Berlin-Brandenburg

Resümees zu den Vortragsveranstaltungen der Bezirksgruppe

Hier finden Sie Resümees zu den Vortragsveranstaltungen der Bezirksgruppe Berlin-Brandenburg.

 

 

 

Datum      

Uhrzeit     

Ort                

Veranstaltung                         

Montag,
11.09.2017

18:00 Uhr

TU Berlin,
ILR F11,
Marchstraße
12-14
10587 Berlin-Charlottenburg

Vortrag: Projektmanagement in der Raumfahrt:
Projektarten, Besonderheiten, Bedarf

Referent: Dr. Michael Sölter
Zertifizierter Senior Projektmanager GPM-IPMA Level B
Mitglied des DGLR Senats, Leiter Fachausschuss Q 4.1 "PM & QM"

Download: Flyer

Dr. Michael Sölter und Alexander Mayer bei der Übergabe des Buchpräsentes

Theorie und Praxis beim Projektmanagement in der Raumfahrt

Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, wissen wir aus Goethes Faust. Doch wenn sie mit der Praxis sinnvoll vereint wird, kann sie gewaltig an Farbe zunehmen und vor allem zu großem Erkenntnisgewinn führen.

Wie man das gekonnt macht, hat uns Dr. Michael Sölter am 11. September in einem langen, aber dennoch höchst kurzweiligen Vortrag zum Thema Projektmanagement in der Raumfahrt: Projektarten, Besonderheiten, Bedarf vorgeführt. Der Leiter des  DGLR-Fachausschusses Q 4.1 „PM& PM“ beantwortete auf der gemeinsamen Veranstaltung mit der Deutschen Gesellschaft für Projektionsmanagement e. V. (GPM) die Frage, was die Raumfahrtprojekte auszeichnet, welche Unterschiede es zu den „klassischen“ Forschungs- und Entwicklungsprojekten gibt und wo die Besonderheiten bei den Organisations- beziehungsweise Investitionsprojekten liegen. Dabei ging er auf jene Besonderheiten ein, die beispielsweise der Hightech, dem politischen Faktor und den speziellen Prozess-Standards geschuldet sind. Zudem stellte er das Company Management System (CSM) an ausgewählten Beispiele vor.

Bei den ersten Folien wurde das durchweg fachkundige Auditorium mit einer Fülle von Angaben und Aufstellungen bombardiert, die auf eine Habil-Arbeit schließen ließen. Doch schnell wurde die Systematik deutlich, mit der die einzelnen Thesen immer wieder mit zumeist bekannten Beispielen veranschaulicht. Die stammten unter anderem aus den Bereichen Navigation, Kommunikation, Erdbeobachtung, Meteorologie, Transportsysteme und natürlich bemannte Raumfahrt.

Da fielen dann Begriffe wie das Polaris-, Apollo-, Ariane-, Airbus-oder  Spacelab-Programm, die ISS, die ESA, das DLR, Roskosmos oder die NASA, und da ging es um Zahlen bei der rasch voranschreitenden Kommerzialisierung der Raumfahrt sowie um die technischen, terminlichen, kaufmännischen, politischen und rechtlichen Risiken etwa bei internationalen Investprojekten, die mindestens 15 Jahre vorausschauend kalkuliert und geplant werden müssen.
Dabei wurde so manchem klar, wie diese oder jene Verzögerung zustande kommt. Denn weshalb sollte es in der Raumfahrt anders sein als in der großen Politik, wo um Ideen, Konzepte, Gelder und Mehrheiten gerungen werden muss.


Natürlich fragte Dr. Sölter auch am Schluss ein paar Formeln ab, die die meisten irgendwann einmal gelernt, inzwischen aber wieder vergessen haben. Glücklicherweise fand sich immer wenigstens ein kluger Kopf, der sie kannte und deuten konnte. Schön,  dass auch viele junge Leute im Saal saßen. Für sie war der Vortrag sicher eine besonders ergiebige Lehrstunde.

GK

Datum      

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Ort                

Veranstaltung                         

Montag,
03.07.2017

18:00 Uhr

TU Berlin,
ILR F11,
Marchstraße
12-14
10587 Berlin-Charlottenburg

Vortrag: Part-Time-Scientists - “Mission to the Moon”

Referent: Karsten Becker M.Sc.
Leiter der elektronischen Entwicklungsabteilung
der PTScientists GmbH, Berlin

Download: Flyer

Von Berlin-Marzahn zum Mond

Wenn jemand die Bezeichnung Start-up im wahrsten Sinne des Wortes rechtfertigt, dann ist es die PTScientists GmbH in Berlin-Marzahn. Das Forschungs- und Entwicklungsunternehmen will Mittelständlern mit neuartigen Technologien einfach und kostengünstig den Zugang zum Weltall ermöglichen.

Gegründet wurde die Firma 2009 von 35 Raumfahrtenthusiasten mit der Idee, die erste private Mondmission durchzuführen. Das sollte im Rahmen des Google Lunar X-Prize-Wettbewerbs geschehen. Mit finan-zieller Unterstützung von Audi wurde das modulare Raumschiff ALINA (Autonomous Landing and Navigation Module) entwickelt, das bei der Mission to the Moon zwei kleine Rover rund vier Kilometer von der historischen Landestelle der Apollo 17-Mission von 1972 absetzen soll-te, um diese zu erkunden. Immerhin war dies die bisher letzte bemann-te Mondlandung.
Mit dem Gewinn des Google Luna X-Prize, bei dem es um 35 Millionen Dollar ging, wurde es nichts. Er läuft mit dem Ende des laufenden Jah-res aus. Doch die Truppe besteht immer noch und setzt ihre Arbeit nicht mehr in Part-Time (PT), sondern in Full-Time fort. 19 der 35 Mit-arbeiter sind inzwischen fest angestellt, wie der Leiter der elektroni-schen Entwicklungsabteilung der GmbH, Karsten Becker M. Sc., am 3. Juli in einem Vortrag vor der Bezirksgruppe Berlin-Brandenburg berich-tete.

Von ihm erfuhr das überwiegend studentische Auditorium, dass inzwi-schen auch Vodafone und andere, nicht explizit genannte Sponsoren mit an Bord sind. Zudem wird das Unterfangen vom Deutschen Zent-rum für Luft- und Raumfahrt (DLR), der Europäischen Weltraumorgani-sation ESA und der US-Luft- und Raumfahrbehörde NASA unterstützt. ALINA mit den beiden Rovern soll mit einer Falcon 9 des US-Unternehmens SpaceX Ende 2018/Anfang 2019 auf den Weg zum Mond gebracht werden. Die Flugbahn dorthin wird von einem NASA-Mann berechnet, der schon bei Apollo 17 dabei war.

Mit der NASA habe man auch alle Einzelheiten der Mission bespro-chen, bei der es darum geht, fotografisch zu dokumentieren, wie der Apollo-Rover heute nach 45 Jahren aussieht und wie sich die Materia-lien, aus denen er besteht, verändert haben, sagte Becker. Dabei seien peinlich genau zahlreiche Anweisungen einzuhalten, um die Landestel-le als Weltkulturerbe nicht zu beschädigen. Die Rover würden sich da-bei mit einer Höchstgeschwindigkeit von 3,6 Stundenkilometern über eine Strecke von maximal acht Kilometern Länge bewegen. Dabei seien auch mit einer Multispektralkamera Aufnahmen für Gesteinsanalysen geplant.

Für die zweite Mission nach 2020 wird der Mondsüdpol angepeilt. An-stelle der Rover kann ALINA dann rund 100 Kilo Nutzlast an Bord neh-men. Pro Kilo werden den Interessenten 75.000 Euro berechnet. Damit sollen dann alle Kosten abgedeckt werden.

Becker betonte ausdrücklich, dass sich sein Unternehmen bei den Mis-sionen streng an die internationalen rechtlichen Bestimmungen hält, so an das UNO-Weltraumrecht. Auf die Frage, was denn mit ALINA und den anderen Geräten nach dem Ende der Expeditionen geschehe, sagte er: „Die bleiben auf dem Mond und werden nun selbst Welterbe.“

GK

Wolfgang Absmeier bei Überreichung des Buchpräsentes durch Stefan Hein.

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Veranstaltung                         

Montag,
24.04.2017

18:00 Uhr

TU Berlin,
ILR F11,
Marchstraße
12-14
10587 Berlin-Charlottenburg

Vortrag: Flugerprobung Airbus A350 XWB - Vom Erstflug bis zur Zertifizierung

Referent: Wolfgang Absmeier,
Airbus Operations Flight Test Toulouse France

Download: Flyer

Der Vortrag stieß auf reges Interesse seitens der DGLR Mitglieder und Studenten. Der große Vorlesungssaal im ILR musste mit zusätzlichen Stühlen ausgestattet werden um dem Andrang gerecht zu werden.

Airbus im Doppelpack:  Informationen aus erster Hand zum Airbus A350 XWB von Testpilot Absmeier und Pressesprecher Stolzke

Dass auch ausgemachte Luftfahrtexperten nicht jeden Tag die Gelegenheit haben, mit einem Airbus-Testpiloten in den Dialog zu treten, wurde am 24. April beim Vortragsabend der Bezirksgruppe mehr als deutlich. Der Hörsaal F11 im Institut für Luft- und Raumfahrt der TU-Berlin in der Marchstraße war brechend voll, als es um die Flugerprobung des Airbus A3560 XWB ging. Der europäische Konzern war dabei gleich im Doppelpack vertreten – durch Wolfgang Absmeier, seines Zeichens Experimental Testpilot, Airbus Operations Flight Test Toulouse France, so sein etwas sperriger Titel, und durch Heiko Stolzke, den Pressesprecher von Airbus Deutschland.

