DGLR-News Meldung

02.08.2017 - Rubrik: Wirtschaft/Technik

Airbus Perlan Mission II erreicht neue Höhen – Segelflieger soll neuen Höhenrekord aufstellen und Klima erforschen

Bild: Airbus

El Calafate, Argentinien, 02. August 2017 – Die Airbus Perlan Mission II, bei der ein unmotorisiertes Flugzeug bis an den Rand des Weltraums vordringen und wichtige Erkenntnisse zu Klimawandel, Wetter und Höhenflug liefern soll, ist in seiner zweiten Testflugsaison im argentinischen El Calafate diese Woche in bisher unerreichte Höhen vorgedrungen. Die Piloten Jim Payne, Morgan Sandercock, Tim Gardner und Miguel Iturmendi erreichten in dem mit einer Druckkabine ausgestatteten Segelflugzeug Perlan 2 bisher eine Höhe von 9.906 m (32.500 Fuß).

El Calafate liegt in der Region Patagonien in Argentinien und ist einer der wenigen Orte auf der Welt, an denen Bergwinde zusammen mit dem Polarwirbel besonders starke „stratosphärische Bergwellen“ erzeugen. Die Perlan-Piloten wollen diese Luftströmungen nutzen, um mit ihrem Experimentalflugzeug bis an den Rand des Weltraums vorzudringen.

Im Verlauf der nächsten zwei Monate wird sich ein von Airbus gesponsertes Team aus Freiwilligen auf die Suche nach diesen Wellen machen, um den bisherigen Höhenrekord für Gleitflugzeuge von 15.462 m (50.727 Fuß) zu übertreffen, der im Jahr 2006 von Einar Enevoldsen und Steve Fossett mit Perlan 1 aufgestellt wurde. Dabei das Team die einzigartige Konstruktion des Seglers nutzen, um wissenschaftliche Daten über die Atmosphäre zu sammeln.

„Erst im vergangenen Monat hat das Abbrechen eines Eisbergs von der Größe des US-Bundesstaats Delaware in der Antarktis erneut deutlich gemacht, wie wichtig es für uns ist, den Klimawandel zu verstehen“, sagte Ed Warnock, CEO des Perlan-Projekts. „Die Airbus Perlan Mission II ermöglicht uns, eine Reihe atmosphärischer Phänomene zu untersuchen. Diese Informationen helfen uns, genauere Modelle der oberen Atmosphäre und der für alle Menschen relevanten Klimaveränderungen zu erhalten.“

Da das Segelflugzeug Perlan 2 ohne Motor fliegt, können saubere Luftproben in verschiedenen Höhen gesammelt werden. Im Gegensatz zu Wetterballons ist mit Perlan 2 ein kontrollierter Flug möglich. Der Segler kann in einem Gebiet bleiben und von demselben Flughafen starten und landen.

Neben der Klimaforschung wird die Airbus Perlan Mission II Erkenntnisse über Luftturbulenzen in großer Höhe und die Auswirkungen der Höhenstrahlung auf Piloten und Flugzeuge liefern.

„Mit der Zunahme des Luftverkehrs gewinnt auch die Frage, wie eine wachsende Zahl von Passagieren sicher und effizient transportiert werden kann, immer mehr an Bedeutung. Hier werden die im Rahmen der Airbus Perlan Mission II gewonnenen Erkenntnisse von unschätzbarer Bedeutung sein“, sagte Allan McArtor, Chairman of Airbus Americas. „Die Ergebnisse des Perlan-Projekts werden uns helfen, die Zukunft der Luftfahrt durch Innovationen in den Bereichen Konstruktion und Technik besser und effizienter zu gestalten – bis hin zur Grundlagenforschung für Flüge auf dem Mars.“

Sie können die Perlan-2-Flüge diesen Sommer live über das Airbus Perlan Mission II Virtual Cockpit verfolgen unter bit.ly/VirtualPerlan2.

Über die Airbus Perlan Mission II


Die Airbus Perlan Mission II ist eine Initiative, bei der ein unmotorisiertes Flugzeug bis an den Rand des Weltraums vordringen und damit Regionen erreichen soll, in denen ein kontrollierter Horizontalflug mit Flugzeugen bislang nicht möglich war. Ziel ist es, neue Erkenntnisse über Höhenflug, Klimawandel und Wetterforschung zu gewinnen. Dieses historische Vorhaben ist der Höhepunkt jahrzehntelanger Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen und der Arbeit eines internationalen Teams aus Piloten und Wissenschaftlern, die unermüdlich ihre Zeit und ihr Wissen in den Dienst des gemeinnützigen Perlan-Projekts stellen. Das Projekt wird von Airbus sowie einer Sponsorengruppe unterstützt, zu der unter anderem Weather Extreme Ltd., United Technologies und BRS Aerospace gehören.

Quelle: http://www.airbus.com/newsroom/press-releases/de/2017/08/perlan-second-season-begins.html