etwaige Verhängung von Geldstrafen (und deren Höhe) oder anderer Sanktionen aufgrund der von SFO und PNF eingeleiteten Ermittlungen hängt letztendlich von den sachlichen und rechtlichen Ermittlungsergebnissen ab und könnte erhebliche Auswirkungen auf Abschluss, Geschäft und betriebliche Aktivitäten von Airbus haben. Derzeit ist es jedoch verfrüht, eine Einschätzung der Wahrscheinlichkeit oder des Ausmaßes solcher potenziellen Folgen abzugeben(4).

Im Rahmen einer Überprüfung von Verfahren zur Einhaltung gesetzlicher US-Vorschriften hat Airbus einige Ungenauigkeiten bei Anträgen festgestellt, die das Unternehmen gemäß Part 130 der US-Vorschriften für den internationalen Waffenhandel (International Traffic in Arms Regulations – ITAR) beim US-Außenministerium eingereicht hatte. Airbus hat daraufhin die amerikanischen Behörden hierüber informiert und kooperiert mit den
US-Behörden. Airbus ist weder in der Lage, die mögliche Dauer der Untersuchung noch die Höhe oder Bandbreite etwaiger Einbußen, Strafen oder anderer staatlicher Maßnahmen abzuschätzen, die diese Angelegenheit nach sich ziehen könnte.

Ausblick

Der Ausblick von Airbus für das Geschäftsjahr 2017 basiert auf der Erwartung, dass Weltwirtschaft und Luftverkehr gemäß den vorherrschenden unabhängigen Prognosen wachsen. Diese beruhen auf der Prämisse, dass es zu keinen größeren Turbulenzen kommt.

Die Airbus-Prognosen für Gewinn und Free Cash Flow für das Jahr 2017 gehen von einem gleichbleibenden Konsolidierungskreis aus.

  • Vorbehaltlich der Einhaltung der Zusagen der Triebwerkshersteller wird Airbus 2017 voraussichtlich mehr als 700 Zivilflugzeuge ausliefern.
  • Vor Fusionen und Übernahmen rechnet Airbus mit einem Wachstum des bereinigten EBITs und des bereinigten Gewinns pro Aktie im mittleren einstelligen Prozentbereich im Vergleich zu 2016.
  • Der Free Cash Flow vor Fusionen und Übernahmen sowie Kundenfinanzierungen wird voraussichtlich mit dem des Jahres 2016 vergleichbar sein.

Der veränderte Konsolidierungskreis bei Defence and Space wird voraussichtlich zu einem Rückgang des bereinigten EBIT und des Free Cash Flows vor Fusionen und Übernahmen sowie Kundenfinanzierungen um rund € 150 Mio. führen, beim bereinigten Gewinn je Aktie wird ein Rückgang um rund 14 Cent erwartet.

Quelle: http://company.airbus.com/news-media/press-releases/Airbus-Group/Financial_Communication/2017/10/9M-2017-Results/de_9M-2017-Results.html