Absmeier berichtete in seinem mit englischen Abkürzungen gespickten, aber dennoch auch dem Laien verständlichen Vortrag über die 18 Monate Erprobung der mittelgroßen Langstreckenmaschine am Boden und in der Luft zwischen Juni 2013 und Dezember 2014. Dabei war der neue Airbus, der sich durch erheblich geringeren Treibstoffverbrauch als die vergleichbare Konkurrenz von Boeing, eine größere Reichweite und einfache Bedienung auszeichnet, mehr als 2.609 Teststunden in der Luft.

Herr Stolzke, Absmeier und Hein nach dem Vortrag.

Am Anfang einer Testkampagne steht die Öffnung der Flugenveloppe. Danach dürfen Helm und Fallschirm abgelegt werden. Auf die Frage, wie man denn aus solch einem Flugzeug aussteigt, antwortete Absmeier. Eine Luke in der Frachttür, die abgesprengt wird, gibt den Weg einer Rutsche vom Mitteldeck nach draußen frei. Mit ein bisschen Übung …
Der Testpilot, der einst bei der Bundeswehr die Phantom F4-F flog, schilderte im Detail, wie die Systeme des Airbus in extremen Klimazonen – etwa im Norden Kanadas und in der Wüste Arabiens   –, aber auch im Airline-Alltagsbetrieb auf Herz und Nieren geprüft wurden. Vielfach war er dabei persönlich und maßgeblich beteiligt.
Das Rout-Proving stellt den Abschluss der Testkampagne dar und führt die A350 rund um die Welt.
In den 38 Jahren seiner Karriere hat Absmeier mehr als 75 militärische und zivile Muster geflogen und dabei mehr als 15.500 Stunden in der Luft verbracht – allein mehr 5.500 Stunden bei Airbus-Testflügen. Heute ist er Head of Product Operations und Project Pilot für die A380.

Zuvor hatte Heiko Stolzke einen Überblick über den Airbus-Konzern mit seinen 134.000 Mitarbeitern in den weltweit 11 Produktionsstätten gegeben. Monatlich werden hier 60 Maschinen produziert, teilte er mit. In Deutschland habe das Unternehmen 17.500 Mitarbeiter in den Standorten Hamburg, Stade und Bremen. Derzeit gebe es schon 17.600 verkaufte Maschinen der unterschiedlichsten Versionen. Alle 1,5 Sekunden werde statistisch ein Start beziehungsweise eine Landung vollzogen.

GK

Stefan Hein und Axel Krein beim Vortrag im Hörsaal.

Datum      

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Ort                

Veranstaltung                         

Montag,
23.01.2017

18:00 Uhr

TU Berlin,
Hörsaal C130,
Chemie-
gebäude
Straße des
17.Juni 115
10587 Berlin-
Charlottenburg

DGLR-Abend
2017 mit
"Bier und
Brezel"

Vortrag:
Cyber Sicherheit in
der Luft- und Raumfahrt

Referent:
Herr Axel Krein
Senior Vice President,
Head of Cyber Security
Program, Airbus
Group

Download: Flyer

Besucher im Hörsaal beim DGLR Abend 2017

DGLR-Abend 2017 der Bezirksgruppe Berlin-Brandenburg am Montag, dem 23. 01. 2017

Die Vorstellung der DGLR und der Bezirksgruppe, ein herausragender Vortrag und die Ausstellung der DGLR-Nachwuchsgruppen ergaben ein rundes Programm. Die Bezirksgruppe Berlin-Brandenburg führte den DGLR-Abend in den alten Hallen der TU-Berlin durch. Stefan  Hein, DGLR Bezirksgruppenleiter, stellte die Gesellschaft, den DLRK 2017 und die Aktivitäten der Bezirksgruppe mit deren neuem Veranstaltungsprogramm vor. Besondere Aufmerksamkeit erlangte wieder das Programm der 100 Studenten-Eintrittskarten für den DLRK 2017, der diesmal an der TU-München stattfinden wird. Danach richtete Frau Dr. Cornelia Hillenherms, Vize-Präsidentin der DGLR, ein Grußwort an die Zuhörer. Die Veranstaltung wurde im überwiegenden Teil von Studenten der TU-Berlin besucht. Auch zur Freude von Cornelia Hillenherms war ein großer Anteil an Studentinnen vertreten. Hier hatte man das Gefühl,  dass die Veranstaltungen der  DGLR von den jungen Menschen  gerne angenommen werden.

Nachdem Stefan Hein noch den Referenten, Herrn Axel Krein, unter anderem auch Mitglied des DGLR-Senats, vorstellte, konnte der Vortrag endlich beginnen.

Ausstellung im Foyer des Chemie Gebäudes der TU Berlin.

Cyber Sicherheit: Airbus wendet dafür dreistellige Millionen-Summe auf.

Spätestens seit dem Präsidentschaftswahlkampf in den USA ist das Thema Cyber Sicherheit in aller Munde. Allerdings kennen sich die wenigsten mit den Details aus. Insofern war es ein glücklicher Umstand,  dass sich die Bezirksgruppe am 23. Januar in der Auftaktveranstaltung dieses Jahres aus höchst kompetentem Munde darüber informieren konnte.

Axel Krein,  seines Zeichens Senior Vice President und Head of Cyber Security Program bei der Airbus Group,  referierte auf dem DGLR-Abend zu Cyber Sicherheit in der Luft- und Raumfahrt.  Er erinnerte eingangs daran, dass früher etwa Autos,  Krankenhäuser,  Stromnetze,  Gebäude oder Förderanlagen Angriffsziele von Kriminellen und Hackern waren. Inzwischen gebe es einen regelrechten politischen und wirtschaftlichen Cyber Terrorismus,  hinter dem Staaten,  aber auch Wettbewerber stecken.

In vielen Ländern der Welt versuchten ganze Heere von Cyber-Experten,  diese Angriffe abzuwehren – zum Beispiel rund 200.000 in den USA,  150.000 in Russland, 80.000 in China, 40.000 in Israel und nur 10.000 in ganz Europa. Dennoch sei keine 100-prozentige Sicherheit auf beiden Seiten möglich,  sagte Krein. Insgesamt stehe die Cyber-Revolution mit riesigen Potenzialen und Risiken noch am Anfang.

Seine Airbus Group investiere derzeit einen dreistelligen Millionen-Betrag in die Cyber Sicherheit  - mit schnell steigender Tendenz,  betonte der Manage. Mit dem immer höheren Automatisierungsgrad der Flugzeugproduktion wachse allerdings auch die Gefahr ihrer Manipulation von außen und des Datenabflusses.

Eine spezielle Gruppe Produkt und Cyber Security arbeite daran,  die Herausforderungen zu vermeiden, zu erkennen und auf die zu reagieren. Dabei sei die Liste der Bedrohungen lang. Sie reiche von einer Bombe an Bord eines Flugzeuges über randalierende Passagiere und Sabotage bis hin zu manipulierter Soft- und Hardware.

Krein unterstrich nachdrücklich,  dass niemand die Cyber Sicherheit allein herstellen kann „Wir sitzen dabei alle in einem Boot“,  sagte er. Alle betroffenen Parteien müssten sich deshalb so schnell wie möglich an einen Tisch setzen und ein schlüssiges Konzept für diese gesamtgesellschaftliche Herausforderung entwickeln. Denn ohne Sicherheit werde es auch keine Digitalisierung geben.

Im Anschluss an den Vortrag kam es zu einer interessanten Frage- und Antwortrunde, die bei Bier und Brezeln in der Ausstellung der Arbeiten der studentischen Nachwuchsgruppen, JETSDREAM (Kleingasturbinen), IFSys (autonom fliegendes Luftfahrzeug) und DECAN (Höhenrakete mit Heißwasserantrieb) fortgesetzt wurde. Mit Begeisterung haben die Studenten ihre Arbeiten vorgestellt und an den Exponaten und Ausstellungswänden erklärt. Ein großes Dankeschön noch einmal an die engagierten Studenten dieser Gruppen. 

GK

Herr Köhler und Stefan Hein bei der Überreichung des Buchpräsentes.

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Veranstaltung                         

Montag,
14.11.2016

18:00 Uhr

TU-Berlin,
Hörsaal F11,
Institut für Luft- und
Raumfahrt,
Marchstraße 12-14,
10587 Berlin-Charlottenburg

DGLR Jahresab-schlussver-anstaltung

Vortrag:
Kometensonde Rosetta und die Landung auf 67P „Tschuri“

Referent: Herr Ulrich Köhler,
DLR Institut für Planetenforschung,
Berlin Adlershof

Download: Flyer

Mitglieder der DGLR Nachwuchsgruppe IFSys stellte ihr Projekt aus.

Wunderbarer Jahresabschluss mit Tschuri-Vortrag von Ulrich Köhler -  Bezirksgruppe Berlin-Brandenburg zieht positive Bilanz 2016

Besser hätte das Jahr nicht ausklingen können! Auf der Jahresabschlussveranstaltung unserer Bezirksgruppe am 14. November hielt Diplom-Geologe Ulrich Köhler vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin Adlershof in gewohnter Manier einen furiosen Vortrag über den Abschluss der Rosetta-Mission mit der spektakulären Landung von Philae auf dem Kometen Tschurjumow-Gerassimenko.

