Veranstaltungsanmeldung 2

Vortrag

Strukturmontage im Weltraum - In-Orbit Manufacturing

Historische Entwicklung, Stand der Technik, Interesse für die kommerzielle Raumfahrt, und aktuelle Projekte bei Airbus

Referent: Max Lange, Airbus Defence and Space

17. Mai 2018, 17:30 h

Airbus Operations GmbH
Airbus-Allee 1, 28199 Bremen
Gebäude 68
Raum 035 (Haupteingang im Erdgeschoss)

Ansprechpartner in der BG Bremen: Dr. Martin Gerber

Der Zusammenbau von größeren Systemen - Raumstationen oder Raumschiffen - direkt in der Umlaufbahn, mithilfe von Robotern oder Astronauten, ist schon lange Standard in der Science Fiction; aktuell findet diese Technik langsam den Weg in die Umsetzung. Tatsächlich wurde z.B. die Internationale Raumstation aus vorgefertigten Modulen zusammengesetzt, jedoch waren die Module noch sehr komplex und schwer. Aktuell arbeiten z.B. die NASA, aber auch Airbus daran, wesentliche Elemente von Satelliten im Weltraum zu fertigen bzw. zu montieren. Ziele dabei sind, einerseits die Strukturmasse erheblich zu verringern, andererseits Strukturen realisieren zu können, die wegen ihrer Größe oder ihres filigranen Aufbaus nicht mittels einer Rakete transportiert werden könnten. So soll die Leistungsfähigkeit von Kommunikationssatelliten erheblich gesteigert werden, bei gleichzeitig geringeren Kosten.

Um Strukturen im Weltraum montieren zu können, sind neben entsprechenden Design-Konzepten v.a. robotische Fähigkeiten vonnöten: Präzises Greifen empfindlicher Bauteile; Sensoren, die unabhängig von Beleuchtung und Temperatur die Strukturvermessung ermöglichen, und Roboterarme, welche die Teile kollisionsfrei bewegen und auch unter starker thermischer Verformung sicher platzieren können. Daneben spielt auch der 3D-Druck direkt vor Ort eine Rolle.

In den USA sind z.B. Made In Space oder Tethers Unlimited mit den NASA-geförderten Projekten Archinaut bzw. SpiderFab aktiv; beide mit für den Weltraum angepassten Kunststoffstrukturen. In Europa ist es in erster Linie Airbus. Dabei wird im Projekt DEMETRA die Herstellung eines großen Antennenreflektors aus vorgefertigten Metallelementen demonstriert; im Projekt DROPS soll die lineare Strukturverbindung durch 3D-gedruckte Verbindungselemente demonstriert werden, außerdem auch die Montage einer kompletten Satellitenelektronik mittels Steckkarten. Dadurch werden wir in die Lage versetzt, nicht nur Strukturen, sondern komplette Satelliten mit Hilfe eines Roboterarms zu montieren. Mittelfristig ergeben sich so erweiterte Anwendungsmöglichkeiten, die auch kommerziell interessant sind. Deshalb entwickelt Airbus sowohl mit öffentlicher Förderung als auch eigenfinanziert die entsprechenden Systeme und plant bis 2021 eine erste Demonstration auf der Internationalen Raumstation.

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