Er sei stolz und glücklich, dass er an dieser Mission mitwirken konnte, die eines der bedeutendsten Raumfahrtunternehmen zur Erforschung des Sonnensystems überhaupt gewesen sei. Eine so grandiose Aufgabe werde wohl in seinem ganzen weiteren Wissenschaftlerleben nicht mehr auf ihn zukommen, sagte Köhler.

Wer Ulrich Köhlers Vortrag hörte, hatte den Eindruck, der noch junge Wissenschaftler habe persönlich auf der Rosetta-Sonde gesessen, als die Mission nach insgesamt 30 Jahren am 30. September endete. Allerdings hat die Auswertung der Unmengen Daten gerade erst einmal begonnen und wird wohl auch viele Jahre dauern. So darf man davon ausgehen, dass Ulrich Köhlers höchst persönliche Rosetta-Mission noch lange nicht zu Ende ist, zumal gerade erst einmal „das Ende der Küstenschifffahrt“ erreicht sei. Noch sei man bei der Erforschung des Sonnensystems „nicht auf Hoher See“, versicherte er. Na denn, Schiff ahoi“, Herr Köhler.

Herr Köhler zeigte ausführlich und in beeindruckenden Bildern jene Strukturen, die auf „Tschuri“ gefunden wurden. Er berichtete von einer schwarzen Oberfläche mit weit über 200 Meter tiefen Löchern, Gaseruptionstrichtern, dünenartigen Strukturen und ebenen Flächen. Er  zeigte auch das letzte vor dem Crash am 30. September von der Rosetta-Sonde aufgenommene Bild. „Es ist etwas unscharf, da der Fokus nicht für so eine Annäherung ausgelegt worden ist“, warf Herr Köhler lächelnd ein.

Zuvor hatte der Leiter unserer Bezirksgruppe, Stefan Hein, eine beachtliche Bilanz der Aktivitäten und Entwicklung im ablaufenden Jahr gezogen. So habe es sieben hochkarätige Vorträge gegeben, deren Themenbogen sich von der „Innovation Excellence“ bei Lufthansa Technik über die mobile Raketenbasis des DLR MORABA und 125 Jahre Menschenflug von Otto Lilienthal bis eben zu Rosetta spannte.

Zudem war die Bezirksgruppe mit ihren nunmehr 271 Mitgliedern (plus 11 gegenüber dem Vorjahr) auf der ILA 2016 aktiv und unterstützte das Raumfahrthistorische Kolloquium sowie den Fachausschuss R3.5 Raumfahrt und Philosophie. Auch vier Stammtische für Luft- und Raumfahrtbegeisterte stehen zu Buche.

Der traditionelle Abschluss bei Bier und Brezen bot Gelegenheit, das Jahr noch einmal individuell Revue passieren zu lassen, Köhlers Vortrag angeregt zu diskutieren und auch die Ergebnisse der Arbeit der Nachwuchsgruppe IFSys zu bestaunen.


G.K.

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Veranstaltung                         

Montag,
02.05.2016

18:00 Uhr

TU-Berlin,
Hörsaal F11,
Institut für Luft- und
Raumfahrt,
Marchstraße 12-14,
10587 Berlin-Charlottenburg

DGLR Vortrag

Vortrag:
125 Jahre Menschenflug von Otto Lilienthal

Referent: Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Nitsche

Download: Flyer

Lilienthal und die Aerodynamik 
 
Obwohl das Thema 125 Jahre Menschenflug Otto Lilienthal eigentlich einen historischen Vortrag erwarten ließ, wurde es eher eine Lektion in vergleichender Aerodynamik – allerdings mit dem doch historisierenden Untertitel …mit Betonung der Fluggeschichten aus dem havelländischen Stölln.

Nein, er sei kein Historiker, sondern Aerodynamiker, leitete Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Nitsche von der TU Berlin seinen Vortrag am 2. Mai vor der Bezirksgruppe Berlin-Brandenburg ein. Dann machte er sich an den höchst spannenden Versuch, Lilienthals theoretischen Gedanken, auf denen seine ersten Gleitflüge 1891  beruhten, auf den Grund zu gehen und sie in die Nomenklatur der heutigen Flugtechnik und Aerodynamik einzuordnen. Dabei stellte er den genialen Ideen und Erfindungen auch einige Fehleinschätzungen gegenüber, mit denen der Flugpionier zu kämpfen hatte.
 
Vieles habe Lilienthal damals aus heutiger Sicht aber nicht so genau erklärt oder einfach erklären wollen, resümierte der Professor: „So what – er ist als Erster geflogen.“

Als es darum ging, Sponsoren für das Lilienthal-Zentrum in Stölln bei Rhinow im Havelland zu finden, habe sich der Flugpionier nachträglich selbst beinahe als das größte Hindernis erwiesen, sagte Professor  Nitsche. Denn die erste seiner 11 Goldenen Regeln der Flugapparatekonstruktion laute, dass man dafür „nicht unter allen Umständen“ von der Beschaffung starker und leichter Motoren abhängig sei. Im Klartext: Lilienthal war nicht am Motorflug interessiert.
 
Unter dieser Prämisse habe er bei Triebwerksherstellern als potenzielle Geldgeber schlechte Karten gehabt, fügte der Referent hinzu. Glücklicherweise habe man aber die Lokalpolitik von dem Projekt überzeugen können. Immerhin habe Stölln dank Lilienthal ja auch „den ältesten Flugplatz der Welt“.
 
G. K.

Dr. Ivana Hrbud nach Ihrem Vortrag für die DGLR.

Datum      

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Veranstaltung                         

Montag,
04.04.2016

18:00 Uhr

TU-Berlin,
Hörsaal F11,
Institut für Luft- und
Raumfahrt,
Marchstraße 12-14,
10587 Berlin-Charlottenburg

DGLR Vortrag

Vortrag:
MORABA - Die mobile Raketenbasis des DLR -

Referent: Dr. Ivana A. Hrbud,
MORABA, DLR Oberpfaffenhofen

Download: Flyer

Kleine Raketen - ganz groß - Dr. Ivana Hrbud gibt einen höchst lebhaften Einblick in die Mobile Raketenbasis MORABA

Wer  einmal wissen will, wie eine Wissenschaftlerin für ihr Fach lebt und brennt, sollte einen Vortrag von Frau Dr. Ivana A. Hrbud besuchen. Der DLRG-Bezirksgruppe Berlin-Brandenburg hatte am 4. April das ungeteilte Vergnügen. Dass wir dabei auch  unser Englisch aufgefrischt haben, sei nur am Rande erwähnt. Denn die Raketenspezialistin von der MObilen RAketenBAsis (MORABA) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat lange Jahre in den USA gearbeitet und suchte ein ums andere Mal nach dem deutschen Fachausdruck.

Obwohl die kleinen Forschungsraketen von Dr. Hrbud und ihren rund 50 Mitstreitern mit den Ariane 5, Atlas, Vega oder Sojus von der Statur her nicht mithalten können und auch sollen, leisten sie doch Großes. Die Forschungsraketen heißen unter anderem Rexus und  Maxus,  sind zwischen 5 und 20 Metern lang, haben maximal drei Stufen und eine Höchstmasse von knapp 30 Tonnen. Mit Feststoff angetrieben, können sie wissenschaftliche Nutzlasten bis 800 Kilogramm auf eine ballistische Bahn zwischen 50 und 700 Kilometer Höhe bringen - und das nicht nur von den Startplätzen in Europa, etwa in Kiruna (Schweden) und Andoya (Norwegen), sondern auch von Wallops in den USA, Woomera in Australien oder gar aus der Antarktis. Bis zu 15 Missionen stehen pro Jahr auf dem Plan.

Schwerpunkte der Forschungen sind die Physik der Atmosphäre sowie Schwerelosigkeits- und Hyperschallexperimente. MORABA bietet dabei von der Vorbereitung und Durchführung bis hin zur Post-Flug-Analyse ein Rundumsorglospaket. Die Kosten halten sich dabei in Grenzen, zumal MORABA ein gemeinnütziges Unternehmen ist, wie Frau Dr. Hrbud betont, die Deutsche ist, aber in Kroatien geboren wurde. 

Nächstes großes Ziel von MORABA ist es, der Forschungsrakete VML-1, die in Zusammenarbeit mit Brasilien entsteht, das Fliegen beizubringen. Das soll in den kommenden beiden Jahren geschehen. Der dreistufige Träger könnte auch Kleinsatelliten in eine Erdumlaufbahn schießen.

Mit der Rakete soll auch das Raumfahrzeug SHEFEX-3 gestartet werden, um im Grenzbereich von oberster Erdatmosphärenschicht und Weltraum kostengünstige Technologien für den Wiedereintritt von Raumflugkörpern zu testen. Das vorangegangene Experiment landete wegen schlechten Wetters auf dem Meeresgrund vor Spitzbergen.

G. K.

Ulli Wenger und Stefan Hein bei der Überreichung des Buchpräsentes nach dem Vortrag

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Veranstaltung                         

Montag,
07.03.2016

18:00 Uhr

TU-Berlin,
Hörsaal F11,
Institut für Luft- und
Raumfahrt,
Marchstraße 12-14,
10587 Berlin-Charlottenburg

DGLR Vortrag

Vortrag:
Rolls-Royce - Seit mehr als 100 Jahren Innovationen für die Luftfahrt -

Referent: Ulrich Wenger,
Leiter Engineering & Technology bei Rolls-Royce Deutschland

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Über 100 Jahre Rolls-Royce-Innovationen für die Luftfahrt

Wenn Otto Normalverbraucher den Namen Rolls-Royce hört, denkt er sicher zuerst an die dicken und teuren Autos für gekrönte Häupter, Superreiche und Snobs. Doch an diesem Abend des 7. März ging es bei dem Vortrag der DGLR-Bezirksgruppe  Berlin-Brandenburg nicht um das "beste Auto der Welt", das sich Rolls-Royce 1904 zu bauen vorgenommen hat. Es ging vielmehr um die Luftfahrtbranche des Unternehmens der Herren Charles Rolls und Henry Royce, die 1914 aus der Taufe gehoben worden war.

In seinem Vortrag "Rolls-Royce - 100 Jahre Innovationen für die Luftfahrt" zeichnete Dipl.-Ing. Ulrich Wenger, Leiter Engineering & Technology bei Rolls-Royce Deutschland, diesen Weg eindrucksvoll nach. Er vermittelte dem sachkundigen Publikum einen kompakten Überblick über die technologischen Verbesserungen, die der Flugtriebwerkssektor der Weltfirma in dieser Zeit erzielt hat, und gab zugleich einen Ausblick auf jene neuen Technologien, an denen derzeit gearbeitet wird, um die künftigen Ziele zu erreichen.

Der lange "Luftweg" von RR begann 1915, als der erste Motor, der wassergekühlte 12-Zylinder Eagle mit immerhin 200 PS, auf den Prüfstand kam. In seinen unterschiedlichsten und ständig weiterentwickelten Varianten war das Triebwerk Standard  von den Spitfire- und Mustang-Jägern bis hin zu den Dornier Wal Flugbooten.

Auch das erste Überschallpassagierflugzeug der Welt, die elegante Concorde, flog mit RR-Triebwerken, wie es heute beim A400M, den Harriers, der A380, B787 und vielen anderen Maschinen der Fall ist.

In den kommenden Jahren geht es für RR vor allem darum, die Herausforderungen des Klimawandels zu meistern, sagte Dipl.-Ing. Wenger. Das bedeute für die Strahltriebwerke, die internationalen Vorgaben zur Senkung der C02-Emissionen (75 Prozent), des Schadstoffausstoßes (90%) und des Fluglärms (65%) bis 2050 zu erfüllen, was sich die weltweit 50.000 RR-Mitarbeitern, darunter über 10.000 Mitarbeiter an 14 Standorten in Deutschland, auf ihre Fahnen geschrieben haben. Der Weg dorthin führe über den Einsatz neuer Schlüsseltechnologien, fügte der Redner hinzu, und nannte dabei einige Stichworte wie: 3D-Druck, aerothermische Exzellenz, modernste Fertigungsverfahren, verstärkter Einsatz von Composite-Teilen, verbessertes Design, Magerbrennkammern und neue Triebwerksarchitekturen wie ein Getriebe-Fan mit verstellbaren Fan-Schaufeln.

G.K.

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Veranstaltung                         

Montag,
30.11.2015

18:00 Uhr

TU-Berlin,
Hörsaal F11,
Institut für Luft- und
Raumfahrt,
Marchstraße 12-14,
10587 Berlin-Charlottenburg

DGLR Jahres-abschlussver-anstaltung mit Vortrag

Vortrag:
Melli Beese Deutschlands erste Frau
mit deutschem Pilotenschein

Referenten: Frau Barbara Zibler,
Leiterin des Museums Berlin-Johannisthal

Download: Flyer

Melli Beese-Vortrag, Rechenschaftsbericht und Jahresausklang bei Bier & Brezeln

Nach ihr sind Straßen, Schulen und Kitas in Dresden und Berlin benannt, dennoch ist sie selbst in Luftfahrtkreisen kaum bekannt: Melli Beese, die erste deutsche Motorfliegerin.

Die Historikerin Barbara Zibler vom Berliner Regionalmuseum „Museum Treptow“ stieß vor 20 Jahren bei Recherchen zur Frühzeit des Motorfluges in Berlin-Johannisthal auf diesen Namen. Damit begann eine Forschungsarbeit, die den spektakulären Lebensweg Melli Beeses (1886-1925), die eigentlich Amelie Hedwig Beese hieß, durch zwei Bücher einem breiten Publikum zugänglich macht und damit inzwischen auch bundesweit große Beachtung findet.

Das Mädchen Melli aus gutbürgerlichem Hause in Dresden- Laubegast hat eigentlich Bildhauerei in Stockholm studiert, wie die Mitglieder der DLRG-Bezirksgruppe Berlin-Brandenburg auf ihrer Jahresabschlussveranstaltung am 30. November bei einem spannenden Vortrag von Frau Zibler erfuhren. Noch heute zeugen viele Arbeiten von ihrem großen Talent. Doch noch mehr als die Bildhauer-Kunst faszinierte die junge Frau die Kunst der Fliegerei. Gegen alle Unbilden der damaligen Zeit, die den Frauen in diesem Metier bestenfalls eine „belustigende“ Rolle zugestanden, setzte sie sich durch, machte nach mehrmaligen hartnäckigen Anläufen 1911 den Pilotenschein, wurde sogar zur Konstrukteurin und Patentinhaberin, baute schließlich selbst Flugzeuge, darunter auch ein Wasserflugzeug, in einem eigenen Unternehmen, einer GmbH, und plante einen Flug um die Welt, der im Film festgehalten werden sollte. In  dieser Zeit kämpfte sie auch erfolgreich durch Schauflüge und zwei Weltrekorde für den Höhen- und Dauerflug von Damen gegen die unerbittlichen Vorurteile ihrer männlichen Kollegen und Konkurrenten an.

Doch durch die Heirat mit dem französischen Fliegerkollegen Charles Boutard, einem „Erzfeind“, wie es damals in der nationalistisch aufgeheizten Atmosphäre im Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg hieß, wurde sie automatisch auch Französin und als solche geächtet und schließlich mit ihrem Mann interniert.
Es begann ihr sozialer Abstieg, der schließlich 1925 in der Trennung des Paares und im Selbstmord Melli Beeses endete.

Ihre letzte Ruhestätte fand sie auf dem Friedhof in Schmargendorf.
Vor dem Vortrag hat der Leiter der Bezirksgruppe Berlin-Brandenburg, Stefan Hein, eine bemerkenswerte Bilanz der Arbeit der 260 Mitglieder im ablaufenden Jahr gezogen. So konnte er auf 8 hochkarätige Vorträge von Wissenschaftlern sowie namhaften Repräsentanten von Ministerien, der Industrie und von Verbänden verweisen. Hinzu kamen Exkursionen, die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen, die Teilnahme an Gemeinschaftsveranstaltungen, wie dem Raumfahrthistorischen Kolloquium in der Archenhold-Sternwarte,  die Gründung eines Fachausschusses  Raumfahrt und Philosophie sowie last but noch least die gemütlichen Stammtischrunden.

Traditionell klang der Abend bei angeregten Gesprächen bei Bier & Brezeln aus, in denen auch ausführlich die ausgestellten Arbeiten der DGLR-Nachwunschgruppe IFSys erörtert wurden.

G.K.

Herr von Randow in der Diskussion mit DGLR Mitgliedern in Anschluss an seinen Vortrag.

Datum      

Uhrzeit     

Ort                

Veranstaltung         

Montag,
03.08.2015

18:00 Uhr

TU-Berlin,
Hörsaal F11,
Institut für Luft- und
Raumfahrt,
Marchstraße 12-14,
10587 Berlin-Charlottenburg

DGLR Vortrag

Vortrag:
Der Bundesverband
der Deutschen Luftverkehrs-
wirtschaft (BDL)

Referent: Matthias von Randow,
Hauptgeschäfts-
führer BDL

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Informationen aus erster Hand über den Luftverkehr als Wettbewerbsmarkt - Vortrag von BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow

Der Luftverkehr als Wettbewerbsmarkt und die aktuellen Entwicklungen in der internationalen Luftfahrt waren Thema eines hochinteressanten und zugleich nachdenklich stimmenden Vortrages am 3. August vor unserer Bezirksgruppe. Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der deutschen Luftverkehrswirtschaft  (BDL), Matthias von Randow, machte dabei deutlich, in welch hartem Wettbewerb die vier deutschen Fluggesellschaften mit ihren rund 140 ausländischen Konkurrenten stehen. Er beklagte vor allem, dass die 2010 von der Bundesregierung eingeführte Luftverkehrsteuer und andere regulative Belastungen, so das Nachtflugverbot, die Branche massiv belasten und den internationalen Wettbewerb verzerren. Das habe zur Absenkung des operativen Gewinns auf 0,8 Prozent geführt, was wiederum negative Folgen für die Zukunftsinvestitionen und die Anbindung des Wirtschaftsstandorts Deutschland habe.

Von Randow betonte, Deutschland könnte eigentlich auf dem hochsensiblen Wachstumsmarkt mithalten. Denn die Nachfragebasis der deutschen Exportindustrie sei weiter sehr stark, weil es hier wichtige Industriestandorte gebe, und auch der Tourismus nehme zu. Wenn aber die ungleichen Rahmenbedingungen so bleiben wie bisher, sinke der Anteil Deutschlands am weltweiten Luftverkehr, warnte der Hauptgeschäftsführer. Außerdem werde sich die Struktur der deutschen Luftfahrt völlig verändern.

G. K.

Prof. Walther (v.l.n.r.) und Prof. Peitsch bei Überreichung eines Andenkens.

Datum      

Uhrzeit     

Ort                

Veranstaltung                         

Montag,
13.07.2015

18:00 Uhr

TU-Berlin,
Hörsaal F11,
Institut für Luft- und
Raumfahrt,
Marchstraße 12-14,
10587 Berlin-Charlottenburg

DGLR Vortrag

Vortrag:
Air Breathing Propulsion - Quo vadis?

Referenten: Prof. Dr. Walther,
MTU Aero Engines GmbH

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Von den Gebrüdern Whright zu Ram- und Scramjets: Vortrag von Prof. Walther zu den Herausforderungen an den zivilen Luftverkehr der Zukunft

Den Gebrüdern Wright gebührt das Verdienst, 1903 den ersten Motorflug absolviert zu haben. Er dauerte zwar nur 12 Sekunden und ging lediglich über 37 Meter am Strand von Kitty Hawk (South Carolina), dennoch leitete er eine neue Ära ein - die Ära der Luftfahrt. Heute, gerade einmal 100 Jahre später, gehört das Fliegen zum Alltag und nimmt immer größere Dimensionen an. Nach Airbus-Prognosen verdoppelt sich das Wachstum des zivilen Luftverkehrs alle 15 Jahre. Welche großen Herausforderungen sich dabei mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit ergeben, hat Prof. Dr. Rainer Walther von der MTU Aero Engines AG am 13. Juli in einem Vortrag vor unserer Bezirksgruppe höchst anschaulich geschildert.  

Der Wissenschaftler, der auch DGLR-Prasidiumsmitglied ist, befasste sich dabei vor allem mit den Möglichkeiten, die Ziele des Rates für Luft- und Raumfahrtforschung in Europa (ACARE) zu erfüllen, der bis 2020 eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes um 50 Prozent, des NOX um 80 Prozent und des Lärms um 50 Prozent anstrebt. Dazu gibt es nach seiner Ansicht derzeit vielversprechende Antworten. Als Beispiele nannte er den Getriebefan, Ultra-High-Bypass Engines, Distributed Propulsion Concepts und andere. Auch der Einsatz alternativer Brennstoffe könne einen wichtigen Beitrag leisten.

Prof. Walther schilderte anhand vieler Beispiele, welche erheblichen Auswirkungen die innovativen Antriebskonzepte auf die Gestaltung der Triebwerkskomponenten haben. Das betreffe unter anderem die aerodynamische und strukturmechanische Auslegung als auch den Einsatz fortschrittlicher, gewichtsreduzierender und hochtemperaturfester Werkstoffe, die wiederum neue Fertigungstechnologien, wie das Laser-Sintering und das Hochgeschwindigkeitsfräsen, erfordern.

Prof. Walther ging auch auf Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ein, die noch weiter in der Zukunft liegen. So gab er einen Überblick über die weltweiten Forschungen an luftatmenden Kombinationsantrieben mit Ram- und Scramjet-Antrieben für  künftige Anwendungen im Hyperschallflugbereich. Er ermunterte dabei insbesondere die zahlreichen Studenten, die seinem Vortrag lauschten, sich diesem Gebiet zuzuwenden.

G. K.

Montag,
15.06.2015

18:00 Uhr

TU-Berlin,
Hörsaal F11,
Institut für Luft- und
Raumfahrt,
Marchstraße 12-14,
10587 Berlin-Charlottenburg

DGLR Vortrag

Vortrag:
Anfang und Ende unseres Sonnensystems -
Welchen Nutzen hat extraterrestrische Forschung?

Referenten: Prof. Dr. Tilman Spohn, Prof. Dr. Heike Rauer,
Institut für Planetenforschung (DLR)

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Spannender Doppelvortrag über Rosetta, Philae und Exoplaneten

Glück muss man haben! Unsere Bezirksgruppe konnte am 15. Juni gleich zwei Kapazitäten ihres Fachs zu einem spannenden Doppelvortrag begrüßen: den Leiter des Instituts für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft-  und Raumfahrt (DLR), Prof. Dr.  Tilman Spohn, und Prof. Dr. Heike Rauer, Abteilungsleiterin für Extrasolare Planeten und Atmosphären an eben diesem Berliner Institut. Prof. Spohn berichtete aus erster Hand über die höchst erfolgreiche Rosetta-Mission, bei der am 12. November der Lander Philae auf dem Kometen Tschurjumow-Gerassimenko abgesetzt worden war, und Prof. Rauer referierte zum Thema "Was lehren uns die extrasolaren Planeten?"

Prof. Spohn zog eine erste Bilanz der Mission sechs Monate nach der Landung. So erweise sich der Komet nicht, wie erwartet, als schmutziger Schneeball, sondern vielmehr als eisiger, hochporöser Staubball. Er habe zudem keine Trabanten, sei offenbar nicht magnetisch, habe eine starke Drehachse  und taumele nicht. Prof. Spohn konstatierte außerdem, dass Philae, an dessen Instrumentierung er auch persönlich beteiligt ist, gesund sei und durch einen glücklichen Umstand möglicherweise noch bis zum Oktober Daten liefern könne.  Da der Lander nicht, wie geplant, an einem sonnigen Platz niedergegangen sei, sondern an einem eher schattigen, könne er bis zur maximalen Annäherung des Kometen an die Sonne am 13. August nicht "verbrennen". Er werde bis dahin sicher noch viele nützliche Daten liefern, auf die die Wissenschaft ungeduldig warte.

Frau Prof. Rauer bedauerte sehr, dass sie im Gegensatz zu ihrem Chef ihren Forschungsgegenstand, die Exoplaneten, mit den derzeitigen technischen Mitteln noch nicht fotografisch nachweisen kann, sondern nur mit der sogenannten Transitmethode. Sie sei aber sicher, dass das mit der nächsten oder spätestens übernächsten Teleskop- und Satelliten-Generation möglich werde. Bisher seien rund 2.000 Exoplaneten entdeckt und nachgewiesen worden, bei etwa doppelt so vielen sei man noch auf Vermutungen angewiesen. Bisher sei aber kein zweites Sonnensystem gefunden worden, in dem wenn auch nur primitives Leben möglich sei, sagte die Wissenschaftlerin. Vielleicht sei das aber bei der PLATO 2.0-Mission der Fall, die im Jahre 2024 starten soll. Etwa 30 Institute aus mehreren Ländern wollen bei ihr mit 32 neuen Kameras auf die Suche nach "Biosignaturen" gehen. Die Entscheidung über das Konzept der internationalen galaktischen Archäologie-Expedition solle 2016 fallen.

G.K.

v.l.n.r. Dipl.-Ing Frank Wukasch, Jens Großhans, Stefan Hein

Montag,
11.05.2015

18:00 Uhr

TU-Berlin,
Hörsaal F11,
Institut für Luft- und
Raumfahrt,
Marchstraße 12-14,
10587 Berlin-Charlottenburg

DGLR Vortrag

Vortrag:
OTRAG - Die erste private deutsche Raketenfirma -
Rückblicke eines Insiders

Referent: Dipl.-Ing. Frank K. Wukasch
ehem. technischer Vorstand OTRAG

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Mit Dipl.-Ing. Frank Wukasch auf den Spuren der ersten privaten deutschen Raumfahrtfirma OTRAG

Wer heute die Geschichte der privaten Raumfahrt zurückverfolgt, die so perfekte Weltraumtechnik wie etwa die US-amerikanischen Dragon- und Cygnus-Frachter oder die Falcon- und Antares-Trägerraketen hervorbringt, stößt unvermeidlich auf den Begriff OTRAG. Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich die Orbital Transport und Raketen Aktiengesellschaft, die erste deutsche private Raumfahrtfirma, die 1974 gegründet wurde.

Wie es dazu kam und welche technischen und nicht zuletzt politischen Hürden dabei genommen werden mussten, erfuhren die Mitglieder der DGLR-Bezirksgruppe Berlin-Brandenburg und zahlreiche andere Gäste am 11. Mai aus höchst berufenem Munde. Der ehemalige OTRAG-Technik-Vorstand Dipl.-Ing. Frank K. Wukasch nahm uns auf eine mehr als abenteuerliche, mit zahlreichen Fotos und Filmen dokumentierte Reise in die Geschichte des Unternehmens mit, das von solchen Persönlichkeiten wie Lutz Kayser, Richard Gombertz, Kurt Debus und ihm selbst aus der Taufe gehoben und getragen wurde.

Ihr Hauptehrgeiz bestand darin, mit ihrer Rakete eine preisgünstige Alternative zu der in Entwicklung befindlichen staatlich finanzierten Europa-Rakete Ariane und dem US-Space Shuttle zu bauen. Das gelang denn auch mit einem Startkapital von nur 170 Millionen DM. Die OTRAG-Rakete, deren Triebwerke aus handelsüblichen Rohren bestanden, die zu großen Bündeln zusammengefasst waren, ist zwischen 1977 und 1981 viermal gestartet - dreimal von einem  Testgelände in Zaire und dann noch einmal in der libyschen Wüste. Das rief allerdings die Politik auf den Plan - wegen  angeblicher Kollaboration Bonns mit dem Mobutu- und dem Gaddafi-Regime. Nach heftigen Interventionen zuerst von sowjetischer und dann auch US-amerikanischer Seite distanzierte sich die Bundesregierung von dem Projekt.

Als Nachfolger von Lutz Kayser versuchte Wukasch 1983, mit dem Start einer Höhenforschungsrakete vom schwedischen Versuchsgelände Esrange den Bruch mit Bonn zu kitten. Doch das gelang ebenso wenig wie der Start. 1986 wurde darauf die OTRAG liquidiert.

Im Rückblick der Jahrzehnte machte Wukasch in seinem spannenden Vortrag jedoch nicht den Eindruck, sich als Verlierer der Geschichte zu fühlen. Ganz im Gegenteil: Sein fachlicher Rat ist heute nach wie vor gefragt. Und schließlich verweist er nicht ohne Stolz darauf, welche großartigen Leistungen die private Raumfahrt gerade bei knappen staatlichen Kassen heute vollbringt -  und damit auch das Werk der OTRAG-Pioniere vollendet.

G.K.

Stefan Hein und Dr. Reinhold Ewald bei Überreichung des Buchpräsentes

Datum      

Uhrzeit     

Ort                

Veranstaltung                         

Montag,
04.03.2015

20:00 Uhr

Planetarium am Insulaner
(Wilhelm Foerster
Sternwarte),
Munsterdamm 90,
12169 Berlin-Steglitz

DGLR/VDI
Veranstaltung
Gemeinschaftsver-
anstaltung

Vortrag:
All-Tag an
Bord der Internationalen Raumstation
- Europas Astronauten
forschen im Columbus
Labor -

Referent: Dr. Reinhold Ewald

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Von A wie All-Tag in der ISS bis Z wie Ziblijew - Vielbeachteter Vortrag des deutschen Astronauten und ESA-Beraters Reinhold Ewald im Förster-Planetarium

Spannender kann ein Vortrag kaum sein als der, den der deutsche Astronaut Dr. Reinhold Ewald am 4. März im Berliner Förster-Planetarium gehalten hat. Der Themenbogen der gemeinsamen Veranstaltung der DGLR-Bezirksgruppe Berlin-Brandenburg und des VDI-Arbeitskreises Luft- und Raumfahrttechnik spannte sich von A wie All-Tag in der Internationalen Raumstation ISS bis Z wie Wassili Ziblijew - das war Ewalds russischer "Sojus"-Kommandant, mit dem er 1997 für drei Wochen zur Raumstation MIR geflogen war.

Mit diesen Erfahrungen im Hinterkopf beschrieb Ewald höchst anschaulich das Leben und die Arbeit in der ISS, wo schon seit Jahren sechs Astronauten aus Russland, den USA, aus Europa, Japan und Kanada ungeachtet aller politischen Probleme, die uns derzeit auf der Erde bedrücken, vertrauensvoll, freundschaftlich und friedlich für das Wohl der ganzen Menschheit forschen. Dabei hatte es ihm vor allem die glänzende Arbeit von Alexander Gerst angetan, der 2014 ein halbes Jahr im europäischen "Columbus"-Modul ein umfangreiches wissenschaftliches Programm erfüllt hat.

Ewald, der heute bei der ESA beratend tätig ist, zeigte sich besonders auch vom virtuosen Umgang des nunmehr 11. deutschen Astronauten mit den sozialen Medien beeindruckt. #AstroAlex, wie Gerst im Internet heißt, sei quasi auf allen Kanälen präsent gewesen und habe seine große Follower-Gemeinde rund um die Erdkugel in Wort und Bild hautnah an seinem Weltraumabenteuer teilhaben lassen.

Natürlich ging Ewald auch ausführlich auf seinen eigenen Flug von 1997 ein, zu dessen weniger erfreulichen Höhepunkten der Brand einer Sauerstoffpatrone gehörte. Dank der Professionalität und Kaltblütigkeit vor allem der russischen Kosmonauten-Kollegen um Ziblijew sei das Problem aber gemeistert worden, so dass die Station nicht aufgegeben werden musste, sagte er. Hier habe sich in mustergültiger Weise das lange und harte Havarie-Training bei der Flugvorbereitung bewährt.

In der anschließenden Fragerunde konnte Ewald dem sachkundigen Publikum leider keine Hoffnung machen, dass Europa in Gestalt der ESA in den nächsten 20 bis 30 Jahren auch einmal eigenständig bemannt in den Weltraum fliegen wird. Dafür liefere man allerdings mit dem Service-Modul, das auf der Technik des automatischen Eurofrachters ATV beruht, ein Kernelement für das künftige bemannte "Orion"-Raumschiff der USA, sagte der Astronaut. Damit hofft die ESA, einen Fuß in der Tür zu den NASA-Missionen zum Mond und darüber hinaus zu haben.

G.K.

Eric Dautriat während seines Vortrages im Rahmen des DGLR/DLR-Abendes.

Datum      

Uhrzeit     

Ort                

Veranstaltung                         

Montag,
26.01.2015

18:00 Uhr

TU Berlin,
Hörsaal EW201,
Eugene-Paul-
Wigner-Gebäude
(2.Stock),
Hardenbergstr. 36,
10587 Berlin-Charlottenburg

DGLR/DLR-Abend 2015 mit "Bier und Brezel"

Vortrag:
Clean Sky
- The flagship for European Aeronautical Research -

Referent: Eric Dautriat
Executive Director of Clean Sky
Joint Undertaking

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 Clean Sky macht Luftfahrtindustrie noch sauberer

Wie bringt man die Luftfahrtindustrie in eine noch sauberere Zukunft? Die Antwort darauf hat Eric Dautriat, seines Zeichens Executive Director of Clean Sky Joint Undertaking, am 26. Januar in seinem Vortrag gegeben: Durch die Entwicklung umweltschonender Technologien und die Optimierung von Fertigungsprozessen.

Nicht mehr, aber auch nicht weniger hat sich mit Clean Sky die bislang größte EU-Fördermaßnahme in Form einer Öffentlich-Privaten Partnerschaft zwischen der Europäischen Kommission und der europäischen Luftfahrtindustrie auf ihre Fahnen geschrieben. Strategisches Ziel ist, bis 2020 die CO2-Emissionen pro Passagierkilometer (im Vergleich zum Jahr 2000) um 50 Prozent, die Stickstoffemissionen um 80 Prozent und die Außengeräusche  ebenfalls um 50 Prozent zu reduzieren. Und dabei ist Clean Sky als "Flaggschiff der europäischen Luftfahrtforschung" auf einem guten Weg, wie der Referent vor den Mitgliedern der DGLR-Bezirksgruppe Berlin-Brandenburg,  vielen Studenten der TU Berlin und weiteren Gästen sagte.

Die Hälfte der für die erste Phase bis 2017 geplanten Investitionen in Höhe von 3,6 Milliarden Euro kommt von der EU, die andere Hälfte sind Entwicklungsleistungen der rund 600 beteiligten Institutionen und Unternehmen aus 25 Ländern. Eine wichtige Rolle spielen dabei kleine und mittlere Unternehmen. Aus Deutschland seien unter anderem das DLR, die TU Dresden München und Braunschweig, das Fraunhofer-Institut, MTU Aero Engines und Rolls-Royce Deutschland beteiligt, sagte der Redner. Die Palette der Innovationen reiche dabei von neuen Triebwerken  (Sustainable and Green Engines), über ultraglatte Laminarflügel und neue Cockpits bis hin zu ganz neuen  Flugzeugstrukturen.

Das alles soll bewirken, dass in einer zweiten Phase bis 2050 die CO2-Emissionen dann um 75, die Stickstoffemissionen um 90 Prozent und die Außengeräusche um 65 Prozent gesenkt werden. Um das zu erreichen, sei Erfindergeist gefordert, wie ihn vielleicht die heutige Studenten entwickeln und dann in Clean Sky einbringen. Der Fantasie seien da keine Grenzen gesetzt. Mehr wolle er der jungen Generation nicht mit auf den Weg geben, schloss Dautriat seinen spannenden Vortrag.

Anschließend folgte noch ein reger Austausch der Teilnehmer bei „Bier & Brezel“. Die Nachswuchsgruppe IFSys stellte wieder ihre Arbeiten im Vorraum des Hörsaals aus und erklärte Eric Dautriat  und allen Interessierten ihr Projekt.

G.K.

Bezirksgruppe ehrt Werner Trempler - Stefan Hein als Gruppenchef wiedergewählt

Mitlglieder der Bezirksgruppe Berlin Brandenburg auf der Jahresabschlussveranstaltung

Datum      

Uhrzeit     

Ort                

Veranstaltung                    

Montag,
10.11.2014

18:00
Uhr

TU Berlin,
Hörsaal F11,
Institut für Luft- und Raumfahrt,
Marchstraße 12-14,
10587 Berlin-Charlottenburg

Jahresabschlußver-anstaltung bei
"Bier & Brezel"

Mitgliederver-
sammlung

Vortrag:  JETSDREAMS
& IFSys

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Die Bezirksgruppe Berlin-Brandenburg hat auf ihrer Mitgliederversammlung am 10. November Abschied von Dipl.-Ing.- Werner Trempler genommen. Die rund 50 Teilnehmer ehrten das kürzlich im Alter von 76 Jahren verstorbene langjährige Mitglied der Bezirksgruppenleitung und des DLRG-Senats mit einer Schweigeminute. 

Zuvor hatte Dr. Joachim Grenzdörfer Worte des Gedenkens gesprochen. Er würdigte den Verstorbenen, der früher als Abteilungsleiter bei der Flugsicherung der Interflug tätig war und seit 1992 der DGLR angehörte, als blendenden Ingenieur und aktives Verbandsmitglied. Die Bezirksgruppe werde Werner Trempler ein ehrendes Gedenken bewahren.

Danach erstattete Bezirksgruppenleiter Stefan Hein den Bericht über die Arbeit im ablaufenden Jahr. Er verwies dabei insbesondere auf die zahlreichen hochkarätigen Vorträge, die die Gruppe organisiert hat, auf ihre aktive Mitwirkung am DGLR-Auftritt bei der ILA 2014 und ihre erfolgreiche Nachwuchsarbeit.

Bei der anschließenden Wahl der Bezirksgruppenleitung wurden Dipl.-Ing. Stefan Hein, sein Stellvertreter Prof. Dr. Dieter Peitsch und Kassenwart Dipl.-Ing. Gerhard Doil in ihren Ämtern bestätigt. Der Student Jens Großhans wurde neu in die Leitung  der Gruppe gewählt. 

Zum Abschuss der Versammlung stellten die Nachwuchsgruppen ihre Projekte IFSys und JETSDREAM vor, bei denen es um die Entwicklung autonom fliegender Luftfahrzeuge sowie einer neuen Kleingasturbine geht.

Der Abend klang mit regen Diskussionen bei Bier und Sandwiches aus.

 

Vortrag zu ESA-Projekt GAIA: Eine Milliarde Euro für eine Milliarde Sterne

Herr Dr. Heller und Stefan Hein bei der Übergabe eines Buches als Dankeschön für den interessanten Vortrag.

Datum      

Uhrzeit     

Ort                

Veranstaltung                         

Montag,
13.10.2014

18:00 Uhr

TU Berlin,
Hörsaal F11,
Institut für Luft- und Raumfahrt,
Marchstraße 12-14,
10587 Berlin-Charlottenburg

DGLR Vortrag

Vortrag:
Die Gaia-Mission der ESA,
Technische Herausforderungen der Satelliten-Entwicklung

Referent: Dr. Cosmas Heller
System Engineering Manager
für den deutschen Anteil an Gaia

Airbus Defence and Space -
Astrium

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Die Besucher des Vortags von Dr. Cosmas Heller von Airbus Defence & Space kamen am 13. Oktober aus dem Staunen nicht heraus: Mit einem Aufwand von rund einer Milliarde Euro will die ESA bei ihrer GAIA-Mission, die im Dezember vergangenen Jahres gestartet wurde,  eine Milliarde Sterne der Milchstraße mit bisher unerreichter Präzision vermessen und dabei die bislang  detaillierteste Karte unserer Galaxis anfertigen. Welche gewaltigen technischen Herausforderungen dabei zu erfüllen waren, schilderte Dr. Heller aus eigenem Erleben. Schließlich war er für die technische Durchführung des deutschen Anteils an dieser größten Entdeckungsmaschine der Astronomie verantwortlich.

So erfuhr das interessierte Publikum, dass die 2.030 Kilogramm schwere Raumsonde von ihrem exklusiven Beobachtungsplatz „Lagrange-Punkt L2“ rund 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt die Positionen, Bewegungen, Entfernungen, Zusammensetzung und Geschwindigkeiten dieser Sterne astrometrisch, photometrisch und spektroskopisch scannt und dabei die räumliche Struktur und Dynamik der Galaxis erkundet, um schließlich die Frage nach der Herkunft und Entwicklung des Alls beantworten zu helfen. Dazu muss die absolute Orientierung des drei Meter hohen Satelliten im Weltraum auf etwa einen Atomdurchmesser genau bekannt sein – und zwar für jeden Zeitpunkt während der fünfjährigen Mission. (Falls es jemand vergessen hat: ein Atomdurchmesser entspricht  0,3 Nanometer oder 0,000000003 Meter)

Zu den Wunderwerken der Sonde, die im Januar bereits erste Aufnahmen geliefert und damit ihre Funktionstüchtigkeit bewiesen hat, gehören eine ebenfalls eine Milliarde Pixel starke Digitalkamera, die Elektronik zur Hochgeschwindigkeitsdatenübertragung und die Mikrotriebwerke für die Lageregelung.

In etwa drei Jahren werde der 1. Katalog mit GAIA-Bildern vorliegen, betonte der Wissenschaftler und zeigte sich auch optimistisch, dass die Sonde mehr als fünf Jahre einmalige Dienste leisten wird. Immerhin habe sie ja Treibstoff für 7,5 Jahre an Bord.

G.K.

 

 

LEMCOTEC - Neue Technologien für leisere, umweltfreundlichere und spritsparendere Flugzeuge

Dr. Ralf von der Bank und Stefan Hein nach Überreichung eines Buches als Präsent für den lehrreichen Vortrag.

Datum      

Uhrzeit     

Ort                

Veranstaltung                         

Montag,
22.09.2014

18:00 Uhr

TU Berlin,
Hörsaal F11,
Institut für Luft- und Raumfahrt,
Marchstraße 12-14,
10587 Berlin-Charlottenburg

DGLR Vortrag

Vortrag:
Low Emissions Core-Engine Technologies
Improving the Core-Engine Thermal Efficiency

Referent: Dr. Ralf von der Bank
Rolls-Royce Deutschland Ltd & Co KG
Research & Technology

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Wie macht man Flugzeuge leiser, umweltfreundlicher und spritsparender? Indem man ihre Triebwerke verbessert, lautet die Antwort.

Doch das ist leichter gesagt als getan, wie die Mitglieder und Gäste unseres Bezirksverbandes bei einem hochspezialisierten Vortrag von Dr. Ralf von der Bank am 22. September im TU-Institut für Luft- und Raumfahrt erfuhren. Darin schilderte der R&T Manager der Rolls-Royce Deutschland Ltd & Co KG, wie er als Koordinator des Verbundforschungsprojekts LEMCOTEC (Low Emissions Core-Engine Technologies) zusammen mit 35 Partnern aus 10 EU-Ländern, darunter auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), daran arbeitet, die Emissionen des Luftverkehrs bis 2020 zu halbieren. Das auf vier Jahre angelegte Projekt, das 2015 ausläuft, wird mit 68,4 Millionen Euro gefördert, 39,9 Millionen davon kommen von der EU-Kommission.

Der Beitrag des LEMCOTEC-Projekts zu den hohen Zielen der europäischen Luftfahrtindustrie besteht speziell darin, durch neue Technologien den thermischen Wirkungsgrad von Triebwerken durch Druckerhöhung zu verbessern. LEMCOTEC ist in verschiedene Fachgruppen aufgeteilt, die jeweils einen Teilbeitrag erarbeiten, so daß Triebwerke als Gesamtheit optimiert werden können. Denn nicht jede Verbesserung führt automatisch auch zu einer Gesamtverbesserung.
Dr. von der Bank zeigte sich in seinem Resümee optimistisch, daß sein Projekt zur Reduzierung des Kerosinverbrauchs und der Schadstoffemissionen bis zu 30 Prozentpunkten beitragen wird.

Doch damit sei man noch lange nicht in der Praxis angekommen, fügte der Referent bedauernd hinzu. Denn nach Erfüllung des wissenschaftlichen und technischen Teils des Projekts beginne der lange Weg durch die Zulassungsinstanzen, der Jahre dauern könne. Sein Ziel als Wissenschaftler und Techniker sei es, den Flottenverbrauch von derzeit knapp 4 Litern Kerosin pro Passagier und 100 Kilometer einmal zu halbieren.

G.K.

 

 

Einblicke aus erster Hand - Fesselnder Vortrag des Chefs des DLR-Instituts für Raumfahrtantriebe

Prof. Schlechtriem und Stefan Hein im Gespräch

Datum      

Uhrzeit     

Ort                

Veranstaltung                         

Montag,
08.09.2014

18:00 Uhr

TU Berlin,
Hörsaal F11,
Institut für Luft- und Raumfahrt,
Marchstraße 12-14,
10587 Berlin-Charlottenburg

DGLR Vortrag

Vortrag:
Progress in Liquid Rocket Propulsion
Raumfahrtantriebe in Lampoldshausen

Referent: Herr Prof. Schlechtriem
DLR Institut für Raumfahrtantriebe
Lampoldshausen


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Wenn die Europa-Rakete Ariane schon seit 35 Jahren eine beispiellose Erfolgsgeschichte schreibt, dann ist das nicht zuletzt das Verdienst des Instituts für Raumfahrtantriebe des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Lampoldshausen. Wie hier die rund 200 Mitarbeiter mit viel Engagement und noch mehr Wissen dafür sorgen, dass die Triebwerke "Ariane"-Triebwerke auf Herz und Nieren getestet und weiterentwickelt werden, erfuhren die Mitglieder der DGLR-Bezirksgruppe Berlin-Brandenburg am 8. September aus erster Hand von Institutsdirektor Prof. Dr.-Ing. Stefan Schlechtriem. In seinem spannenden Vortrag, den er freimütig zugleich zu einer Werbeaktion für sein Institut deklarierte, gab er einen tiefen Einblick in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dieses europäischen Testzentrums für Raketentriebwerke. Breiten Raum nahm dabei auch die Zusammenarbeit mit europäischen Partnern an fortschrittlichen Technologien für künftige Raumfahrtantriebe ein.

Nicht ohne Stolz verwies Prof. Schlechtriem darauf, dass beispielsweise die Ariane-5, die seit 1996 von Kourou in Französisch-Guyana Satelliten ins All schießt und zuletzt auch die fünf europäischen ATV-Frachtraumschiffe auf ihre Umlaufbahn brachte, die letzten 60 der insgesamt 74 Starts in Folge problemlos absolviert hat. Das stelle den Vulcain-Triebwerken aus Lampoldshausen ein hervorragendes Zeugnis aus. Inzwischen habe man auch das mehrfach zündbare Vinci-Triebwerk für die Ariane-5 ME (Midlife Evolution) zur Einsatzreife gebracht. Der verbesserte Träger mit der künftig leistungsfähigsten europäischen Oberstufe soll 2018 das erste Mal aufsteigen. 

Prof. Schlechtriem beschrieb ebenfalls, dass er für die Fähigkeiten im Umgang mit hochenergetischen Treibstoffen neu Anwendungsgebiete sucht. In Kooperation mit dem örtlichen EVU soll aus überschüssigem Strom Wasserstoffgas hergestellt und gespeichert werden, sodass Angebotsschwankungen aus Wind- und Sonnenenergie gepuffert werden könnten.

 Er ging auch begeistert auf eine neue Brennerentwicklung für seine Raketentriebwerke ein, welche einen höheren Ausbrennwirkungsgrad bei gleichzeitiger Gewichtsreduzierung und weniger Neigung zum Brennkammerbrummer zeigt.  

Prof. Schlechtriem bedauerte, dass sich Europa bisher nicht entschließen konnte, auch ein eigenes bemanntes Trägersystem in Angriff zu nehmen. Sein Institut würde liebend gern die gründlichen Tests der Triebwerke übernehmen. Sein Team sei bereit, sich solchen Herausforderungen zu stellen, und suche dafür immer neue fähige Köpfe, sagte er an die studentische Zuhörerschaft gewandt.

G.K.

 

 

Herr Dr. Metz zeigt während seines Vortrages zur Müllvermeidung im Weltraum ein Exponat. Deutlich ist die plastische Verformung der Probe infolge einer Kollision mit einem Partikel sehr hoher Geschwindigkeit zu erkennen.

Datum      

Uhrzeit     

Ort                

Veranstaltung                         

Montag,
07.07.2014

18:00 Uhr

TU Berlin,
Hörsaal F11,
Institut für Luft- und Raumfahrt,
Marchstraße 12-14,
10587 Berlin-Charlottenburg

DGLR Vortrag

Vortrag:
Müllvermeidung im Weltraum
Wie entsteht Weltraummüll und wie will man ihn wieder loswerden?

Referent: Herr Dr. Metz
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

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Spannender Vortrag zur kosmischen Müllvermeidung und –abfuhr


Die Raumfahrt, die unser Leben in vielerlei Hinsicht einfacher und reicher macht und unser Wissen über unsere Erde und das Universum ständig erweitert, hat eine höchst unerwünschte Nebenwirkung: Sie produziert auch Weltraummüll. Wie man diesen vermeiden und, wenn er nun einmal schon da ist, auch entsorgen kann, war am 7. Juli Gegenstand eines hochinteressanten Vortrages von Dr. Manuel Metz vom Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) vor unserer Bezirksgruppe.

Den Weltraummüll verdanken wird, so war zu erfahren, dem Start von rund 6.000 Satelliten und anderen Raumflugkörpern in den vergangenen gut 50 Jahren seit Sputnik 1. Weniger als 1.000 davon sind noch operativ. Von den Resten der anderen sind derzeit 17.000 größere Trümmerteile katalogisiert. Sie konzentrieren sich vor allem im erdnahen (LEO) und im geostationären Orbit (GEO).

Um der zunehmenden Vermüllung des Weltraums zu begegnen, die 2007 durch den unverantwortlichen Abschuss eines chinesischen Wettersatelliten und 2009 durch die zufällige Kollision zweier intakter Satelliten einen traurigen Höhepunkt erreichte, müssen wir, so Dr. Metz, aktiv Müllvermeidung und zugleich Müllentsorgung betreiben. Ersteres kann zum Beispiel durch die Verhinderung von Explosionen im Orbit durch den Verbrauch von Resttreibstoff und die Entleerung von Druckbehältern und Batterien geschehen. Bei der Entsorgung denkt man etwa an das Einfangen der Trümmer mit Schleppnetzen oder deren Verbringung auf sogenannte Friedhoforbits, wo sie keinen Schaden mehr anrichten können.
Aber auch an die Rückführung von großen ausgedienten Raumflugkörpern wird gearbeitet, wie das DEOS-Projekt (Deutsche Orbitale Servicing Mission) des DLR zeigt.

Für beide Probleme gibt es schon UNO-Handlungsempfehlungen. Die seien allerdings leider unverbindlich und in der Umsetzung sehr teuer, wie Dr. Metz anmerkte. Er hatte aber auch eine gute Nachricht für uns: Noch nie ist bisher ein Mensch durch herabstürzenden Weltraummüll zu Schaden gekommen. Hoffen wir, dass das auch so bleibt.

G.K.

 

 

Datum      

Uhrzeit     

Ort                

Veranstaltung                         

Montag,
17.03.2014

18:00 Uhr

TU Berlin,
Hörsaal F11,
Institut für Luft- und Raumfahrt,
Marchstraße 12-14,
10587 Berlin-Charlottenburg

DGLR Vortrag

Vortrag:
Eine außergewöhnliche Landung
Vorbereitung und Durchführung einer Außenlandung mit einem Verkehrsflugzeugs vom Typ IL-62 auf dem Segelflugplatz Stöllen.

Referent: Flugkapitän Hans-Dieter Kallbach

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Perfekte Landung bei Lilienthal
Vortrag von Flugkapitän Heinz-Dieter Kallbach zu seinem Meisterstück mit der IL-62

Dem deutschen Flugpionier Otto Lilienthal wurde der Gollenberg bei Stölln (Brandenburg) am 9.August 1896 zum Verhängnis. Bei einem seiner Versuche mit einem Apparat, der dem Vogelflug des Storches nachempfunden war, stürzte er aus 15 Metern Höhe ab und starb. Den Vormarsch des Flugwesens konnte das allerdings nicht aufhalten, und das verdankt die Menschheit eben dem Kaufmannssohn aus Anklam in Mecklenburg. Ein Gedenkstein und ein Museum erinnern heute an ihn.

Am 23. Oktober 1989 vollbrachte hier ein deutscher Flugkapitän zu Ehren Lilienthals eine fliegerische Meisterleistung, die ihresgleichen in der Geschichte der Luftfahrt sucht und ihn ins Guinness-Buch der Rekorde katapultierte. Heinz-Dieter Kallbach von der DDR-Fluggesellschaft INTERFLUG landete einen ausrangierten, gut 70 Tonnen schweren sowjetischen IL-62-Langstreckenliner sicher auf einer nur 860 Meter langen Landebahn eines Segelflugplatzes.

Rechtzeitig zum bevorstehenden 25. Jahrestag dieses tollkühnen Manövers schilderte nun Kallbach vor den Mitgliedern DLRG-Bezirksgruppe Berlin-Brandenburg am 17. März, welcher minutiösen technischen Vorbereitungen es dafür bedurfte. Die große Zuhörergemeinde erfuhr dabei aber auch, welche zum Teil grotesken bürokratischen Hürden zu überwinden waren, bis das Abenteuer überhaupt beginnen konnte.

Kallbach und seine drei Kollegen haben beides mit Geduld und Bravour gemeistert. Zurück bleibt grenzenlose Bewunderung für die Idee und ihreperfekte fliegerische Umsetzung. Lilienthal hätte auch den Hut gezogen.

 

G.K.

 

 

DGLR/DLR-Abend 2014

Datum      

Uhrzeit     

Ort                

Veranstaltung                         

Montag,
10.02.2014

18:00 Uhr

TU Berlin,
Hörsaal EW201,
Eugene-Paul-
Wigner-Gebäude
(2.Stock),
Hardenbergstr. 36,
10587 Berlin-Charlottenburg

DGLR/DLR-Abend 2014 mit "Bier und Brezel"

Vortrag:
Eins und Eins macht Drei, Aeroakustische Installationseffekte bei Transportflugzeugen

Referent: Herr Prof. Dr. Delfs
Abteilungsleiter Technische Akustik im DLR Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik in Braunschweig

Download: Flyer

 

Resümee zum Vortrag von Professor Delfs

Hinter dem für den Laien etwas rätselhaften Thema des Vortrags von Prof. Dr. Delfs verbirgt sich ein Problem, das uns alle angeht und das derzeit deutschlandweit heiß diskutiert wird: Wie entsteht Fluglärm und, was noch wichtiger ist, was kann man gegen diese lästige Erscheinung tun, die vor allem die Anrainer von Flughäfen auf die Barrikaden treibt.

Propeller, Düsentriebwerke oder ausgefahrene Fahrwerke machen an sich schon Lärm genug. Aber potenziert wird der noch dadurch, dass die dabei entstehenden Wirbel durch Hindernisse  verändert werden. Das kann, wie der Wissenschaftler an einem ganz einfachen Beispiel demonstrierte, durch ein Stück Blech geschehen, das man ganz eng an einen profanen Flugzeugpropeller hält, oder, wie beim Düsenjet, durch die Landeklappen.

Die Kunst, leisere Flugzeuge zu bauen, besteht also darin, solche Schallquellen auszuschalten oder zumindest zu reduzieren. Das kann durch die Veränderung von Flugzeugdetails, etwa der Vorderkanten der Landeklappen, aber auch durch ein völlig neues Flugzeugdesign erreicht werden. Voraussetzung dafür ist aber die genaue Kenntnis der Schallquellen, und diesem Phänomen sind Prof. Delfs und seine Mitstreiter auf nationaler und internationaler Ebene hartnäckig auf der Spur.

Sehr viel haben sie dabei schon erreicht, aber noch viel mehr Forschungsarbeit steht noch bevor, wie der Wissenschaftler betonte. So rief er auch die zahlreichen TU-Studenten, die seinem Vortrag lauschten, auf, sich solchen Fragen zuzuwenden. Wer weiß, vielleicht hat ja einer der jungen Leute die zündende Idee, wie man eines Tages flüsternde oder gar lautlose Flugzeuge bauen kann. Die Diskussion darüber begann schon unmittelbar nach dem Vortrag bei Bier und Brezeln .....

 

G.K.